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Türkenfeld:Zehn-Punkte-Programm

Der noch junge Ortsverband blickt mit seinem Wahlkampf-Slogan "Türkenfeld 2030 - lebenswert und nachhaltig" weit in die Zukunft.

(Foto: Sabeeka Gangjee-Well)

Die Grünen ziehen mit konkreten Forderungen in den Wahlkampf. Sie wollen mehr Begegnungsplätze und eine maßvolle Ansiedlung von Gewerbe

Von Manfred Amann, Türkenfeld

Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen kommt der ambitionierten Zielsetzung des Vorstandes, bei den Kommunalwahlen am 15. März möglichst in allen Städten und Gemeinden des Landkreises mit einer Kandidatenliste aufzuwarten, zügig näher. Nach Althegnenberg und Mammendorf ist es nun auch in Türkenfeld gelungen, ausreichend Bewerber für einen Sitz im Gemeinderat zu finden. In Alling wird am Montag erstmals eine Grünen-Liste aufgestellt. Nur vier Wochen nach der Gründung eines Ortsverbandes Türkenfeld konnte der Vorstand 16 Kandidaten und zwei Ersatzleute präsentieren. Fünf Kandidaten haben kein Parteibuch.

"Grüne Politik nun auch in Türkenfeld, das ist sehr erfreulich, denn es ist höchste Zeit, dass wir den westlichen Landkreis mehr begrünen", freute sich Bezirksrätin Gina Merkl, die mit ihrem Vorstandskollegen aus dem Kreisverband, Manuel Eberhart, die Wahl leitete. "Wir hatten nur wenig Zeit, aber mit Unterstützung des Kreisverbands haben wir die Formalien zur Zulassung gut hinbekommen", dankte Sabeeka Gangjee-Well, die den neuen Türkenfelder Ortverband leitet und nun auch die Kandidatenliste anführt. "Ich bin eine Mutter von drei erwachsenen Kindern und in erster Linie Hausfrau und manage eine Musikgruppe", sagte die 51-Jährige aus dem Ortsteil Zankenhausen, die seit 2014 für die Dorfgemeinschaft Türkenfeld-Zankenhausen im Gemeinderat mitwirkt.

Ein harmonisches Gemeinschaftsleben, konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat, mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung sowie eine Ortsentwicklung mit Maß und Rücksicht auf Mensch und Natur sind ihre wichtigsten Anliegen. Einen Bürgermeisterkandidaten stellen die Grünen nicht. "Dafür sind wir als Ortsverband noch zu jung", erklärte dazu eines der mittlerweile elf Mitglieder. Da mehr Frauen als Männer kandidieren, kann die bei den Grünen obligatorische alternierende Besetzung von Frauen und Männern im Wechsel nicht durchgängig eingehalten werden. Wie sich bei der Vorstellung der Kandidaten zeigte, kommen die Bewerber aus allen Altersschichten von 20 bis 70 Jahren, vom Studenten bis zum Ingenieur und zur Gymnasiallehrerin im Ruhestand.

Etwa 50 Interessierte, auch von den Fraktionen im Gemeinderat, waren in den Linsemann-Saal gekommen und erlebten vor der Aufstellung der Kandidaten eine zügige Präsentation der wichtigsten Ziele, mit denen die Grünen unter dem Motto "Türkenfeld 2030 - lebenswert und nachhaltig" im Wahlkampf punkten wollen. Dazu hatten die Bewerber in kurzer Zeit ein Zehn-Punkte-Programm erarbeitet, das alle Lebensbereiche umfasst und auch konkrete Vorschläge beinhaltet. Es wird zum Beispiel eine Stärkung des Miteinanders angestrebt, indem im Gemeindegebiet mehr Begegnungsplätze geschaffen werden. Konkret wünschen sich die Grünen für den Spielplatz am Höllbach eine Wasserstelle. Der Höllbach soll überdies, wo es möglich ist, renaturiert werden. Nachhaltiges Handeln bei gemeindlichen Vorhaben und der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie mehr Verkehrssicherheit sind weitere Ziele.

Angestrebt wird auch, auf dem Gemeindegebiet mehr verträgliches Gewerbe anzusiedeln, um die Finanzkraft dauerhaft zu stärken und Arbeitsplätze zu schaffen. Dazu wollen die Grünen das Sportgelände im Gewerbegebiet in den Bereich der Schule verlegen, damit es auch von den Schülern genutzt werden kann. Das frei werdende Areal könnte dann in Gewerbeflächen umgewandelt werden. Ferner wollen sich die Kandidaten für die Anlage eines Fußgänger-Wegenetzes und für Maßnahmen zum Klimaschutz einsetzen. So sollen mögliche Folgen von Extremwetterlagen wie Überschwemmungen nach Starkregen verhindert werden.

Die 16 Kandidaten wurden in einem Block einstimmig von neun Mitgliedern gewählt.

Die Grünen-Liste in Türkenfeld: 1. Sabeeka Gangjee-Well 2. Florian Larisch 3. Irmgard Meßner 4. Jürgen Brix 5. Lara Kirsty Wörle 6. Rainer Griek 7. Regine Wisch 8. Johann Aigner 9. Amelia Valdez Zegarra 10. Claudia Straßmann Ulbrich 11. Marianne Gallen 12. Helmut Obländer 13. Emilia Staffler 14. Thomas Walter 15. Andrea Coturier 16. Jürgen Bernhard

© SZ vom 03.12.2019

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