Förderverein für das BauernhofmuseumDer Gründervater engagiert sich wieder für den Jexhof

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Den Förderverein des Bauernhofmuseums leitet nun wieder Sepp Kellerer. Ihm zur Seite stehen Susanne Kraut (von links), Anna Reindl und Susanne Löloff.
Den Förderverein des Bauernhofmuseums leitet nun wieder Sepp Kellerer. Ihm zur Seite stehen Susanne Kraut (von links), Anna Reindl und Susanne Löloff. (Foto: Manfred Amann)

Weil sich niemand für das Ehrenamt findet, übernimmt Sepp Kellerer nach 22 Jahren erneut den Vorsitz des Fördervereins für den Jexhof.

Von Manfred Amann

Fürstenfeldbrucks früherer Oberbürgermeister Sepp Kellerer ist nach gut 20 Jahren Pause erneut Vorsitzender des Fördervereins für das Bauernhofmuseum Jexhof geworden.  Der 78-Jährige tritt die Nachfolge von Uta Lutz an, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stand. Ihren Worten zufolge hatte sich niemand gefunden, der das Ehrenamt hätte übernehmen wollen.

Ein beliebtes Ausflugsziel ist der Jexhof bei Schöngeising.
Ein beliebtes Ausflugsziel ist der Jexhof bei Schöngeising. (Foto: Johannes Simon)

„Ich kann nicht zulassen, dass es nicht weiter geht“, sagte Kellerer vor seiner Wahl. Der Förderverein sei neben dem Landratsamt die wichtigste Stütze des Museums und müsse weiterhin dessen Weiterentwicklung begleiten. Ohne die finanzielle Unterstützung und vor allem ohne das kräftige Anpacken vieler Mitglieder wäre der Jexhof nicht zu dem überregional bedeutsamen Ausstellungs- und Veranstaltungsort geworden, der alljährlich Tausende Besucher anlockt. Zwei Jahre will er nun erneut den Förderverein leiten und in dieser Zeit auch „möglichst ein jüngeres Mitglied“ finden, das nach ihm die Verantwortung übernimmt.

Der „Noch-78-Jährige“, wie er zur SZ sagte, hatte vor mehr als vier Jahrzehnten die Umwandlung des alten Bauernhofes im Schöngeisinger Wald in ein Museum erkämpft und war bis 2003 schon Vorsitzender des Fördervereins gewesen, den er vor 42 Jahren mit Gleichgesinnten ins Leben gerufenen hatte. Landrat Thomas Karmasin, der die Wahl leitete, nannte Kellerer den „Urvater des Museums“.

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Auf der Versammlung mit 50 Wahlberechtigten im Jexhof-Stüberl gab es kräftigen Applaus, als Karmasin Kellerers einstimmige Wahl verkündete. Auf Wunsch einiger Mitglieder musste die Vorstandswahl schriftlich und geheim vorgenommen werden, was zunächst ein Rumoren auslöste. Nachdem auch die übrigen Vorstandsmitglieder, nämlich Michael Egert, Gerti Wimmer und Roswitha Döllerer, nicht mehr antraten, wurden ebenso ohne Gegenstimme Anna Reindl zur Stellvertreterin, Susanne Kraut zur Kassenwartin (beide aus Emmering) und Susanne Löloff (Grafrath) zur Schriftführerin gewählt.

Die Beisitzer wurden per Akklamation bestimmt. Da es acht Bewerber gab, laut Satzung aber nur sieben zulässig sind, zog Jexhof-Wirt Andreas Stipp zurück. Laut Kellerer kann der Gastronom bei Bedarf, vor allem wenn es um Veränderungen im Gaststättenbetrieb geht, zu Sitzungen eingeladen werden. Einstimmig gewählt wurden Gerti Wimmer, Klaus Trnka, Johanna Haberlander, Hans Stürzer, Marianne Gaube, Simone Frey und Cornelia Engelhard.

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In ihrem Jahresbericht, den Alfons Strähhuber vortrug, erinnerte Uta Lutz an die Vielzahl zum Teil sehr erfolgreichen Aktivitäten des Vereins vom Ramadama im Frühjahr über Maiandacht, Theateraufführungen mit dem Grafrather Rassoburg-Theater, Erntedankfest und Apfeltag bis zur Teilnahme am Adventsmarkt. Dabei bedauerte sie, dass so manches nicht mehr so habe veranstaltet werden können wie früher, „weil es zu wenig Helfer gab“.

Mitgliederschwund

Laut Kassiererin Döllerer unterstützte der Verein das Bauernhofmuseum im Vorjahr mit fast 11 000 Euro für bauliche und  ergänzende Maßnahmen für Ausstellungen. Neben den Einnahmen aus den zum Jahresende 639 Mitgliedsbeiträgen und aus Veranstaltungen konnte der Förderverein 1542 Euro Spenden verbuchen. „Ende 2020 hatten wir noch 696 Mitglieder“, sagte Döllerer. Der Rückgang sei bedauerlich, aber es sei eine Trendumkehr erkennbar, nachdem in diesem Jahr bereits fünf Neuzugänge hätten registriert werden können.

Laut Kellerer, der sich für das langjährige Engagement des bisherigen Vorstands- und Beisitzer-Teams bedankte, kommen auf den Förderverein zwei Jahre mit großen Herausforderungen zu. Da die Gaststätte verlegt werden solle, sei mit Einschränkungen zu rechnen. Ebenso müsse eine Entscheidung gefällt werden, ob die Kläranlage des Museums erweitert werden soll oder ein Anschluss an eine Kläranlage eines der umliegenden Orte besser wäre. Eine Rohrleitung zur Schöngeisinger Kläranlage ist für ihn „wohl am sinnvollsten“.

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