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Tag der Deutschen Einheit:Mit Ilse Aigner auf der Bühne

Zehn Kinder aus der Wittelsbacher Mittelschule in Germering haben im Hofgarten ihren großen Auftritt. Sie geben den Startschuss für einen Schülerwettbewerb.

Aline Seitz

Es ist ein großer Tag für die Schülerinnen und Schüler, aber auch für die Lehrerinnen der Wittelsbacher Mittelschule: Zehn Fünft- und Siebtklässler dürfen im Rahmen des Bürgerfestes zum Tag der Deutschen Einheit mit Ilse Aigner, der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, auf der Bühne der Bundesregierung in München stehen.

Die Kinder wurden eingeladen, mit ihr die Aktion "Echt Kuh-l !" zu starten. Der bundesweite Schülerwettbewerb ruft dazu auf, sich mit dem Thema "Lebensmittel - Zu gut für die Tonne" zu beschäftigen und Reportagen, Bilder oder andere kreative Aktionen und Beiträge zu entwickeln. "Echt Kuh-l" setzt überwiegend Schwerpunkte in den Themenbereichen nachhaltige Landwirtschaft, Ernährung und Ökolandbau.

Dass die Teilnahme am Wettbewerb sehr gut bei den Kindern ankommt, weiß Lehrerin Manuela Recke, die mit ihrer Klasse heuer am neuen Wettbewerb teilnimmt, aus Erfahrung. Planen, sich zusammensetzen, die Gruppenführung übernehmen, all das seien positive Lerneffekte des Wettbewerbs. Zudem wird die Teamfähigkeit gefördert, indem Recke Zweierteams mit einem schwächeren und einem stärkeren Schüler bildet, um sich zu helfen und sich ergänzen zu können.

Die Arbeit an dem Beitrag ist fächerübergreifend. Im Fach Kunst werden Bilder gemalt, im Fach Deutsch Berichte geschrieben. Da kann es schon mal sein, dass ein Beitrag für den Wettbewerb in Deutsch benotet wird, wobei der Rahmen, in dem das geschieht, für die Leistung der Schüler sehr förderlich sein kann. Oliver fasst das so zusammen: "Es war schon viel Arbeit, aber es war auch schön." Und der Hauptgewinn, eine Reise nach Berlin, motiviere die Schüler noch zusätzlich, gute Leistungen zu bringen.

Doch heute, im Münchner Hofgarten, denken die Schüler nur an ihren wichtigen Auftritt. In fesche Dirndl gekleidet geben die Mädchen zu, dass sie schon ein wenig aufgeregt sind. Recke begleitet die Gruppe mit den Lehrerinnen Johanna Kreiser und Ulrike Speide, sowie mit der pensionierten Lehrerin Gabi Samiller, die mit ihren ehemaligen Klassen an den Wettbewerben teilgenommen hat. Nach einem gemeinsamen Mittagessen wird noch einmal das wichtigste besprochen: Tamara, Oliver und Buhan aus der siebten Klasse werden die drei Trophäen der Schule in der Hand halten. "Wie heißt die Ministerin?", fragt Recke noch einmal sicherheitshalber. "Frau Aigner", antworten die Schüler. Das Wichtigste wäre damit also geklärt.

Nun noch die T-Shirts mit dem Aufdruck des Wettbewerbsnamens angezogen und erste Bekanntschaften mit Aigner und Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière gemacht. Auf der Bühne spricht Aigner dann von einem "wunderbaren Fest und einem bewegenden Festakt", erklärt die Bedeutung der Nachhaltigkeit und wie wichtig es sei, nicht mehr zu entnehmen als wieder nachwachse. "Lebensmittel sind kostbar und deshalb zu gut für die Tonne", sagt sie den Mittelschülern aus Germering. Mit einem persönlichen Beispiel verdeutlicht die Bundesministerin, dass man nicht alles wegwerfen muss, sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Wobei sie einräumt, dass das fünf Jahre abgestandene Bier, das sie in einer Sendung bei Günther Jauch aufgetischt bekam, nicht mehr ganz schmackhaft war.

Im Anschluss an den gemeinsamen Auftritt auf der Bühne, lassen die Schüler zusammen mit Ilse Aigner vor dem Pavillon Luftballons fliegen und starten auf diese Weise symbolisch den Wettbewerb. An den Ballons sind Postkarten angebracht, welche die Finder mit Chance auf einen Preis an die angegebene Adresse schicken können. Sichtlich erleichtert sind alle Beteiligten der Wittelsbacher Mittelschule, als die Ballons langsam Richtung Himmel steigen.

© SZ vom 04.10.2012

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