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Tennismatch:Rasantes Tennis in Olching

Teilnehmer aus dem Landkreis scheiden in der ersten Runde aus

Daniel Baumann dominierte das Tennismatch bei den Olching Open gegen den Straubinger Sebastian Schiessl vor allem mit seinen krachenden Aufschlägen. Die Zuschauer auf der Terrasse vor dem Centre Court des Tennisclubs Olching in der Amperau applaudierten Baumanns Spielstärke mehrmals anerkennend. 6:1 und 6:3 gewann der Turnierfavorit vom Tennisclub Ismaning sein Viertelfinale gegen Schiessl und marschierte bis ins Finale durch.

Dort verlor er gegen Hannes Wagner vom TC Großhesselohe. Mit dem Ausgang der Wettbewerbe bei den Frauen und Männern hatten die Tennisspieler aus dem Landkreis zu diesem Zeitpunkt schon längst nichts mehr zu tun. Denn sowohl für Matt Kudzub (TC Olching) wie auch für die Eichenauer Brüder Hendrik und Yannik Kalarus endete gleich das erste Spiel mit einer Niederlage. Dem Trio war es hoch anzurechnen, dass sie sich der starken Konkurrenz stellten. Denn andere verzichteten gleich ganz darauf. Wer noch einen Beleg dafür suchte, dass das Landkreis-Tennis leistungsmäßig am Boden liegt, bekam ihn bei den Olching Open nachhaltig serviert. Weder aus den ehemaligen Tennishochburgen Germering, noch aus Puchheim, Fürstenfeldbruck, Gernlinden oder Gröbenzell traute sich jemand anzutreten. "Ich habe keine Erklärung dafür", sagte Turnierleiter Marco Tesche. Schon in den vergangenen Jahren seien nur wenige Spieler aus den Landkreisen dabei gewesen.

"Wir sind dabei, wieder verstärkt Nachwuchs aufzubauen", sagt Heiko Tesche, der Vereinschef der 270 Mitglieder des TC Olching. Sein Verein stehe auch in Konkurrenz zu zwei weiteren Tennisvereinen in der Stadt, werde doch auch in Esting und in Geiselbullach Tennis gespielt. Hundert Kinder würden beim TCO trainieren und sechs Jugendmannschaften am Spielbetrieb teilnehmen. Der Verein hätte ganz erfolgreich Tennis in den ersten und zweiten Klassen der Olchinger Grundschulen vorgestellt. Bis der Nachwuchs erwachsen ist, würde es jedoch noch dauern. Da müsse man eben Geduld haben.

Geduld muss auch Daniel Baumann haben. "Ich will immer noch Profi werden", sagt der 21-jährige Rechtshänder entschlossen. Bisher hat es nicht geklappt, wie gewünscht. Er ist momentan nur die Nummer 54 in der Rangliste des Deutschen Tennisbundes (DTB). Mit 14 Jahren wechselte der Augsburger, der jetzt in München wohnt, ins Internat der Tennis-Base des Bayerischen Tennis-Verbandes nach Oberhaching, um Profi zu werden. Im dortigen BTV-Leistungszentrum dreht sich alles darum, junge Spieler auf die Profilaufbahn zu schicken, doch die wenigsten schaffen das. "Ich bin wohl ein Spätstarter", sagt Baumann, "ich gebe mir Zeit." Momentan verdient er seinen Lebensunterhalt neben einem Job als Tennislehrer eines Sporthauses mit den Preisgeldern bei kleinen Turnieren, beim zweiten Platz in Olching konnte er sich 400 Euro sichern.

Das ansehnliche Preisgeld macht die Zugkraft des Turniers aus, so dass auch Spielerinnen und Spieler aus dem fernen Reutlingen, Bad Kreuznach oder sogar aus Dresden anreisen. Nur Vorjahressiegerin Laura-Ioano Andrei sorgte bei Turnierleiter Tesche für Verdruss. Die spielte doch lieber in Prag, weil das Preisgeld dort wohl höher war, als die 600 Euro in Olching - die sicherte sich dafür Julia Wagner vom TC Großhesselohe.

© SZ vom 05.09.2016
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