6000 Euro Preisgeld sind bei der vierten Verleihung des Klima- und Umweltpreises von Bürgerstiftung, Süddeutscher Zeitung und Sparkasse für den Landkreis Fürstenfeldbruck vergeben worden. 2000 Euro in der Jugend- und 4000 in der Erwachsenenkategorie. Es gibt fünf Preisträger sowie einen undotierten Ehrenpreis. Die Preisträger werden in lockerer Folge in der SZ vorgestellt.
Von der Hoffnung für die Kinder singt Josef Seemüller in dem selbst komponierten Lied „Lasst uns leben in Frieden mit Gott und Natur“. Seit mehr als 50 Jahren engagiert sich der inzwischen 90-Jährige für den Umweltschutz und die Energiewende in Fürstenfeldbruck sowie dafür, dass auch künftige Generationen gut auf der Erde leben können. Für dieses jahrzehntelange Engagement wurde Seemüller nun von der Jury des Klima- und Umweltpreises der Bürgerstiftung Fürstenfeldbruck mit einem Ehrenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

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Seemüller, der in Unterschweinbach zu Hause ist, setzt sich nicht nur seit langer Zeit für besseren Klimaschutz ein, sein Engagement ist vielfältig. „Begonnen hat es mit dem Klimaschutz bei mir im Kopf 1972“, erzählt Seemüller. Damals habe er erste Energiespar- und Klimaschutzmaßnahmen in seinem Privatleben und in seinem Unternehmen eingeführt. Seit den frühen Neunzigerjahren setzt er sich für die Biomülltonne ein. Ein Engagement, das sich ausgezahlt hat: Die Biotonne wurde zu Beginn des Jahres 2025 in Fürstenfeldbruck eingeführt.
Auch in anderen Klimaschutzbemühungen Seemüllers spielt Bioabfall eine große Rolle. So ist er ein großer Verfechter der Nutzung von Biomasse zur Energiegewinnung. Mit Rechnungen und Modellen zeigt er, wie die Masse aus Haus- und Bioabfällen, Kleegras von Biobauern und Getreideabputz zur Energieversorgung verwendet werden könnte. Laut Seemüllers Berechnungen ließen sich beispielsweise allein durch die Biomasse aus Fürstenfeldbruck um die 150 000 hypothetische 40 Quadratmeter große Wohnungen mit Wärmepumpe im Winter beheizen.
Auch für die Energiegewinnung aus Sonnenstrahlen setzt sich Seemüller ein. Bereits vor über 20 Jahren errichtete er die erste große Solaranlage in der Region mit Bürgerbeteiligung. Zudem baute Seemüller sein Verbrennerfahrzeug in den frühen 2000er-Jahren zu einem Elektroauto um.
Nun wurde der Unterschweinbacher bei der Preisverleihung des Klima- und Umweltpreises in Fürstenfeldbruck besonders geehrt. „Josef Seemüller ist ein Vorreiter der Energiewende“, beglückwünschte Laudator Andreas Weigand den Klimaschützer. Weigand ist Geschäftsführer der Umwelt- und Klima-Agentur der Landkreise Fürstenfeldbruck, Starnberg und Landsberg am Lech.
Ans Aufgeben oder Ausruhen denkt Seemüller trotz seines Alters nicht. „Ich schmeiß’ mein Wissen, nur weil ich jetzt 90 Jahre alt bin, nicht einfach in den Mülleimer“, begründet der Klimaschützer sein anhaltendes Engagement.

