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SZ-Serie: Bodenschätze, Folge 15:Der Schatz am Ende des Regenbogens

Regenbogenschüsselchen

Das Regenbogenschüsselchen ist der erste archäologische Fund im Landkreis. Entdeckt hat die Münze ein Schweinehirt im Juni 1763.

(Foto: oh)

Eine Münze aus Grunertshofen, ältester archäologischer Fund im Landkreis, erklärt, wie sich die Legende entwickelt hat

Überall im Brucker Land sind unter der Erde Schätze verborgen, die viel über die Entwicklung des Landkreises und der menschlichen Zivilisation erzählen. Mit seiner weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannten archäologischen Abteilung schafft es der Historische Verein, dass diese Schätze geborgen, erforscht und erhalten werden. In einer großen Ausstellung präsentiert der Verein nun in jeder Kommune mindestens ein für den Ort bedeutendes Fundstück. In einer SZ-Serie werden alle Ausstellungsstücke einzeln vorgestellt.

Jedes Kind kennt die Geschichte vom Schatz am Ende des Regenbogens. Doch wie ist diese Legende entstanden? Ein kleiner Grund aus Grunertshofen liefert die Erklärung: ein sogenanntes Regenbogenschüsselchen. Es handelt sich um eine keltische Münze aus der Zeit zwischen 175 und 115 vor Christus. Entweder weil sie Kultgegenstände waren oder zum Schutz vor Dieben haben die Menschen damals diese Münzen oft in größeren Mengen unter der Erde vergraben. Als im Mittelalter diese Depots, in denen teilweise mehrere Hundert Münzen waren, gefunden wurden, konnten sich die Menschen diese für sie unbekannten Goldstücke nicht erklären. Schnell entstand die Legende, ein solcher Goldschatz würde dort entstehen, wo ein Regenbogen die Erde berührt.

Mittlerweile weiß die Forschung allerdings, dass es so nicht gewesen ist. Die Kelten, die ab dem vierten Jahrhundert vor Christus als Söldner und Eroberer bis nach Kleinasien gekommen sind, sind dort mit dem Münzwesen in Berührung gekommen. In Kleinasien wurden die ersten Münzen bereits im sieben Jahrhundert vor Christus geprägt. Zurück in der Heimat, begannen die Kelten dieses System zu imitieren. Das lässt sich auch an den Motiven der ersten Münzen erkennen, auf denen beispielsweise abgewandelte griechische Motive zu finden sind, dazu Darstellungen von Löwen und Palmen. Mit der Zeit entwickelt sich allerdings eine für die jeweiligen Regionen eigene Formensprache.

Hergestellt wurden die Münzen mit sogenannten Tüpfelplatten. Auffällig ist, dass bereits damals penibel darauf geachtet wurde, dass alle Münzen das gleiche Gewicht haben. Da aus der Anfangszeit der keltischen Münzprägung nur Münzen von gleicher Größe bekannt sind, gehen die Forscher davon aus, dass sie zu diesen Zeitpunkt noch nicht als Zahlungsmittel verwendet worden sind.

Das in Moorenweis ausgestellte Regenbogenschüsselchen ist übrigens der älteste archäologische Fund im Landkreis. Am 15. Juni 1763 hat es der Schweinehirt Mathias Mayer auf einem Feld gefunden. Zwei Wochen später hat es ihm der Posthalter Franz Jacob Weiß abgekauft, für vier Gulden und acht Kreuzer. Seitdem befindet sich die Münze im Besitz der Brucker Familie Weiß

Ausstellung "Bodenschätze" des Historischen Vereins, bis 27. September. Das Regenbogenschüsselchen ist zu sehen in der Raiba Westkreis, Landsberger Straße 3 in Moorenweis. Geöffnet Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 12 Uhr. Zusätzlich montags und dienstags von 14 bis 18.30 Uhr und freitags von 8.30 bis 15 Uhr. Alle Ausstellungsorte finden sich im Internet unter www.historischer-verein-ffb.de. Erschienen ist zudem ein lesenswerter Katalog.