Klima- und UmweltpreisSchnelle Hilfe für die Edelkrebse

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Der Tusculum-Graben in Emmering kurz nach der Renaturierung durch die Umweltvertretung Emmering.
Der Tusculum-Graben in Emmering kurz nach der Renaturierung durch die Umweltvertretung Emmering.
Umweltvertretung Emmering

Wie durch bürgerschaftliches Engagement ein zerstörter Bach in Emmering wieder zum wertvollen Lebensraum wird.

Von Ingrid Hügenell, Emmering

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6000 Euro Preisgeld sind bei der vierten Verleihung des Klima- und Umweltpreises von Bürgerstiftung, Süddeutscher Zeitung und Sparkasse für den Landkreis Fürstenfeldbruck vergeben worden – 2000 Euro in der Jugend-, 4000  in der Erwachsenenkategorie. Es gibt fünf Preisträger sowie einen undotierten Ehrenpreis. Die Preisträger werden in lockerer Folge in der SZ vorgestellt.

Was bürgerschaftliches Engagement leisten kann, zeigen die Preisträger, die auf dem mit 500 Euro dotierten dritten Platz gelandet sind: die Emmeringer Umweltvertretung. Sie haben durch schnelles, entschlossenes Handeln einen Lebensraum gerettet.

Vor fast genau einem Jahr ist in Emmering ein Bach ausgebaggert worden, der keinen offiziellen Namen hat, und in der Berichterstattung sowohl Lindenbach als auch Olchinger Bach genannt wurde. Der Eingriff ist brutal, die Gewässersohle stark eingetieft, die Ufer fast senkrecht abgebaggert. Naturschützer sind entsetzt. Das Schlimmste: Zahlreiche Edelkrebse werden bei der Aktion getötet. Die Tiere sind vom Aussterben bedroht. Der Bach und seine Bewohner scheinen unrettbar verloren.

So sah der Bach vor einem Jahr aus: viel zu tief ausgebaggert, die Ufer steil, nackte Erde.
So sah der Bach vor einem Jahr aus: viel zu tief ausgebaggert, die Ufer steil, nackte Erde.
Jana Islinger

Doch dann kommt Hilfe in Gestalt der Umweltvertretung. Diesem Gremium des Gemeinderats gehören als Vorsitzende Alexandra Ostermeier an, außerdem Dominik Lerch, Erna Kraus-Schreieck, Elisabeth Stengel, Robert Hoffmann und Roland Steinhauser. Ulrike Saatze ist als Umweltreferentin des Gemeinderats ebenfalls dabei.

Die Mitglieder der Umweltvertretung nennen den schmalen Graben den Tusculum-Bach. Das Gewässer ist so kurz, dass drei Namen fast übertrieben erscheinen – ein paar hundert Meter. Aber gerade das zeigt, dass selbst auf kleinstem Raum wertvolle Biotope vorhanden sein können. In dem Bach jedenfalls existierte eine der größten Edelkrebs-Populationen Bayerns. Mithilfe der Wörthsee-Fischer können einige Tiere gerettet und im unversehrten Oberlauf des Bachs wieder ausgesetzt werden. Zuvor muss eine Sachverständige untersuchen, ob die Tiere von der Krebspest befallen sind. Sie ist mit aus Amerika eingeführten Krebsen nach Europa gekommen und eine der Hauptursachen für das Verschwinden der heimischen Krebse.

Dann machen sich die Umweltvertreter an die Arbeit, den wenige hundert Meter langen Unterlauf instand zu setzen. Roland Steinhauser und Ulrike Saatze erklären ein Jahr später an Ort und Stelle, was alles passiert ist. Mehrere große Steine wurden eingebaut, sodass im Bach kleine Areale mit ruhigerem und schneller fließendem Wasser entstehen. Der Wasserspiegel wird angehoben – Fische und Krebse können wieder hin- und herwandern. „Dafür wurden Unmengen an Kies eingebracht“, sagt Steinhauser. Der ist auch wichtig als Laichgrund.

Norbert Gebhard (links) von der Bürgerstiftung würdigt als Laudator das Tun der Umweltvertretung Emmering. Dieser gehören an (von rechts):  Roland Steinhauser, Ulrike Saatze, Alexandra Ostermeier und Erna Kraus-Schreieck.
Norbert Gebhard (links) von der Bürgerstiftung würdigt als Laudator das Tun der Umweltvertretung Emmering. Dieser gehören an (von rechts):  Roland Steinhauser, Ulrike Saatze, Alexandra Ostermeier und Erna Kraus-Schreieck.
Jana Islinger

Die Ufer wurden mit Hanfmatten befestigt, damit die Erde nicht in den Bachlauf gelangen kann und alles verschlammt. Sie lösen sich nach und nach auf. Vier Schwarzerlen wurden am Ufer gepflanzt. Sie halten das Erdreich fest und spenden Schatten, der Bach soll nicht zu warm werden. Zwei bis drei Tage seien sie mit bis zu fünf Leuten „voll da“ gewesen, sagen Steinhauser und Saatze. Dann war die Renaturierung geschafft, der Bach sieht wieder wie ein halbwegs natürliches Gewässer aus. Die Auszeichnung mit dem Klima- und Umweltpreis ist nun der krönende Abschluss. Mit dem Preisgeld könnten nach der Vorstellung der Umweltvertreter Benjeshecken an Grünflächen finanziert werden.

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