Die Gemeinde Kottgeisering hat beim Bezirksentscheid des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ den ersten Platz belegt. Bekannt ist dieses freudige Ergebnis schon seit Mitte Juni. Nun hat der Regierungspräsident von Oberbayern, Konrad Schober, im Kulturforum im niederbayerischen Oberaltaich die öffentliche Würdigung vorgenommen und Bürgermeister Andreas Folger die Goldmedaille überreicht. Durch die Abschlussfeier des alle drei Jahren stattfindenden Wettbewerbs führte die bekannte Musiksendungsmoderatorin Traudi Siferlinger.
Besonderer Platz für Medaille
Zum Festakt mitgereist waren Margit Folger, Anneliese Stannecker, Waldtraud Stumbaum und Helmut Wiedmann, die wie viele andere Bürger auch, mithalfen, der 13-köpfigen Bewertungskommission das Dorf von seiner besten Seite zu zeigen. „Wir sind schon sehr stolz auf die Auszeichnung. Die Urkunde wird im Rathaus einen gebührenden Platz bekommen und die Goldmedaille werden wir außen an der Rathausmauer hinter einem Plexiglasfenster öffentlich zeigen“, verrät der Gemeindechef. Dass die Gemeinde auch noch einen Scheck über 500 Euro und passend einen Kürbis mit einer entsprechenden Widmung bekommen hat, findet Folger eine „nette Geste“.
Wie er erzählt, hatte er auf Siferlingers Frage, warum eine Teilnahme am Wettbewerb für Kottgeisering lohnend gewesen sei, geantwortet: „Die Teilnahme hat sich gelohnt, weil die vielen aktiven Beiträge das lebendige Vereinsleben und den örtlichen Zusammenhalt belegt haben. Für die Gemeinde konnte die Teilnahme für eine Standortbestimmung zur Frage genutzt werden, ob unsere kleine Gemeinde das Richtige tut, um eine Zukunft zu haben.“ Laut Regierungspräsident Schober wird mit der Auszeichnung „die vorbildliche Entwicklung des Ortes sowie die lebendige Dorfgemeinschaft“ gewürdigt.

Da sich bei der Besichtigung des Dorfes viele Bürger und Vereine eingebracht und dabei ihr umfassend ehrenamtliches Engagement vorgestellt hatten, fand die Bewertungskommission offensichtlich besonders lobenswert. Bereits seit 2009 beschäftige sich die 1600-Einwohner-Gemeinde damit, den Ort zu erhalten und liebens- beziehungsweise lebenswert zu gestalten, ist der Würdigung zu entnehmen.
Im Rahmen einer umfassenden Dorferneuerung sei mit Unterstützung des Amtes für ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern deshalb zunächst der Dorfplatz inklusive der Dorfstraße neugestaltet worden. Das Konzept sei in enger Zusammenarbeit der ALE mit einem örtlichen Arbeitskreis erarbeitet worden, in dem sich zehn Bürger freiwillig engagierten. Eingeweiht worden sei die neue Ortsmitte im April 2012, wo auch nach über zehn Jahren noch frisches Quellwasser aus dem dortigen Brunnen gewonnen werde und in einem anmutigen Rinnsal dahinplätschere.

„Nach Abschluss der Schlüsselmaßnahmen der Dorferneuerung wandte sich Kottgeisering der Renaturierung des Mutterbachs zu“, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Anstelle der Sohlschalen, die im Rahmen der einstigen Flurneuordnung in das Gewässer eingebaut worden waren, um den Abfluss zu beschleunigen, hat der Bach ein natürliches, mäandrierendes Bett mit Sohlschwellen erhalten. Eine kleine Kneippanlage lade dort außerdem zum Wassertreten ein. Zudem sei der Angerbereich durch mehrere Sitzbänke und einen Wasserspielplatz erschlossen und so für Erholungssuchende aufgewertet worden.
„Anschließend stand die Gemeinde Kottgeisering vor einem weiteren Projekt“ heißt es weiter. Mehrmals schon sei bei starkem Regen das Oberflächenwasser von den westlichen Hängen in den Ort geströmt und habe große Schäden angerichtet. Daher sei ein Konzept für einen dezentralen Wasserrückhalt ausgearbeitet worden, das insgesamt 16 Mulden vorsehe, die das abfließende Wasser zurückhalten sollen.

Das erste Rückhaltebecken befinde sich bereits in Planung. Der zufolge soll diese Flutmulde bis zu 1760 Kubikmeter Niederschlagswasser aufnehmen und verzögert ableiten, um die Gefahr einer Sturzflut zu verringern. Außerdem stehe ein dorfgerechter Umbau der Jesenwanger Straße mit verkehrsbremsender Wirkung an.
Auszeichnung für Leobendorf
In der Würdigung wird auch darauf hingewiesen, dass in Kottgeisering „trotz der verdienten Auszeichnung und der momentanen Freude weiterhin gewerkelt“ wird, was auch vom zuständigen Projektleiter des ALE Oberbayern, Johannes Mühlbauer, bestätigt werde. „Das gute Zusammenspiel der Bewohner, der Vertreter der Gemeinde und des ALE ist beispielhaft“, lobt Mühlbauer. Gemeinsam würden Ziele formuliert und anschließend umgesetzt. Dies führe zu einer breiten Akzeptanz in der Bevölkerung.
Im Rahmen des Festaktes wurde auch die Gemeinde Leobendorf im Landkreis Berchtesgadener Land ausgezeichnet, die als einziger Konkurrent von Kottgeisering in Oberbayern die Silbermedaille erworben hat. Zudem wurden von deren Regierungspräsident Rainer Haselbeck die Medaillen an die niederbayerischen Wettbewerbssieger verliehen. Haselbach, Landkreis Straubing-Bogen (Gold). Perasdorf, Landkreis Straubing-Bogen, Aschenau und Lalling im Landkreis Deggendorf, Ruderting im Landkreis Passau sowie Eppenschlag im Landkreis Freyung-Grafenau erhielten die Silbermedaille.

