Starnberg:Michael Kießling vertritt Germering wieder in Berlin

Starnberg: LRA- Bundestagswahlen - CSU/ Michael Kießling

Michael Kießling (CSU) gewinnt zum zweiten Mal das Direktmandat im Nachbarwahlkreis.

(Foto: Nila Thiel)

Der CSU-Kandidat verteidigt im Wahlkreis Starnberg-Landsberg das vor vier Jahren errungene Direktmandat

Von Michael Berzl, Starnberg

Michael Kießling aus Landsberg verteidigt sein Direktmandat im Wahlkreis Starnberg, Landsberg, Germering und bleibt für eine weitere Legislaturperiode Bundestagsabgeordneter der CSU in Berlin. In Germering erhielt er rund 35 Prozent und verwies die Bewerberinnen von SPD (20) und Grüne (16) auf die Plätze. Bei den Zweitstimmen erzielte die CSU in Germering gerade noch rund 30 Prozent, SPD mit 20 und Grüne mit 16 folgen dahinter.

Die Grünen erzielen im Landkreis Starnberg ein Ergebnis, das deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt, die SPD-Kandidatin Carmen Wegge hingegen bleibt weit darunter. Und die AfD müsste um den Einzug in den Bundestag bangen, wenn es nach den Wählern im Landkreis Starnberg ginge. Das sind die wichtigsten Ergebnisse, die sich am Sonntagabend abgezeichnet haben. Nach Auszählung fast aller Wahllokale kam Kießling in seinem Wahlkreis bei den Erststimmen auf 38,2 Prozent, die CSU bei den Zweitstimmen auf 32 Prozent der abgegebenen Stimmen. Am zweitstärksten schnitten nach den Zahlen die Grünen ab. Direktkandidatin Martina Neubauer kam auf 19,9 Prozent.

Trotz ihres schlechten persönlichen Ergebnisses rechnet die SPD-Kandidatin Wegge, die auf dem Listenplatz 20 angetreten war, mit einem Mandat im Bundestag. Das bundesweit gute Abschneiden ihrer Partei könnte dafür ausreichen. Aber auch das stand bis zum späten Abend noch nicht fest. Weitere Direktkandidatinnen wie Britta Hundesrügge aus Gauting von der FDP, die auf der Landesliste auf Platz 18 stand, und Martina Neubauer aus Starnberg von den Grünen mussten sich noch am Sonntag damit abfinden, dass es für sie für einen Einzug in den Bundestag nicht reichen würde.

Am Wahlabend sind gut 20 Vertreter von CSU, Grünen, Freien Wählern und AfD ins Starnberger Landratsamt gekommen, um auf einer großen Leinwand die jeweils neuen Ergebnisse aus den einzelnen Wahllokalen in den Landkreisen Starnberg und Landsberg sowie in der Stadt Germering mitzuverfolgen. Die SPD hatte sich in einem Lokal in Germering getroffen. Insgesamt fast 226 000 Wahlberechtigte waren aufgerufen, im Wahlkreis 224 ihre Stimme abzugeben. Eine knappe halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale waren die ersten Ergebnisse auf der Leinwand im Sitzungssaal des Starnberger Landratsamts zu sehen; da wurde es still im Raum. Es waren Wahllokale im Landkreis Landsberg, die als erste ihre Ergebnisse meldeten. Früh wurde eine Tendenz sehr deutlich. Direktkandidat Michael Kießling liegt mit seinem Erststimmen-Ergebnis weit vor dem Resultat, das seine Partei bei den Zweitstimmen erzielt.

In einem Stimmbezirk von Finning im Landkreis Landsberg zum Beispiel erreicht er mehr als 50 Prozent. Deutlich wird auch ein weiterer Effekt: Wo die Grünen im Landkreis Starnberg stark sind, ist die AfD schwach. Das fällt auch dem AfD-Direktkandidaten Rainer Gross auf. Am späten Abend liegt seine Partei im Wahlkreis bei sechs Prozent

Er könne mit seinem Wahlergebnis sehr zufrieden sein, meint CSU-Kandidat Kießling, obwohl es diesmal schlechter ausfiel als vier Jahre zuvor, als er noch auf mehr als 40 Prozent kam. Und auch Landrat Stefan Frey (CSU) erklärt: "Mit dem Ergebnis im Landkreis bin ich sehr zufrieden." Er führt das Resultat auf den Bekanntheitsgrad des Kandidaten Kießling zurück und darauf, dass Starnberg ein "bürgerlich geprägter Landkreis" sei.

Ein besonders gutes Ergebnis erzielte CSU-Kandidat Kießling nach den am Abend vorliegenden Zahlen in der Gemeinde Berg, wo er auf 44,3 Prozent kam. Für die Grünen erwies sich erneut die Gemeinde Weßling als Hochburg, wo sie auf 29 Prozent kamen. Der 47-jährige Abgeordnet Kießling hat nun eine Legislaturperiode in Berlin hinter sich. Bei seiner ersten Wahl vor vier Jahren kam er noch auf ein Ergebnis von 42 Prozent. Der gelernte Bauingenieur und frühere Bürgermeister von Denklingen will sich als Abgeordneter mit dem Thema Bauen beschäftigen, kündigte er an.

© SZ vom 27.09.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB