Elf Fälle an einem Tag:Mit Schreckensnachricht viel Geld erbeuten

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Elf Fälle an einem Tag: Schreckensnachricht am Telefon: Immer wieder schocken Unbekannte die meist älteren Menschen am anderen Ende der Leitung mit einem Ziel: Sie wollen Geld oder Wertgegenstände.

Schreckensnachricht am Telefon: Immer wieder schocken Unbekannte die meist älteren Menschen am anderen Ende der Leitung mit einem Ziel: Sie wollen Geld oder Wertgegenstände.

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Kripo warnt vor Anrufen angeblicher Polizisten. Olchingerin übergibt einem Unbekannten mehrere Tausend Euros und Schmuck.

Von Ariane Lindenbach, Fürstenfeldbruck

Mit dem Anruf kam die Schreckensnachricht: Ihre Tochter habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Eine Haft könne nur durch die Zahlung einer Kaution abgewendet werden, hieß es weiter. Da die Frau den vermeintlichen Polizeibeamten und Vertretern der Staatsanwaltschaft Glauben schenkte, übergab sie am vergangenen Montag einem angeblichen Amtsboten Geld und Schmuck mit einem Gesamtwert in fünfstelliger Höhe. Erst danach bemerkte sie, dass sie auf Betrüger hereingefallen war.

Die 65 Jahre alte Frau aus Olching ist eines von zwei Opfern, die am Montag auf einen sogenannten Schockanruf hereinfielen. Wie die Polizei mitteilt, wurden allein an diesem Tag elf derartige Fälle in der Region Fürstenfeldbruck gemeldet. Die örtliche Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen übernommen und rät zu erhöhter Aufmerksamkeit. Polizisten und andere Staatsdiener würden beispielsweise nie Geld verlangen oder über die Notruf-Nummer 110 anrufen. Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord hat deshalb die Präventionskampagne "Leg auf" gestartet, denn allein 2021 wurden dort mehr als 3500 Anrufe falscher Polizisten oder angeblicher Verwandter registriert.

Im zweiten Fall überwies eine 60-Jährige aus dem Landkreis Landsberg am Lech einen vierstelligen Betrag an ihren vermeintlichen Sohn. Laut Polizei hatte dieser Geld für Möbel gefordert. Ähnlich gingen die Betrüger auch in Dachau vor. Dort verhinderte am Vormittag eine aufmerksame Bankmitarbeiterin die Übergabe eines fünfstelligen Geldbetrags. Die Bankangestellte stutzte, als ein älteres Ehepaar die ungewöhnlich hohe Summe abheben wollte. Wie sie erfuhr, wollte das Paar damit eine Kaution für ihre Tochter bezahlen, die ebenfalls angeblich an einem schweren Unfall beteiligt war. Die Mitarbeiterin der Bank informierte die Polizei, nachdem sie die beiden Geschädigten über die Betrugsmasche aufgeklärt hatte.

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