ServicewohnenSelbstbestimmtes Leben im „Quartier für Vier“

Lesezeit: 3 Min.

Das „Quartier für Vier“ in Mammendorf wurde 2023 eröffnet. Das Konzept des Servicewohnens hat sich seither bewährt.
Das „Quartier für Vier“ in Mammendorf wurde 2023 eröffnet. Das Konzept des Servicewohnens hat sich seither bewährt.
Niels P. Jørgensen
  • Das Seniorenzentrum „Quartier für Vier" in Mammendorf bietet seit 2023 Servicewohnen, Tagespflege, ambulanten Dienst und ein Café unter einem Dach an.
  • Das Hauscafé wurde um eine Eisdiele erweitert, um den Kontakt zwischen Bewohnern und Menschen aus dem Dorf zu fördern.
  • Die 57 Wohneinheiten sind voll belegt, der Altersdurchschnitt liegt bei 80 Jahren und die Bewohner können je nach Bedarf verschiedene Betreuungsleistungen hinzubuchen.
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Im Seniorenzentrum in Mammendorf bietet die Diakonie betreutes Wohnen, Tagespflege, ambulanten Dienst und ein Café unter einem Dach an. Um den Kontakt zu den Menschen im Dorf zu fördern, wird das Hauscafé um eine Eisdiele erweitert.

Von Manfred Amann, Mammendorf

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Im Eingangsfoyer des Seniorenzentrums in Mammendorf ist immer was los. Beatrix Ambrosy wird es am Empfang „sicher nicht langweilig“, wie sie sagt. Sie gibt tagsüber Auskunft, weist den Weg, hilft bei Gehschwierigkeiten oder hebt auf, wenn jemandem etwas herunterfällt. „Mieter und Besucher kommen und gehen, Nutzer der Tagespflege werden gebracht und abgeholt, es gibt häufig was zu klären und geratscht wird bei Begegnungen auch“, erzählt Ambrosy, die von Freitag bis Sonntag von Studenten vertreten wird.

Als das Diakonische Werk des evangelisch-lutherischen Dekanatsbezirks Fürstenfeldbruck im Jahr 2023 das „Quartier Vier“ an der Sattlerstraße eröffnete, wurde das Konzept des Servicewohnens als wegweisend gelobt. Drei Jahre danach hat das Seniorenzentrum in der Region offenkundig einen guten Ruf. „Das Haus ist voll, hier herrscht Leben“, betont Immobilienmanagerin Gabriele Maier. Sie kümmert sich unter anderem darum, dass die 52 Einzelappartements und fünf Zweierwohnungen stets belegt sind.

Am Empfang hat Beatrix Ambrosy immer gut zu tun.
Am Empfang hat Beatrix Ambrosy immer gut zu tun.
Niels P. Jørgensen

Zudem sorgt sie mit dem Personal für ein abwechslungsreiches Beschäftigungs- und Unterhaltungsprogramm. „Tanz-, Film-, Spiel- und Grillabende, Konzerte, unlängst hatten wir einen mexikanischen Abend und jedes Jahr richten wir ein Sommerfest aus“, erzählt Maier und freut sich, dass die Veranstaltungen gut angenommen werden. „Viele genießen und kosten das Leben in Gemeinschaft förmlich aus, manche blühen sogar richtig auf, wenn sie mit anderen etwas erleben dürfen“, berichtet die Managerin.

Das bestätigt die Bewohnerin Martha Laur. „Ich fühle mich hier richtig wohl, habe alles, was ich brauche, kann tun und lassen, was ich will, wenn ich Hilfe brauche, ist immer jemand da, ich habe nette Nachbarn und das Personal ist auch ganz lieb“, sagt sie nahezu schwärmerisch. Vor vier Monaten sei sie ins Wohnheim gezogen, erzählt sie freimütig, und habe es nicht bereut. Sie zeigt auf ein Bild vom Haspelmoor, das in ihrem geschmackvoll eingerichteten Appartement an der Wand hängt. „Ich habe es von Robert Hoiß, dem Naturfotografen, erworben, um eine Erinnerung an das ehemalige Daheim bei mir zu haben“, sagt die 91-Jährige, die laut Maier mit ihrer Unternehmungslust, Ausstrahlung und Lebensfreude andere Bewohner ansteckt. „Jetzt aber bin ich hier zu Hause“, versichert Martha Laur freudestrahlend. Sie genieße das „Hotel-Flair“.

Barbara Däs (links) vom Team Öffentlichkeitsarbeit der Diakonie und Immobilienmanagerin Gabriele Maier unterhalten sich mit der 91-jährigen Bewohnerin Martha Laur.
Barbara Däs (links) vom Team Öffentlichkeitsarbeit der Diakonie und Immobilienmanagerin Gabriele Maier unterhalten sich mit der 91-jährigen Bewohnerin Martha Laur.
Niels P. Jørgensen

Quartier Vier wird das Seniorenzentrum genannt, weil unter einem Dach Servicewohnen, Tagespflege, ambulanter Dienst sowie ein Café zusammenwirken, um älteren Menschen, die in ihrem Zuhause nicht mehr allein leben wollen oder können, einen umsorgten Lebensabend zu ermöglichen. Um den Kontakt zu den im Dorf und in der Umgebung lebenden Menschen etwas zu fördern, hat die Diakonie nun die Räumlichkeiten des bisherigen Hauscafés erweitert und an „Vivo Eis & Café“ verpachtet, das bis vor Kurzem noch in der Grottenstraße eine Eisdiele betrieb.

Das „Vivo Eis & Café“ ist von der Grottenstraße in das Café im Seniorenzentrum gezogen.
Das „Vivo Eis & Café“ ist von der Grottenstraße in das Café im Seniorenzentrum gezogen.
Niels P. Jørgensen

Chefin Sabine D’ Agostino wird im Café und auf der großzügigen Terrasse neben Kaffee, Eis, Kuchen und Snacks auch für die Tagespflege Gerichte anbieten. Ziel sei es, nicht nur Bewohnern und Angehörigen einen angenehmen Aufenthaltsort zu bieten, sondern auch Menschen aus der Region anzulocken und so „Fremdkontakte“ zu ermöglichen, sagt Mair. „Familien mit Kindern, die zum Eisessen kommen oder Freunde, die bei Kaffee und Kuchen Geburtstag feiern, bringen Leben ins Haus.“ Sie sei zuversichtlich, dass das Eiscafé auch von der Öffentlichkeit angenommen werde.

Die Flure im „Quartier für Vier“ sind hell und barriererfrei gestaltet.
Die Flure im „Quartier für Vier“ sind hell und barriererfrei gestaltet.
Niels P. Jørgensen

„Wir haben eine geringe Fluktuation, der Altersdurchschnitt liegt im Wohnbereich bei 80 Jahren, die jüngsten Mieter sind knapp 70 und die ältesten etwas über 90 Jahre“, erzählt die Managerin, als sie mit Barbara Däs vom Team Öffentlichkeitsarbeit der Diakonie über die breiten, hellen Flure durch die barrierefreien Wohnbereiche führt. Die Flurwände haben unterschiedliche Farben, Wegweiser und Namensschilder mit großen Schriftzügen vor den jeweiligen Türen geben Orientierung. Die jüngeren Bewohner kämen meist, weil sie sich in ihrem bisherigen Zuhaue einsam fühlten und es ihnen zu langweilig gewesen sei, nachdem der Partner nicht mehr lebe und Kinder oder Verwandte nur selten zu Besuch kämen.

Bei Älteren überwiege der Bedarf an Unterstützung. Diese werde im Haus in medizinischer und therapeutischer Hinsicht ebenso angeboten wie Betreuung, erzählt Maier. Mieter könnten je nach Bedarf oder Wunsch Betreuung, Hilfen beim Einkaufen oder beim Ämtergang, die Teilnahme am Mittagessen, Tages- oder auch ambulante Pflege hinzubuchen. „Wir versuchen möglichst jeden Wunsch zu erfüllen“, versichert Barbara Däs. In der Tagespflege betreut Leiterin Marion Wolf mit etwa 20 Helfern täglich bis zu 40 Pflegebedürftige. Es wird in Gruppen gebastelt, geturnt, gesungen und vieles mehr, was der geistigen und körperlichen Gesundheit sowie der Mobilität und der Agilität förderlich ist. Dass es an Kulinarischem nicht fehlt, dafür sorgt Barbara Baumann mit ihrem Team.

Weitere Informationen unter www.diakonieffb.de

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