Sport:SCF geht erneut leer aus

Bruck verweigert Zuschüsse wegen fehlender Nachweise

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Der Sportclub Fürstenfeldbruck (SCF) geht auch in diesem Jahr leer aus bei der städtischen Sportförderung. Das hat der Fachausschuss gegen die Stimmen von Tina Jäger (SPD) und Alexa Zierl (ÖDP) beschlossen. Begründet wird die Entscheidung damit, dass der Verein nicht alle angeforderten Unterlagen vorgelegt hat, mit denen eine geordnete Führung belegt werden soll. Bereits im vergangenen Jahr hatte der SCF keine Zuschüsse erhalten - mit ähnlicher Begründung. Präsident Jakob Ettner kündigte postwendend an, den Beschluss juristisch anzufechten. Ettner liegt mit dem Oberbürgermeister im Dauerclinch.

Insgesamt knapp 90 000 Euro werden auch in diesem Jahr an Vereine ausgeschüttet, um die Jugendarbeit zu unterstützen. So gibt es für jedes Kind und jeden Jugendlichen 24,30 Euro. Die Beträge reichen von 48,60 Euro (Kraftsportclub Puch) bis zu 30 496 Euro für den TuS, der mit 1701 erwachsenen und 1255 Jugendlichen der größte Verein der Kreisstadt ist.

Im Sportausschuss am Dienstag rechtfertigte OB Erich Raff (CSU) die erneute Nullrunde des SCF damit, dass sich auch dieser an die Sportförderrichtlinien zu halten habe. "30 Vereine wurden von der Stadt angeschrieben, vier haben keine Jugendlichen, 25 haben ordnungsgemäß alle Unterlagen abgegeben - nur der SCF nicht". Rückendeckung erhielt er von Franz Höfelsauer (CSU), der keine Ausnahme machen will, sowie Sportbeiratsvorsitzendem Joachim Mack, der das Verhalten des SCF-Vorstands als Affront bezeichnete: "Dem SCF stehen diese Fördergelder nicht zu." Ähnlich äußerte sich Jan Halbauer (Grüne), der ausdrücklich kritisierte, dass der Verein die längst überfällige Mitgliederversammlung mit Vorstandsneuwahl immer noch nicht einberufen habe. Ettner reagierte am Mittwoch: Der SCF denke zwar über eine solche Versammlung nach, werde sich bei der Terminwahl aber "ganz bestimmt nicht nach den Wünschen eines Herrn Halbauer richten".

Der SCF-Präsident war bis zuletzt davon ausgegangen, dass es dieses Jahr mit den Zuschüssen klappt. Man habe lediglich darum gebeten, die von der Stadt geforderten Jahresabschlüsse für die Jahre 2019 und 2020 nachreichen zu dürfen. Wegen Corona und des Wechsels des Steuerberaters sei dies wohl erst im August möglich. Dass die 220 Jugendlichen des Vereins mit seiner Jugendquote von 64 Prozent nun erneut wegen "zweifelhafter Förderrichtlinien" unter der Blockade der Stadt zu leiden hätten, "das werden wir uns nicht gefallen lassen". Die Stadt schlüpft nach Ettners Überzeugung in die Rolle des Finanzamts, während sich beispielsweise Landkreis und Freistaat mit deutlich weniger Unterlagen begnügen - mit denen schlicht die geordneten Kassenverhältnisse und die Gemeinnützigkeit zu belegen sind.

Im Ausschuss drang Alexa Zierl mit ihrer Empfehlung nicht durch, dem Verein die Zuschüsse zu bewilligen, mit der Auflage, die ausstehenden Unterlagen nachzureichen. Zierl sähe darin auch ein Zeichen, mit dem das zuletzt sehr entgegenkommende Verhalten des SCF rund um die öffentliche Nutzung des E-Jugendplatzes honoriert werden könnte.

© SZ vom 22.07.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB