Tourismus in Bruck Rekord bei den Übernachtungen

Noch nie sind so viele Gäste in die Kreisstadt gekommen wie 2013. Magnet ist vor allem das Veranstaltungsforum. Mit Führungen soll künftig verstärkt die Innenstadt in den Blickpunkt der Besucher gerückt werden.

Von Stefan Salger

Die Anstrengungen der Kreisstadt, sich herauszuputzen und damit auch mehr Ausflügler und Touristen anzulocken, tragen offenbar Früchte. Oberbürgermeister Sepp Kellerer (CSU) hat am Freitag durchaus ermutigende Zahlen vorgelegt. So stieg die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent auf nunmehr gut 53 000. Ein Spitzenwert, der bislang lediglich im Jahr 1991 annähernd erreicht worden ist. Die Entwicklung entspricht damit dem Trend in ganz Oberbayern.

Kellerer sieht sich damit auf seinem Weg bestätigt, aktiv um die Gäste zu werben. So nimmt Bruck in den zurückliegenden Monaten und Jahren eine immer aktivere Rolle ein: Gemeinsam mit dem Landkreis wurde ein Gastgeberverzeichnis herausgegeben, zudem wurde unter dem Titel "Fürstenfeldbruck entdecken" eine grafisch hochwertige Tourismusbroschüre publiziert, Audioguides erstellt und im Zuge des Klosterjubiläums auch die vielen Hinweisschilder aufpoliert. Kellerer lässt freilich auch durchblicken, dass er sich über mehr Unterstützung durch Hotellerie und Gastronomie freuen würde. So glaubt er, dass mehr Menschen für die landschaftlichen Vorzüge der Stadt und ihres Umfelds begeistert werden könnten, wenn sie sich beispielsweise in ihrem Hotel Räder ausleihen könnten - denn die Kreisstadt liegt ziemlich genau in der Mitte des Ammer-Amper-Radwegs, dessen Zertifizierung bevorsteht. Vor allem Radfahrer und Kulturtouristen will der OB in den Blick nehmen. "Wir sind recht gut dabei", bestätigt auch Claudia Metzner, die sich im Rathaus seit drei Jahren um den Tourismus kümmert.

Der OB räumt freilich auch ein, dass die weiteren Entfaltungsmöglichkeiten der Kreisstadt überschaubar sind. Wuchern kann sie vor allem mit zwei Pfunden: der Nähe zu München und dem Veranstaltungsforum Fürstenfeld. Eine "klassische Touristenstadt" sei man aber ebenso wenig wie eine Einkaufsstadt, so Kellerer, "und wir haben halt keine Altstadt wie beispielsweise Dachau".

Nun will die Stadt versuchen, mit Angeboten für ausgewählte Nischen und Zielgruppen mehr Gäste nach Fürstenfeldbruck zu locken. Ob es damit gelingen wird, die durchschnittliche Verweildauer von 1,9 Tagen zu steigern, ist freilich ungewiss. Denn die für Tourismus zuständige Stelle im Rathaus setzt vor allem auf Stadtführungen. Seit Oktober 2012 geleiten 14 Stadtführer ihre Gäste durch die Stadt, insgesamt gab es 27 solcher Veranstaltungen. Das Angebot von fünf"klassischen Führungen" wird nun erweitert. Dabei werden vor allem die Bedürfnisse von Kindern in den Blickpunkt genommen. Die Stadt will diese Stadtführungen mehr ins Bewusstsein der Brucker und der auswärtigen Gäste rufen und bietet auch entsprechende Geschenkgutscheine an. Eine Broschüre mit dem gesamten Programm liegt in Fürstenfeld, in Hotels, im Rathaus, der Bibliothek sowie in zahlreichen weiteren städtischen Einrichtungen aus. Auch im Münchner Umland wurden bereits 3000 Exemplare der Broschüre verteilt.

Die SZ verlost fünf Gutscheine für Stadt- oder Themenführungen für jeweils zwei Personen. Wer teilnehmen will, kann bis Montag, 14. April, 12 Uhr eine E-Mail mit seiner Postanschrift und dem Betreff "Stadtführung" schicken an lkr-fuerstenfeldbruck@sueddeutsche.de