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Schöngeising:Mit Opa ins Museum

Jexhof-Schafe

Geschichten zeigen Kindern die Schafe unter neuem Blickwinkel.

(Foto: Günther Reger)

Großeltern sollen beim Besuch des Jexhof die "kulturelle Grundausbildung" der Enkel übernehmen

"Mit Oma und Opa zum Jexhof"- noch bis Oktober lädt das Bauernhofmuseum jeden ersten Samstag im Monat zu Führungen ein, die auf Großeltern- und Enkel zugeschnitten sind. Die Idee sei im Förderverein aufgekommen und werde durchaus angenommen, sagt Alfons Strähhuber, der sich die Führungen mit Karin Fryba teilt. Man wolle die ältere Generation gewinnen, den Kindern ihrer Kinder etwas aus ihrer eigenen Vergangenheit zu zeigen und nach Möglichkeit auch zu erklären. Ein neuer pädagogischer Kniff?

"Wenn man so will." Den Großeltern komme bei der "kulturellen Grundausbildung" ihrer Enkel, große Bedeutung zu, erklärt der frühere Gymnasiallehrer, der seine Kindheit auf einem Bauernhof in Oberlappach verbrachte und daher "eine besondere Beziehung zu Altbäuerlichem" hat. "Es ist uns und dem Förderverein wichtig, dass schon Kinder erfahren, wie ihre Vorfahren aufgewachsen sind und mit welchen einfachen technischen Hilfsmitteln sie zurechtkommen mussten". Die Buben und Mädchen sollten frühzeitig mit der Thematik in Berührung kommen, am besten mit den Großeltern, die noch einen Bezug zu dieser Lebenswelt haben. Man könne Kinder durchaus für Altes begeistern, wie sich etwa zeige, wenn man den alten Lanz-Bulldog mit Schwungradanatrieb und Außenzündung oder längst überholte Ackergeräte in den Blick nehme.

Da Mütter bald nach der Geburt wieder in die Arbeitswelt zurück wollten oder müssten, die Digitalisierung voranschreite und den Eltern wenig Zeit bleibe, über die schulische Bildung hinaus etwas für die kulturelle Entwicklung ihrer Kinder zu tun, sollten oder müssten eben Großeltern diese Aufgabe übernehmen. "Oma und Opa sind unser kulturelles Gedächtnis", und da wolle man ansetzen, erklärt der 73-Jährige. Bei den Führungen, wo immer möglich, tritt Strähhuber "eigentlich nur als Moderator" auf, denn "wenn Oma oder Opa ihrem Enkel etwas zeigen oder erklären, dann bleibt den Kleinen eher etwas in Erinnerung, als wenn ihnen ein Fremder etwas wie im Unterricht vorbetet".

Als Beispiel nennt Alfons Strähhuber den Holzofenherd, der früher in allen Bauernküchen stand und auf dem Jexhof heute noch betrieben werden kann. Der alte "Wamsler" wird in seinen Funktionen als Wärme-, Koch-, Backofen und Warmwasserreservoir erklärt und dann fachmännisch angeheizt. Manchmal kämen Großeltern untereinander ins Gespräch und tauschten interessante und lustige Erinnerungen aus. Ähnlich sei es bei den Hühnern und Schafen. Für Kinder seien die Tiere in erster Linie Anschauungsobjekt. Wenn die Großeltern dazu Geschichten erzählten, erlebten die Enkel sie unter neuem Blickwinkel.

Mit Oma und Opa zum Jexhof, Samstag, 1. September, 14 Uhr, ohne Anmeldung

© SZ vom 31.08.2018
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