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SZ-Adventskalender:Spielerischer Sprachunterricht

Bei der Bürgerstiftung können Drittklässler ihre Deutschkenntnisse vertiefen. Unter Anleitung bekommen sie Lehrstunden, spielen Theater und schreiben Tagebuch. Bei der Finanzierung bedarf es noch der Unterstützung

Die spielerische und entspannte Atmosphäre eines Ferienlagers nutzen, um Kindern die deutsche Sprache näher zu bringen - das ist das Ziel der Deutschfreizeit der Bürgerstiftung für den Landkreis. Das Projekt wurde im vergangenen Jahr ins Leben gerufen und fand heuer zum zweiten Mal statt. Weil die Freizeit bei den Kindern gut ankommt, soll sie auch in Zukunft wieder stattfinden. Allerdings ist das Projekt kostenintensiv, die Beiträge für die Eltern aber sind überschaubar - damit jedes Kind die Chance hat, teilzunehmen. Damit das erfolgreiche Modell weitergehen kann, möchte der Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung die Deutschfreizeit der Bürgerstiftung mit Hilfe der Leser finanziell unterstützen.

Das Angebot richtet sich an Grundschüler der dritten Klasse. "Es wird viel wiederholt, was in diesem Jahr dran ist, die Grundlagen, die vielleicht noch nicht ganz so sitzen, Grammatik, Verbbildung, Satzstellung, Artikel, diese ganzen Dinge eben" sagt Silvia Ponath, die das Projekt leitet. Das Programm ist dabei eng getaktet. Am Vormittag gibt es Deutschunterricht, nach der Mittagspause mindestens zwei Stunden Theater, am Abend Spiele und andere Aktivitäten. Als Feriendomizil dient die Hütte des Kreisjugendrings in Gelbenholzen. Insgesamt dauert die Freizeit drei Wochen, eine in den Pfingst-, zwei in den Sommerferien.

Neben dem Unterricht bekommen die Kinder viele Beschäftigungsmöglichkeiten geboten, darunter auch Spiele. Immerhin ist es ihre Ferienzeit, die sie in dem Projekt verbringen - da soll es nicht zu streng zugehen, und die Kinder sollen sich wohlfühlen.

(Foto: Bürgerstiftung für den Landkreis)

"Wir bieten den Kindern sehr viel, auch Dinge, die sie zu Hause eher nicht erleben. Unser Ziel ist es, dass sie sich wohlfühlen und Spaß haben. Wir sind uns ja auch bewusst, dass es ihre Ferienzeit ist." In den ersten Jahren seien so bereits einige Freundschaften entstanden. Um den Spaß zu fördern, gibt es neben dem pädagogischen Programm verschiedenste Freizeitaktivitäten wie eine Wasserolympiade, Rasenski, ein Lagerfeuer mit Stockbrotbacken und eine von den Kinder selbst gestaltete Schnipseljagd. "Da die Kinder sie selbst schreiben, sind die dabei kreativ, können sich einbringen." Betreut werden sie von ausgebildetem Fachpersonal, wie Ponath betont. Mit dabei sind Lehrer und Lehramtsstudenten und eine Theaterpädagogin. "Das Betreuer-Kinder-Verhältnis ist super, der Unterricht findet in Gruppen von sieben bis acht Kindern statt." All das ist natürlich nicht günstig, das Fachpersonal soll angemessen bezahlt werden, dazu kommen die Miete für die Unterkunft und das Essen.

Mittags liefert die Nachbarschaftshilfe aus Eichenau, morgens und abends wird selbstversorgt. Dazu wird gemeinsam einkauft und auch gekocht. "Wir waren ganz erstaunt darüber, dass wir von den Kinder oft das Feedback bekommen haben, dass ihnen die gemeinsame Arbeit in der Küche viel Spaß gemacht hat. Viele sehen da zum ersten Mal einen Kohlrabi, sehen, was das ist, erleben, wie er schmeckt", erzählt Ponath. Damit die Teilnahme an der Deutschfreizeit nicht an den Finanzen scheitert, zahlen die Eltern lediglich 50 Euro Essensgeld, den Rest übernimmt die Bürgerstiftung. Unterstützt wird das Team vom Kreisjugendring, der neben verschiedenen Spielen auch jedes Mal ein Demokratieprogramm anbietet.

So können Sie spenden:

Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung e.V.

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Besonders spannend für die meisten Kinder sei das Theaterstück, das sie gemeinsam mit der Theaterpädagogin entwickeln. Grundlage ist jeweils das Buch, das sie gemeinsam während der Freizeit lesen. Daraus wird dann ein Thema gesucht, das damit zutun hat. Am letzten Tag des Projekts gibt es dann immer eine große Aufführung, zu der die Eltern, Geschwister, Großeltern und Lehrer der Kinder kommen. "Das ist auch für die Eltern ein gutes Angebot, weil sie dann Atmosphäre spüren, die bei uns herrscht und weil sie sehen, was ihrer Kinder erarbeitet haben."

Ihre Erfahrungen können die Kinder auch in einem Tagebuch festhalten, das sie zu Beginn der Freizeit bekommen. "Das ist ein Ritual, mit dem die Kinder dann am Abend noch einmal runterkommen können. Das kommt meistens total gut an, einige Kinder schreiben dann wirklich ewig noch in ihrem Buch. Wir schauen auch nicht, was sie schreiben, das ist nur für sie allein", sagt Ponath. Der Erfolg jedenfalls motiviere sie, weiterzumachen.

Weitere Informationen und Anmeldung zur Deutschfreizeit sind auch im Internet unter www.buergerstiftung-lkr-ffb.de zu finden