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Soziale Hilfen:Willkommenes Angebot

Hilfe für Familien: Claudia Wüst (links) bei der Vorstellung des neuen Hilfsangebots in Alling.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

In Alling soll im März ein Familienstützpunkt eröffnet werden. Betreuer, Lehrer und Kommunalpolitiker finden diese Hilfe für Eltern und Kinder notwendig

Das im Aufbau befindliche Netz von Familienstützpunkten wird von 21. März an um die Anlaufstelle Eichenau-Emmering-Alling erweitert. Der Stützpunkt wird von der Nachbarschaftshilfe Sozialdienst Eichenau eingerichtet und hat seinen Sitz dort in der Fasanenstraße 32. Und Alling bekommt eine Art Außenstelle, weil es nach Eichenau keine öffentliche Busverbindung gibt. An jedem zweiten Freitag im Monat finden im Allinger Bürgerhaus von 15 bis 17 Uhr öffentliche Sprechstunden statt. Die möglichst einfache Erreichbarkeit der Beratungsstelle sei wichtig, um Hilfesuchenden den meist emotional ohnehin nicht einfachen Weg nicht noch zusätzlich zu erschweren, erklärte dazu Claudia Wüst.

Auf Einladung von Bürgermeister Frederik Röder informierte die Diplom-Sozialpädagogin, die den Stützpunkt leiten wird, etwa 20 Interessierte aus dem Gemeinderat sowie aus den Bereichen Schule, Familienpflege, Kinder- und Seniorenbetreuung über den anstehenden Start. Ziel des Treffens war es auch, schon im Vorfeld auszuloten, welche Aktivitäten für welche Altersgruppen in der Gemeinde angeboten werden, ob es Möglichkeiten zur Kooperation gibt und mit welchem Bedarf nach jetziger Einschätzung der Stützpunkt rechnen sollte. Familienstützpunkte sind Kontakt- und Anlaufstellen, die konkrete Angebote der Eltern- und Familienbildung in einer Kommune vorhalten und mit anderen sozialen Einrichtungen gut vernetzt sind. Sie bieten für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Familien je nach Alter des Kindes und der Familiensituation geeignete, passgenaue Hilfen an. Familienstützpunkte sind als erste Kontakt- und Anlaufstellen für Eltern gedacht. Sie bieten Hilfe für unterschiedliche Bedürfnisse und Familiensituationen. Durch dieses "niederschwellige Angebot" soll präventive Hilfe für alle Mitglieder einer Familie angeboten werden. Auch wenn es eines der wichtigsten Ziele sei, durch rechtzeitiges Eingreifen, Gespräche, Beratung, Bildungsangebote und Kontaktvermittlung zu Fachstellen insbesondere die kostenintensiven "Jugendhilfefälle" zu reduzieren, richte sich das Angebot an alle, die Hilfe brauchen, und wenn es auch nur ein zwangloses Gespräch sei, sagte Wüst.

Wie in der Aussprache deutlich wurde, geht es nicht nur um die Bewältigung von "Problemfällen", sondern um alles was dem Familienfrieden förderlich ist. Familienstützpunkte sollen laut Wüst familienorientiert und ganzheitlich arbeiten, mit Beratungs- und Bildungsangeboten Hilfestellung in verschiedenen Lebenslagen geben. Erwünscht ist auch eine optimale Vernetzung mit Vereinen oder Betreuungseinrichtungen, die Rückhalt für notwendige Aktivitäten oder für die Einbindung insbesondere von Kindern und Jugendlichen geben können. Selbstverständlich unterliegt laut Wüst alles der Verschwiegenheitspflicht. Von den Zuhörern wurde die Einrichtung als "wertvolle Ergänzung" begrüßt, da man "nicht gleich mit dem Jugendamt drohen muss", wenn in einer Familie etwas aus dem Ruder läuft", wie eine Erzieherin anführte. Damit der Stützpunkt möglichst schnell Fuß fassen kann, wurde vorgeschlagen, bei möglichst vielen öffentlichen Veranstaltungen das vom Landkreis und vom Freistaat unterstützte Projekt bekannt zu machen. Das Logo, fünf verschiedenfarbige nach außen zeigende und in einem Kreis angeordnete Hände, sollten sich "positiv einprägen", so eine Mutter. Familienstützpunkte gibt es bereits in Germering, Puchheim, Fürstenfeldbruck, Olching, Maisach-Egenhofen und in Mammendorf.