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Tanz:Tango mit dem Hausorchester

Tango Puc

Neben Improvis Tango spielt an diesem Abend die argentinische Band El Muro Tango zum Tanz.

(Foto: Frank Wunderer/oh)

Zum Ende der Saison lädt das Puc noch einmal zum Tanzen ein

Es wirkt ein wenig, wie aus der Zeit gefallen: ein großes Orchester spielt live zum Tanz, Dutzende Paare bewegen sich dazu über die Tanzfläche. Doch es ist keine Zeitreise ins Berlin der Zwanziger- und Dreißigerjahre, was regelmäßig im Puc stattfindet. Und getanzt wird dort auch nicht Swing, sondern Tango. Seit vier Jahren nun finden die "Getanzten Konzerte" des "Jahreszeiten Tango" unter der Leitung von Frank Wunderer statt. An diesem Samstag geht die Saison mit der argentinischen Band El Muro Tango zu Ende.

"Das Tanzen zur Livemusik ist ja nicht so in Mode, wie im Berlin der Dreißigerjahre, als es Hunderte Liveorchester gab. Wir haben unsere Inspiration aus den Ländern, aus denen der Tango kommt. Da sind solche Veranstaltungen gang und gäbe", sagt Wunderer, der selbst passionierter Tänzer ist. "Ich war schon auf Tangofestivals, da werden Strände und Straßen zu Tanzlocations gemacht." Die etwa 150 Besucher, die zu jeder der Veranstaltungen kommen, zeigen, dass er damit offenbar einen Nerv getroffen hat. Die Tangoszene ist gut vernetzt, es kommen Tänzer aus dem Landkreis, aus München und bis Regensburg.

"Ich tanze selbst gerne Tango und ich leite mit den Bluestrings ein Jazzorchester. Meine Idee war, beides zusammen zu bringen", erzählt Wunderer. Heraus gekommen sind die Idee des "Jahreszeiten Tango" - und Improvis Tango, eine Band aus aktuellen und ehemaligen Mitgliedern der Bluestrings, die die Abende im Wechsel mit den eingeladenen Gastensembles gestalten. "Mein großes Ziel ist es, Improvis Tango als Hausorchester zu etablieren, so wie es das im Swing gibt: Eine Hausband, die sich immer Gastmusiker einlädt." Mittlerweile haben Improvis Tango sich einen so guten Ruf erarbeitet, dass sie bereits für eigenständige Konzerte engagiert worden sind.

Nicht weniger begeistert als die Zuhörer sind die international bekannten Bands, die beim Jahreszeiten Tango mit den Nachwuchsmusikern spielen. "Die haben immer eine große Achtung vor dem, was wir machen, vor der Jugendarbeit, die wir hier anbieten. Und die haben auch immer richtig Lust, mit uns gemeinsam zu spielen. Vor allem finden sie toll, wie authentisch wir uns mit der Musik beschäftigen."

Für die Konzerte wird die typische Bestuhlung des Puc beiseite geschafft, in der Mitte gibt es eine große Tanzfläche. Allerdings stehen an den Seiten einige Stühle, von denen auch Besucher, die zwar die Musik lieben, aber nicht selbst tanzen möchten, das Konzert verfolgen können. "Deshalb nennen wir es bewusst auch getanztes Konzert. Es ist einfach ganz fantastisch. Wer will, kann auch nur sitzen und die Musik genießen. Natürlich schlürfen die Füße über den Boden, aber wer sich davon gestört fühlt, der muss eben in die Philharmonie gehen. Ich finde zu Tanzmusik gehört auch Bewegung dazu", sagt Wunderer.

Dennoch ist es ihm wichtig, dass sich die Musik auch richtig gut anhört. Das zeigt sich nicht nur an der Qualität der eingeladenen Bands, sondern auch an Kleinigkeiten, wie etwa, dass es für das Konzert einen echten Flügel gibt und nicht etwa ein E-Piano.

Los gehen die Tango-Abende jeweils gegen 21 Uhr mit Livemusik. Doch schon vorher läuft Musik, die Besucher können jederzeit kommen und gehen, es herrscht eine lockere Atmosphäre. Insgesamt vier Sets werden gespielt, drei von den Gastbands, eines von Improvis Tango. "Viele Besucher tanzen bis halb zwei in der Nacht. Es ist dann wirklich so, dass der DJ der nach den Bands auflegt, den Leuten sagen muss, dass es nun aber wirklich die letzte Runde ist. Ich glaube manch einer würde sonst die ganze Nacht weiter tanzen."

"Jahreszeiten Tango" mit El Muro Tango und Improvis Tango, Samstag, 20. Juli, von 21 Uhr an im Puchheimer Kulturzentrum. Eintritt an der Abendkasse 23, ab 23 Uhr 15 Euro.