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Schöngeising:Geiz geht schief

Jexhof Theatersommer

Ein Liebespaar, ein Polizist, zwei Ratschweiber und ein Gemeinderat: Im Theaterstück zeigt sich das ganze Spektrum eines ordentlichen Dorflebens.

(Foto: oh)

Jexhof-Theatersommer zeigt Komödie "Die Apostelwascher"

Einen Moment nicht aufgepasst - und schon nimmt das Unheil seinen Lauf, oder in diesem Fall: Schon ist das Bildnis des heiligen Apostel verschwunden. Für die Gemeinde Zwölfkirchen ist das natürlich ein Desaster. Für die Theaterbesucher, die zuschauen dürfen, wie verzweifelt die Bewohner nach einer Lösung suchen, ist es eine extrem unterhaltsame Komödie. Wie es zu dem Verlust der Figur kommt und was danach passiert, das können Zuschauer beim Theatersommer im Jexhof erleben. Denn dort wird in dieser Saison Alois Lippels Komödie "Die Apostelwascher" gespielt.

Günter Mayr ist nicht nur Vorsitzender des Fördervereins, der den Theatersommer organisiert, sondern auch Regisseur, Bühnenbildner und Schauspieler. "Für die Rolle, die ich spiele, habe ich zuvor vier Leute gefragt, die alle abgesagt haben. Also habe ich mir gedacht, dann mache ich es eben selbst", sagt Meyer. Und seine Figur ist ein ziemlich nerviger Typ. Denn immer, wenn die anderen Dorfbewohner einen "guten" Grund gefunden haben, warum man die Dorfkirche, deren 800-jähriges Bestehen bald gefeiert werden muss, noch renovieren kann, darf oder soll, ruft er: "Aber die im Nachbardorf haben ihre Kirche doch auch saniert. Und so schön."

Denn die Geschichte ist nicht nur voller Humor, sondern erzählt auch vom Geiz der wohlhabenden Dorfbewohner. Keiner von ihnen möchte sich finanziell an der Sanierung der heruntergekommenen Kirche beteiligen. Also beschließt man kurzerhand, das Gotteshaus eigenhändig zu renovieren. Dazu gehört auch, die zwölf Apostel am Fluss zu waschen. Und wie es eben so ist bei dilettantischer Arbeit, geht das schief und eine Figur verschwindet. Unangenehm ist das vor allem, weil zum Fest am nächsten Tag sowohl der Bischof als auch hohe politische Würdenträger angekündigt sind. Was also tun? Man beschließt, auf ein Wunder zu hoffen - außerdem wird zur Sicherheit ein Plan geschmiedet, der dem Verantwortlichen für den Verlust so gar nicht gefällt. Und zur Abrundung gibt es dann auch noch eine überaus herzige Liebesgeschichte.

Aufgezogen wird das Stück am Jexhof wie ein kleines Oratorium - mit Chor, Orchester und einem Solisten. Der steht auf einer Kanzel, quasi dem Kirchturm, und kommentiert von dort das Geschehen. Überhaupt seien die Dialoge und Szenen sehr kurz und dynamisch, erklärt Mayr. Es gibt sieben Schauplätze, zwischen denen das Geschehen hin und her springt. Natürlich können die Besucher von der Tribüne aus alle Spielorte gut einsehen. "Wichtig war auch, dass wir uns einen professionellen Techniker geholt haben. So rasant wie es da zugeht, ist es wichtig das bei der Beleuchtung absolut alles stimmt. Nicht, dass plötzlich ein Schauspieler im Dunkeln steht", sagt Mayr. Diese kommen größtenteils vom Rassoburg-Theater Grafrath. Gemeinsam mit den anderen Beteiligten wollen sie für einen unterhaltsamen Abend sorgen.

"Die Apostelwascher" beim Theatersommer am Jexhof. Premiere am Freitag, 29. Juli, von 21 Uhr an. Weitere Termine 30. Juli, 21 Uhr, 31. Juli, 19 Uhr, 5. August, 21 Uhr, 6. August, 21 Uhr und 7. August, 19 Uhr. Karten im Vorverkauf für 24 Euro, telefonisch unter 0172/837 77 89 und an der Abendkasse für 29 Euro.

© SZ vom 28.07.2016

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