Ungewöhnliche Berufswahl:Preisgekrönte Wurstmacherin

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Ungewöhnliche Berufswahl: Wenn Metzgermeisterin Sophie Braumiller erzählt, was sie beruflich macht, erntet die junge Frau öfters "eine Schluckpause".

Wenn Metzgermeisterin Sophie Braumiller erzählt, was sie beruflich macht, erntet die junge Frau öfters "eine Schluckpause".

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Die Biburgerin Sophie Braumiller ist die einzige Metzgermeisterin im Landkreis

Von Manfred Amann, Biburg

Als ihre Schulfreunde noch nach einem Ausbildungsplatz in ihrem Traumberuf suchten, war für Sophie Braumiller aus Biburg längst klar, dass sie Metzgerin werden will. Unbeirrt ging sie nach Abschluss der Realschule in Germering ihren Weg und hat im Alter von nur 20 Jahren mit Bravour die Meisterprüfung abgelegt und ist für ihre Leistungen mit dem Bayerischen Staatspreis ausgezeichnet worden. "Und Sophie Braumiller ist auch die einzige Metzgermeisterin im Landkreis und darüber hinaus", hebt lobend der Brucker Innungsobermeister Engelbert Jais hervor.

"Schon als Kind wollte sie immer beim Wurstmachen helfen", erzählt Mutter Christine, niemand hätte sie jemals von ihrem Berufswunsch abbringen können. Dabei käme außerhalb der Arbeit niemand auf die Idee, dass die eher zierliche Frau mit ihren langen Haaren gerne Schweine- oder Rinderhälften zerlegt, traditionelle sowie selbst kreierte Wurstsorten herstellt und auf dem landwirtschaftlichen Betrieb ihres Vaters Rudolf bereits die Betriebsleitung des Hofladens übernommen hat. "Ich arbeite gerne mit Fleisch, wichtig ist mir aber auch der Kontakt zu Kunden", erklärt die junge Meisterin. Im engen Kontakt mit den Kunden lerne sie auch abzuschätzen, ob und welche Wünsche hinsichtlich der Ernährung sie haben und könne sich darauf einstellen. Auf die Frage, ob sie bei Erstkontakten zum Beispiel mit Burschen Verwunderung erfahre, wenn sie ihren Beruf nenne, gibt Sophie Braumiller zu, dass sie manchmal schon "eine gewisse Schluckpause" feststelle, "auf dem Land allerdings weniger als in der Stadt".

Als nächstes strebt sie eine Schulung in Betriebswirtschaft an, ansonsten wolle sie sich voll der Hofvermarktung widmen und zum Beispiel Bratwürste vom Eichelschwein mit Feige und Maroni ausprobieren. "Unsere Hoffeste waren immer sehr schön, die Tradition möchte ich gerne fortsetzen", verrät Sophie Braumiller. Den Beruf erlernt hat sie in der Metzgerei Werner Braun in Wiedenzhausen, der auch Innungsobermeister von Dachau-Freising ist. Wegen ihres praktischen und theoretischen Fortschritts konnte sie die übliche Ausbildungszeit von drei Jahren um ein halbes Jahr verkürzen. Trotzdem hatte sie mit Bestnoten bestanden und war als Metzgergesellin auch schon mit dem Staatspreis ausgezeichnet worden. Die Meisterprüfung legte sie in Augsburg ab. Doppelter Staatspreis, das erforderte viel Fleiß, dennoch hatte die junge Frau auf ihre Freizeit nicht verzichtet. Wichtig waren und sind ihr die Ausritte mit ihrem "Quarte-Horse Sunshine", mit dem sie als Westernreiterin übt.

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