Tag der offenen Tür Driven und putten

Neben der richtigen Ausrüstung vertraut mancher Golfspieler auch auf ein Maskottchen.

(Foto: Günther Reger)

Der Golfclub Olching präsentiert sich der Öffentlichkeit

Von Eirik Sedlmair, Olching

Hier am Stadtrand von Olching fühlt man sich fast an das Auenland in "Der Herr der Ringe" erinnert. Grüne Hügel ziehen sich über das Gelände und - wie in Tolkiens Werken - säumen viele Erdlöcher die Landschaft. Doch in diesen Löchern wohnen keine Hobbits, so klein sind sie dann doch nicht. Die 18 Löcher, die sich durch die Auenlandschaft von Olching ziehen, sind mindestens zehn Zentimeter tief und haben einen Durchmesser von 108 Millimeter. Und das, was sie zumindest kurzfristig beherbergen, sind kleine weiße Bälle, ungefähr 46 Gramm schwer, mit kleinen Dellen auf der Oberfläche versehen, Golfbälle. Denn in der Feursstraße in Olching steht das Vereinsgelände des Golfclubs Olching. Dieser lud am Samstag zum Tag der offenen Tür ein. Bei gutem Wetter kamen Menschen aller Altersgruppen auf das Vereinsgelände, um sich zeigen lassen, wie man den Ball mit Drive Hunderte Meter weit über den Platz schlägt oder mit dem Putter geschickt aus wenigen Metern einlocht.

Timmy Spurgeon steht am Abschlag von Loch eins. Er ist seit 30 Jahren Trainer im Verein, und als solcher versucht er auch heute, den Laien das Golfspielen beizubringen. Spurgeon läuft hinter den Spielern auf und ab, vor ihm schlagen manche den Schläger in den Boden, der Ball hüpft ein paar Zentimeter weit. Andere treffen den Ball voll, mit einem Geräusch, das sich so ähnlich wie ein Zungenschnalzen anhört, fliegt der Ball einige Meter und landet auf dem satten Grün. "Wichtig ist, dass der Schläger nicht komplett durchschwingt", sagt Spurgeon. Man müsse den Schläger möglichst auf dem Boden halten, er darf nicht nach oben ausschwingen, dann ist ein gelungener Schlag möglich. Und dafür braucht es Konzentration, Körperbeherrschung und natürlich Übung.

Das alles braucht man auch beim Putten, dem Versenken des Golfballs aus wenigen Metern. Diese letzte Etappe ist beim Golf meist die entscheidende. Hier zeigt sich, ob man das jeweilige Loch mit möglichst wenig Schlägen schafft. Und deswegen steht Robert Stephan auf dem Übungsgrün des Olchinger Golfclubs und zitiert einen bekannten Satz aus dem Golfsport: "You drive for show, but putt for dough." Auf Deutsch bedeutet das frei übersetzt: Der Drive - der weite Abschlag, bei dem der Ball mehrere Meter weit und hoch fliegt - sieht schön aus, ist aber Show. Wirklich entscheidend ist das Putting, es sorgt für die Knete, das Preisgeld. Stephan sagt, das Putting werde oft unterschätzt, obwohl es so wichtig sei: "Für das Putten braucht man unglaublich viel Gefühl." Gefühl für den Schläger, für die Härte, mit der man den Ball schlägt, und auch Gefühl für das jeweilige Grün. Das sei auf jedem Platz anders und man müsse sich jedes Mal neu anpassen. Stephan ist erst seit einem Jahr im Olchinger Golfclub, vorher spielte er in Ebersberg. Aber das war ihm, der in der Stadtmitte Münchens wohnt, ein zu weiter Weg. "Außerdem ist der Platz hier schöner", sagt der 53-Jährige.

Der Platz in Olching wurde 1981 errichtet, 2012 und 2013 wurde er erneuert. Vereinsmitglieder wie Robert Stephan, die zum Golfspielen von München nach Olching pendeln, passen zum Anforderungsprofil des Golfclubs. Der Verein sei zwar in Olching verankert, schreibt er auf seiner Website, sehe sich aber als Golfclub des Münchener Westens. Die Präsidentin des Clubs ist sei knapp zwei Wochen Martina Drechsler, stellvertretende Landrätin von Fürstenfeldbruck. Sie selber golft seit 2005. Aktuell hat der Verein etwa 600 aktive Mitglieder. Eine Vereinsmitgliedschaft kostet einmalig 4000 Euro, dazu kommt eine Jahresspielgebühr von 2100 Euro. Der dem Tag der offenen Tür dient dazu, neue Spieler zu gewinnen. "Und wir hoffen, dass die Leute ihre Hemmschwelle überwinden", sagt sie. Dem Golfsport hafte immer noch das Klischee an, ein Sport zu sein für die Reichen und Schönen. Doch das stimme nicht mehr, sagt sie: "Der Golfsport ist ein Breitensport."