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Theater in Gröbenzell:Anders als die Alten

Laienbühne Sankt Max

Nehmen die Dinge selbst in die Hand (von links): Theresa Lang als Sabine Semmler und Toni Weber als Charly Bröslmeier.

(Foto: Laienbühne St. Max)

Laienbühne St. Max startet mit "Bleib cool, Mama"

Jede Generation hat ihre Eigenheiten, doch eines haben sie alle gemeinsam: Sie wollen anders sein als die Generation vor ihnen. Dafür steht das aktuelle Stück der Laienbühne St. Max in Gröbenzell, das diesen Freitag Premiere feiert: "Bleib cool, Mama", von Ulla Kling.

"Es ist ein Stück, das aufzeigt, wie die Jugend ganz überraschend selbst Dinge in die Hand nimmt", sagt Regisseur Claus Kiermeier. Und das Stück ist nah dran an der Realität - auch bei der Laienbühne nimmt die Jugend die Dinge selbst in die Hand: Seit dem Generationenwechsel im März stehen Toni Weber und Anna Verges-von Thold an der Spitze des Vereins.

Dass das erste Stück in der neuen Aufstellung Generationenunterschiede thematisiert, ist also kein Zufall. Entscheidender war für den ersten Vorstand Toni Weber jedoch, dass "Bleib cool, Mama" ein humorvolles Stück ist: "Die Leute sollen ins Theater gehen und einfach lachen und einen entspannten Abend verbringen." In ohnehin nicht ganz rosigen Zeiten müsse nicht jedes Theaterstück eine Botschaft vermitteln oder zum Nachdenken anregen, sagt Weber.

Für Regisseur Claus Kiermeier gibt es einen weiteren, persönlichen Grund für die Wahl von "Bleib cool, Mama": Als die Laienbühne das Stück 1992 schon einmal aufführte, war er nicht da - ansonsten hat er seit der Gründung des Vereins jedes einzelne Stück miterlebt. Nun will er es selbst auf die Bühne bringen und an die heutige Zeit anpassen.

Vor allem modische und sprachliche Veränderungen ("Der Ehrenmann kommt natürlich vor") transformieren das Stück aus den Siebzigerjahren ins Jahr 2019. Es geht um die Familie Bröslmeier, um Jugendliche, die eine Wandlung durchlaufen und sich gegen die Eltern auflehnen - um den ganz normalen Familienwahnsinn also. Während Vater Bröslmeier sich nicht damit abfinden kann, dass heute alles anders ist als früher, findet Regisseur Kiermeier: So anders ist es gar nicht. Die Konflikte seien auf jede Generation übertragbar, die Grundmechanismen haben sich wenig verändert. Bei den Vorbereitungen habe er oft mit seiner Regieassistentin Inge Weber schmunzeln müssen, weil ihnen viele Situationen bekannt vorkamen - aus neuen wie aus alten Zeiten. "Oft geht es ja nur um den Protest gegen das Spießertum der Eltern", sagt Kiermeier. "Oder um das Anderssein, nur um anders zu sein." Das Stück "Bleib cool, Mama" ist also zeitlose Kultur.

Anders sein wollen auch die neuen Vorstände des Vereins: Alte eingefahrene Strukturen sollen aufgemischt werden, sagt Toni Weber. Der Fokus soll stärker auf das Thema Schauspielerei und den sozialen Aspekt gelegt werden. Der Austausch mit dem alten Vorstand sei dennoch wichtig, um Erfahrungen auszutauschen und von Hintergrundwissen zu profitieren.

Das Generationenthema wird die Laienbühne auch in Zukunft begleiten: Das Team will den älteren Kern bewahren und gleichzeitig die Verjüngung vorantreiben, indem neue jüngere Mitglieder angeworben werden. Dann klappt die Zusammenarbeit der verschiedenen Generationen im Verein hoffentlich mindestens so gut wie im Theaterstück.

Das Stück "Bleib cool, Mama" wird im Kardinal-Döpfner-Saal der Pfarrei Sankt Johann Baptist in Gröbenzell aufgeführt. Premiere ist am Freitag, 18. Oktober, um 19.30 Uhr. Weitere Aufführungstermine: 19., 25. und 26. Oktober, 8., 9., 15. und 16. November jeweils um 19.30 Uhr, sowie am 27. Oktober und 10. November um 16 Uhr. Der Eintritt kostet zwölf Euro, ermäßigt neun. Mehr Informationen unter: www.sankt-max.de.

© SZ vom 17.10.2019

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