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SZ-Interview mit Mic Donet:"Klingt fast wie Michael Jackson"

Der aus Olching stammende Musiker spricht über die kleinen Schritte seiner Karriere, große Künstler und den Schlagersänger Heino, der ihm in die Quere gekommen ist.

Als Musiker nennt er sich Mic Donet, aber sein richtiger Name ist Michael Schuppach. An diesem Donnerstag gibt der 32-Jährige, der in Olching in einer musikalischen Familie aufgewachsen ist, von 20 Uhr an ein Konzert in der Kulturwerkstatt Kom. Bekannt geworden ist Mic Donet durch seine Auftritte in der Castingshow "The Voice of Germany". Donets zweites Album "Plenty of Love" erreichte Platz vier der deutschen Albumcharts. Sein Mentor Xavier Naidoo nannte die Platte "grammywürdig". Für kurze Zeit konnte sich Mic Donet heuer sogar Hoffnungen auf einen Echo machen, doch dann kam der blonde Mann mit der Sonnenbrille: Heino überholte Donet durch den überraschenden Erfolg seines viel diskutierten Coveralbums. In Olching wird der Soulmusiker sein brandneues, drittes Album präsentieren.

Soulstimme aus Olching: Mic Donet.

(Foto: Universal Music)

SZ: Sie halten sich sonst meistens in großen Städten auf. Jetzt geben Sie ein Konzert in Olching. Wie kommt es dazu?

Mic Donet: Hamburg, Köln, Olching - das ist nicht unbedingt die gängige Route, die man auf einer Tour fährt. Mein Vater hat die Sache angestoßen. Er hatte Kontakt zum Olchinger Bürgermeister, der ein alter Fußballkollege von mir ist.

Sie wurden heuer nachträglich von der Nominiertenliste zur Echo-Verleihung gestrichen. Waren Sie enttäuscht?

Das hielt sich in Grenzen. Ein bisschen böse war ich am Anfang schon darüber, dass das ausgerechnet dann passieren muss, wenn ich mal für den Echo nominiert bin. Aber es wird noch mehr Echos geben, vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr. Heino hat wahnsinnig viele CDs in sehr kurzer Zeit verkauft und mich überholt. Für mich ist das schon nachvollziehbar.

Wie finden Sie denn Heino?

Seine Musik ist nicht unbedingt mein Fall. Persönlich habe ich ihn aber noch nicht kennengelernt.

Ihren Durchbruch als Künstler haben Sie in der Castingshow "The Voice of Germany" geschafft. Das waren sicher neue Erfahrungen, die Sie dort gesammelt haben.

Ich war eigentlich überhaupt kein Fan von Castingshows und hatte mich immer erfolgreich dagegen gewehrt. Irgendwann hatte ich aber keine andere Wahl mehr, um mediale Aufmerksamkeit zu bekommen. Diese Shows sind dazu der einzige Weg heutzutage. Ich hatte Glück, dass zufällig eine coole Sendung um die Ecke kam. Und im Gegensatz zu "Deutschland sucht den Superstar" geht es bei "The Voice of Germany" wirklich um Musik und Talent. Man spielt mit einer wahnsinnig geilen Liveband und wird von wirklichen Künstlern beurteilt. Es war auch nicht dieses klassische Urteilen, es wurde immer respektvoll miteinander umgegangen. Für mich war es eine goldrichtige Entscheidung.

Vor Ihrem Auftritt in der Castingshow waren Sie auch international tätig. Wie verlief Ihre Karriere bisher?

Es hat vielversprechend begonnen. Ich habe 1999, mit 19 Jahren, meinen ersten Plattenvertrag unterschrieben. Anfangs ging es immer voran in kleinen Schritten, mir hat aber der ganz große Wurf gefehlt. 2004 ist mein erstes Album erschienen. Das wurde durchaus zu einem Achtungserfolg, aber der Markt für deutschsprachige Soulmusik war einfach so gut wie nicht vorhanden. Daraufhin wollte die Plattenfirma, dass ich mich musikalisch stark verändere. Das wollte ich damals aber nicht.

Sie haben dann alleine weiter gemacht.

Ich bin in die USA gegangen und war zum Beispiel auf Nordamerika-Tour mit Carlos Santana. Das war eine ganz tolle Zeit, aber trotzdem hat es nie so richtig geklappt. Dann bin nach Deutschland zurückgekehrt, hatte aber immer noch das Ziel, international weiter zu machen. Deshalb habe ich ein englischsprachiges Album aufgenommen, um noch einmal mein Glück im Ausland zu versuchen. Stattdessen bin ich in Berlin hängen geblieben und habe als unabhängiger Künstler weiter gemacht. Wieder nur kleine Schritte, aber dafür ist man sein eigener Herr. Das hatte auch was für sich. An einem bestimmten Punkt ist es dann nicht mehr weiter gegangen.

Sind Sie jetzt zufrieden mit dem Erfolg Ihrer letzten Platte?

Ja, sehr. Ich hätte das nie für möglich gehalten, dass die Platte ausgerechnet über den Umweg einer Castingshow endlich Gehör findet. Ich hatte sie ja schon zwei Jahre vorher fertiggestellt. Dann ist sie in der Schublade gelandet, weil niemand sie haben wollte. Es hat einfach die Person gefehlt, die mir Türen öffnet. Bis Xavier Naidoo kam, der sich bei "The Voice of Germany" sehr für mich eingesetzt hat. Mittlerweile hat sich die Platte so gut verkauft, dass ich kurzzeitig für einen Echo nominiert war.

Werden Sie immer noch von Xavier Naidoo unterstützt?

Das zweite Album mache ich wieder in Eigenregie, aber Xavier ist nach wie vor da und hilft, wo er kann. Er steht mir mit seiner großen Erfahrung immer wieder als Berater zur Seite . Da war schon der eine oder andere Impuls dabei, der mir die Augen geöffnet hat.

Beschreiben Sie Ihren Musikstil.

Angefangen habe ich mit deutschsprachigem Soul, inzwischen singe ich fast ausschließlich in Englisch, aber es ist immer Soul geblieben.

Was ist auf Ihrem neuen Album, das bald erscheinen wird, zu erwarten?

Ich bleibe natürlich meiner Linie treu. Es geht schon in eine ähnliche Richtung wie "Plenty of Love". Etwas reduzierter, nicht so voll gepackt mit Instrumenten. Ein abgespecktes Album, ein bisschen grooviger, tanzbarer, frischer. Es geht schon in eine neue Richtung. Ich finde, es klingt fast ein wenig nach Michael Jackson.

Ihr Konzert in Olching ist Teil einer Zugabe-Tour durch Deutschland.

Genau, da die Tour im vergangenen Jahr so gut gelaufen ist, haben wir gesagt, wir drehen noch einmal eine Runde. Wir machen ein Unplugged-Konzert. Ich freue mich darauf, weil ich mit einer akustischen Show näher beim Publikum sein kann. Ich singe, spiele Piano und habe auch noch drei Musiker dabei.

Was verbindet Sie noch mit Olching?

Viel. Mein Vater wohnt nach wie vor dort, das ist meine Heimat, da bin ich aufgewachsen. Ich freue mich sehr, für ein Konzert nach Olching zu kommen.