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Umweltschutz:Alling bleibt beim Plastikbeutel

Die Mehrheit der Gemeinderäte hält abbaubare Tüten für die Hinterlassenschaften von Hunden für ungeeignet

Von Manfred Amann, Alling

Hundekotbeutel, ohne Plastik und abbaubar, sind für eine Gemeinde wie Alling "nicht praktikabel". Daher hat der Gemeinderat einen Antrag der Grünen abgelehnt, auf umweltfreundliche Sammeltüten umzustellen. Im Ergebnis waren sich die Ratsmitglieder aber einig, dass mehr Hundetoiletten aufgestellt werden sollen. Dabei wurde auch angeregt, eine Anhebung der Hundesteuer zu prüfen, um die Mehrkosten abzudecken.

Demonstrativ hatte CSU-Bürgermeister Stefan Joachimsthaler einen biologisch abbaubaren Kotbeutel mit Wasser gefüllt, um damit den Hauptgrund für die Ablehnung zu liefern. "Umweltfreundliche Beutel lassen Feuchtigkeit durch", zeigte der Rathauschef und erklärte, dass die Entsorgung dadurch deutlich erschwert würde. "Die zwölf Hundetoiletten auf Gemeindegebiet werden erfreulicherweise gut genutzt", informierte Joachimsthaler. Dafür brauche die Gemeinde jährlich etwa 104 000 Beutel, je Woche 2000. Die Sammelbehälter würden zwei Mal pro Woche geleert, um dann die im Jahr anfallenden 4,6 Tonnen Hundekot als Restmüll zu entsorgen. "Dies ist zwar keine schöne, aber eine relativ saubere Arbeit", sagte der Bürgermeister. Mit umweltfreundlichen, sich selbst abbauenden Beuteln, sei jedoch nicht auszuschließen, dass man nach jeder Entleerung die Toiletten reinigen müsse. Außerdem sei der Gestank den Bauhofmitarbeitern und auch den Hundehaltern nicht zuzumuten. Die Entsorgung würde außerdem deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen, als die derzeit berechneten sechs Stunden pro Woche.

Max Hennies (Grüne) indes fand die Demonstration nicht ganz treffend, denn aufgesammelter Hundekot sei niemals so flüssig wie Wasser. Außerdem seien andere Beutel aus nachwachsenden Rohstoffen im Handel, die nicht so wasserdurchlässig seien. In Germering würden solche Beutel bereits benutzt. Dadurch könnte man erreichen, dass sich leider immer wieder in die Landschaft geworfene Kotbeutel selbst auflösen und keine Plastikverschmutzung hinterlassen. Hennies begründete den Antrag auch damit, dass bei der Verbrennung der Hundekotbeutel aus Polyethylen (Plastik aus Öl gewonnen) Kohlendioxid frei gesetzt werde und damit dem Klimaschutz entgegenwirke. "Tüten aus verrottendem Material wären daher klar im Vorteil" sagte er und regte an, sich in Fürstenfeldbruck und Germering zu informieren, wo abbaubare Beutel verwendet würden.

"Hundehaltern fällt es dann aber auch leichter, Beutel wegzuwerfen, statt sie mitzunehmen und in die Toilette zu werfen", hielt Vizebürgermeister Hans Friedl (FW) dagegen. Florian Naßl (Dorfgemeinschaft Biburg-Holzhausen) wies ergänzend darauf hin, dass Hundekot im Grünfutter Tierkrankheiten hervorrufen könne und auch kein guter Dünger sei. "Man müsste Sünder sanktionieren", regte der Dritte Bürgermeister an. Hans Schröder (Allinger Bürgervereinigung) sprach sich dafür aus, mehr Hundetoiletten aufzustellen und zusammen mit Hundehaltern die Standorte dafür zu ermitteln. Auch Friedl hielt die Anzahl der Abfallbehälter für "zu wenig". Vor allem außerhalb der Ortsbereiche seien kaum welche vorhanden. Die Folge davon sei, dass gesammelter Hundekot irgendwann weggeworfen werde, statt die Beutel bis zum nächsten Sammelbehälter mitzunehmen.

© SZ vom 29.09.2020

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