Sport Wettkampf auf zwei Bahnen

Minigolf Sportklub Olching richtet bayerische Meisterschaften aus

Von Eirik Sedlmair, Olching

Eine ruhige Hand, Konzentration und Treffsicherheit. Das sind die Eigenschaften, die es braucht, um am Ende als Sieger vom Golfplatz zu gehen. Welcher Spieler diese Eigenschaften am besten auf der Anlage beherrscht, entscheidet sich an diesem Wochenende in Olching: Zum dritten Mal finden auf der Anlage des Minigolf Sportklubs Olching die bayerischen Meisterschaften statt. 95 Teilnehmer aus allen Teilen des Freistaats versuchen, die kleinen Bälle, Durchmesser zwischen 37 und 42 Millimeter, in die Löcher zu putten - mit möglichst wenig Schlägen versteht sich.

"Für uns als Stadt ist es eine Ehre, eine solche Meisterschaft auszutragen", sagt Bürgermeister Andreas Magg, der das Turnier am Dienstag eröffnete. Die Anlage war dort schon gut besucht, die Wettkämpfe starten zwar erst zwei Tage später, doch viele Spieler sind bereits angereist, um zu trainieren. Dazu gehört auch Siegfried Bauer vom Bahnengolf-Club Bad Berneck. Der 46-Jährige aus der Kurstadt in Oberfranken ist amtierender bayerischer Meister. Er steht seit Freitag von morgens bis abends am Minigolfplatz in Olching, übt Schläge, versucht herauszufinden, welcher Ball am besten zu welchem Hindernis passt. "Jede Anlage ist unterschiedlich", sagt Bauer. Deswegen sei es wichtig, sich darauf einzustellen. 36 Löcher müssen die Spieler treffen, 18 auf jeder Anlage.

Über drei Anlagen mit verschiedenen Untergründen verfügt der MSK Olching, zwei davon werden bei den Meisterschaften bespielt, die Bahnen mit Filz- und die mit Eternituntergrund. Die Betonbahnen bleiben frei, so kann der Minigolfpark in Olching auch während des Turniers für den Publikumsverkehr offen bleiben, sagt Johann Pscherer. Pscherer ist der Vorsitzende des MSK Olching. Er "freut sich, mit so einer verantwortungsvollen Aufgabe betraut zu werden". 2013 fand das letzte Mal eine bayerische Meisterschaft in Olching statt, in diesem Jahr fällt sie mit dem Jubiläum zum 50-jährigen Vereinsbestehen zusammen. Mit 95 Teilnehmern haben sich weniger Minigolfer angemeldet als in den vergangenen Jahren, erzählt Pscherer. Das hänge vor allem damit zusammen, dass nur eine Woche später die Deutsche Minigolfmeisterschaften stattfinden. Einige Spieler, die auch in Olching startberechtigt wären, würden eher auf die deutschen Meisterschaften fahren.

Bei Siegfried Bauer ist es andersherum. Als amtierender bayerischer Meister wäre er bei den deuschen Meisterschaften startberechtigt. Er spielt aber lieber bei den bayerischen, für beide Meisterschaften habe er keine Zeit. Bauer spielt seit 1986 Minigolf im Verein, also seit er 16 Jahre alt ist. Das, was einen Vereinsspieler am meisten von einem Hobbyspieler unterscheidet, sind die Bälle, sagt er. Bauer hat Bälle in unterschiedlicher Größe, mit unterschiedlichem Gewicht und anderer Lackierung. Das alles beeinflusst, wie der Ball rollt und wie er von der Bande abprallt. Auch die Temperatur ist entscheidend, sie beeinflusst die Beschaffenheit der Bälle. Deswegen muss Bauer sein Spielmaterial warmhalten. Dafür verwendet der 46-Jährige eine Socke. Diese und die drei Bälle in ihr bringt er in seiner Hose unter. Dort wirkt die Körpertemperatur, und hilft, die Spielbälle zu erwärmen.