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Tierschicksal:Hirsch Dieter ist tot

Dieter, wie ihn Georg Huber in Brandenburg fotografiert hat.

(Foto: Georg Huber/oh)

Auf dem Puchheimer Kreuthof herrscht Bestürzung. Die Todesursache ist unklar

Dieter, der prachtvolle Rothirsch, ist tot. Das Tier, das erst am Donnerstag von einem ökologischen Zuchtbetrieb in Brandenburg auf den Puchheimer Kreuthof gekommen war, sei zunächst sehr vital gewesen, berichtet Landwirt Georg Huber. Am Sonntag jedoch habe es krank gewirkt. Da der Hirsch niemanden an sich herangelassen habe und eine weitere Sedierung zu riskant gewesen wäre, habe er mit dem Züchter Hartmut Star, einem ausgewiesenen Hirschexperten, beschlossen, erst einmal abzuwarten. "Er hat auch ganz normal wiedergekäut", sagt Huber, und Kot abgesetzt habe der Hirsch auch.

Am Montag aber sei es Dieter dramatisch schlechter gegangen. Auch der Tierarzt konnte nicht mehr helfen. Dieter verendete auf der Weide. "Wir haben keine Chance gehabt, ihm zu helfen", sagt Huber. Was die genaue Todesursache ist, ist unklar. Huber wollte den Hirschen nicht untersuchen lassen. Er vermutet, der Stress des Transports, die dafür notwendige Sedierung und das im Vergleich zu Brandenburg fette Futter auf Hubers Weide könnte die tödliche Übersäuerung im Magen-Darm-Trakt des Hirschen ausgelöst haben. Nicht auszuschließen sei, dass der Hirsch von Spaziergängern mit etwas gefüttert wurde, was er nicht vertrug. Huber zufolge pilgern viele Menschen zu der Weide, darunter auch Unvernünftige, die die Tiere fütterten. Das stelle auch für die 20 Hirschkühe eine tödliche Gefahr dar. Der Landwirt hat nun weitere Schilder bestellt, die überall am Hirschgatter angebracht und auf die Gefahr durch nicht sachgemäße Fütterung hinweisen werden. Schon eine Semmel könne für die empfindliche Verdauung der Wiederkäuer zu viel sein. Den Hirschkühen gehe aber es gut, sagt Huber "die sind super vital". Der Landwirt, alle Familienangehörigen, Mitarbeiter und alle, die Dieters Geschichte verfolgten, sind tief erschüttert. Als er den toten Dieter habe daliegen sehen, seien ihm fast die Tränen gekommen. "Ewig schad' ist es um das Viech. Es ist grauenhaft."

Der vierjährige Rothirsch sollte sich im kommenden Jahr mit den Hirschkühen paaren. Huber will eine Herde mit bis zu 45 Tieren aufbauen, zur Fleischverwertung. Die Hirschkühe sind bereits auf dem Brandenburger Gut Hirschaue gedeckt worden, allerdings nicht von Dieter. Dieter hat Huber selbst dort ausgesucht. Er war nach dem Schwiegervater benannt, der ebenfalls aus Brandenburg stammt.