Sport Torreiches Spektakel

Aufwärumübungen (von links): Sepp Dürr, Thomas Niklaus vom FC Bayern und OB Andreas Haas.

(Foto: Günther Reger)

Beim Benefizturnier in Germering ist der Ehrgeiz der Teilnehmer groß

Von Karl-Wilhelm Götte, Germering

Fußballer, vor allem, wenn sie im gereiften Alter angekommen sind, entwickeln beeindruckenden Ehrgeiz und spielen auch jenseits der 60 manchmal mit schonungslosem Einsatz. Opfer eines vehementen Zusammenpralls beim Benefizturnier "Kicken-für-Kinder" im Germeringer Stadion wird René Mroncz beim Kleinfeld-Duell gegen die SG Frauendorf aus Brandenburg. Der Germeringer Kämmerer, der so eine Art Libero der Mannschaft der Stadtverwaltung spielt, bleibt länger verletzt auf dem Rasen liegen und kühlt anschließend seinen Nacken mit einem blauen Kühlelement. Dabei sieht der Finanzchef der Stadt ziemlich mitleiderregend aus. Fußball älterer Herren ist an diesem Tag nur das Vehikel des Vereins "Kicken für Kinder e. V.", um unheilbare Kinder und deren Familien zu unterstützten. "3000 Euro kamen vergangenes Jahr zusammen", berichtet Organisator Stefan Fritz. Eine ähnliche Summe nach dem Abzug aller Kosten erwartet er auch beim diesjährigen Turnier wieder.

Dafür hat der Verein einiges aufgeboten. Eine Hüpfburg für die Kinder und diverse Verpflegungsstellen im Stadionrund für die Erwachsenen. Noch größer ist der Verdienst von Sven Ullmann und den Brüdern Stefan und Jürgen Fritz, die nun bereits zum neunten Mal zwölf Mannschaften aus der gesamten Republik, darunter Formationen von namhaften Proficlubs, nach Germering zum Fußballspielen zusammen gebracht haben. Die weiteste Anreise hatten die Altliga-Akteure von Hertha BSC und die der SG Frauendorf. "Wir sind mit 55 Leuten unterwegs", erzählt Frauenfelds Teamchef Daniel Kempe stolz. Angereist ist die Großgruppe mit Bus und zwei Transportern. "Wir machen zwei Fahrten jedes Jahr", so Kempe. Nach Germering geht's noch später nach Hamburg zu einem Turnier. 2:1 gewinnen sie gerade gegen die "Allstars Kicken für Kinder". Der Rest der Reisegruppe skandiert von der Tribüne aus: "Wir wollen die Mannschaft sehen." Die kommt herbei und zusammen führen sie La Ola auf.

Frauenfeld hält sich nicht schlecht, aber fürs Halbfinale der besten vier Teams reicht es nicht. Da spielen Offenbach, Hertha BSC, Würll & Friends und Unterhaching um den Turniersieg. "Nein, ich spiele nicht mehr", wehrt unterdessen René Mroncz die Aufforderung von Teamchef Michael Seeholzer ab, noch einmal aufzulaufen. Für ihn kommt Leonie Lehner ins Spiel, die für die Frauenmannschaft von Wacker München in der Landesliga spielt. "Ich habe das Trikot von Oberbürgermeister Andreas Haas an", hat Lehner zuvor erzählt. Der OB hat als Schirmherr das Turnier eröffnet und sich dann verabschiedet. Der "Stadt Germering" gelingt noch ein sehenswerter Ehrentreffer von Christian Kornelson, der beim Kinderhaus Abenteuerland beschäftigt ist, verliert aber auch ihr viertes Gruppenspiel gegen Frauenfeld mit 1:4.

Es folgte noch ein deprimierendes 0:8 gegen die Traditionsmannschaft von Kickers Offenbach. Im Spiel um den vorletzten Platz scheitert die Stadtmannschaft dann gegen die Alten Herrn des SV Germering mit 0:3. Turniersieger wurde die Spielvereinigung Unterhaching mit einem 3:2-Sieg über Würll & Friends, einer Mannschaft um den ehemaligen Zweitligaspieler Patrick Würll. Die Spielvereinigung Unterhaching soll es, so der Vorwurf anderer ehrgeiziger Kontrahenten, mit dem empfohlenen reiferen Fußballalter nicht so genau genommen haben. Doch das war an diesem Charity-Tag mit sehr ausgelassener Stimmung am Abend nebensächlich gewesen.