Klima- und Umweltpreis FürstenfeldbruckWie kann Klimaschutz im Kapitalismus funktionieren?

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Bei der Preisverleihung im Sparkassensaal Fürstenfeldbruck: Christine Dietzinger (von links), Mona Krippgans und Jayden MacWilliams vertreten den Verein Turmgeflüster.
Bei der Preisverleihung im Sparkassensaal Fürstenfeldbruck: Christine Dietzinger (von links), Mona Krippgans und Jayden MacWilliams vertreten den Verein Turmgeflüster. (Foto: Jana Islinger)
  • Der Verein Turmgeflüster erhält den Klima- und Umweltpreis für ein Planspiel über Klimaschutz und Kapitalismus mit Kindern und Erwachsenen.
  • Bei dem Aktionswochenende mussten Teilnehmer in zwei konkurrierenden Unternehmen klimaneutrale Flugzeuge herstellen und dabei Marktbedingungen beachten.
  • Das Fazit des Planspiels war, dass endloser Konkurrenzkampf beim Klimaschutz nichts bringe und alle gemeinsam Verantwortung tragen würden.
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Lieferketten und Umweltschutz in einem freien Markt: Ob das klappen kann, hat der Verein Turmgeflüster mit Kindern und Erwachsenen bei einem Aktionswochenende anhand eines Planspiels erforscht. Dafür wurde er nun ausgezeichnet.

Von Henry Borgelt, Fürstenfeldbruck

6000 Euro Preisgeld sind bei der vierten Verleihung des Klima- und Umweltpreises von Bürgerstiftung Fürstenfeldbruck, Süddeutscher Zeitung und Sparkasse für den Landkreis Fürstenfeldbruck vergeben worden. 2000 Euro in der Jugend- und 4000  in der Erwachsenenkategorie. Es gibt fünf Preisträger sowie einen undotierten Ehrenpreis. Die Preisträger werden in lockerer Folge in der SZ vorgestellt.

Klimaneutrale Flugzeuge herstellen: Was in der Realität noch nicht möglich ist, sollten die Teilnehmer des Planspiels: „Der Kapitalismus und die Auswirkungen auf das Klima“, vom Verein Turmgeflüster bewerkstelligen. Aufgeteilt in zwei konkurrierende Unternehmen, mussten sich die Teilnehmer nach den wechselhaften Bedürfnissen des Marktes richten, Löhne und Lieferketten beachten. Für dieses innovative Planspiel und eine weitere spielerische Erklärung von Lieferketten für Kinder wurde Turmgeflüster von der Jury des Klima- und Umweltpreises der Bürgerstiftung in Fürstenfeldbruck ausgezeichnet.

Organisiert wurde das Aktionswochenende von Mona Krippgans und Christine Dietzinger vom Vorstand des Vereins. „Dabei hat Mona immer die Ideen“, sagt Dietzinger und erklärt, dass das Team keine reine Informationsveranstaltung abhalten wollte. „Wir wollten, dass man das wirklich erlebt und emotional dabei ist“, führt sie aus. Um das zu erreichen, wurden am ersten Tag Kinder spielerisch an das Konzept von globalen Lieferketten herangeführt.

„Die Kinder durften Kärtchen ziehen und da waren dann eine Jeans, ein Stuhl oder ein Teddybär drauf. Mit einem Rezept mussten sie dann schauen, wo sie welches Material für das Produkt herbekommen“, erläutert Dietzinger. Am zweiten Tag des Projektwochenendes stand das Planspiel an. Dabei übernahm Krippgans die Rolle des Marktes, passte Anforderungen an, veränderte Rahmenbedingungen.

Auffällig ist die Zusammenarbeit in den Gruppen

Am Ende sei den Organisatorinnen gerade die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppen positiv aufgefallen. „Auch die Kinder wurden ernst genommen, die Jüngste war elf Jahre alt und hat auch gesagt, dass es so eine tolle Erfahrung war und sie von den älteren Erwachsenen respektiert wurde“, freut sich Dietzinger. Als Fazit habe man festgestellt, dass ein endloser Konkurrenzkampf in Bezug auf Klimaschutz nichts bringe. „Wir sitzen alle im selben Boot und haben alle gemeinsam eine Verantwortung“, erklärt Dietzinger.

Auch abseits des Aktionswochenendes setzt sich Turmgeflüster für demokratische Partizipation und Projekte mit Kindern und Jugendlichen ein. „Wir haben angefangen als kleiner Leseklub und das hat sich dann ausgebaut“, berichtet die Vorständin von den Anfängen des Vereins. Sie versuchten, möglichst vielfältige Angebote zu schaffen, sei es durch Klimagruppen oder Demonstrationen.

Was der Verein mit dem Preisgeld von insgesamt 1000 Euro machen möchte? Das wisse sie bislang noch nicht, erklärt Dietzinger. Es solle aber direkt an die Jugendlichen und Kinder fließen. „Wir haben einen Jugendvorstand und eine Jugendversammlung, die dann natürlich auch mitbestimmen dürfen. Die meisten bei uns im Verein sind Kinder, die uns erklären, was sie sich für das nächste Jahr wünschen. Und da geht dann auch das Geld hin.“

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