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Schach:Schnelle Denker

Schach

Neun Partien hat jeder Spieler bei den "Brain Games" in der Fürstenfeldbrucker Marthabräuhalle zu absolvieren.

(Foto: Günther Reger)

Großmeister demonstrieren ihr Können bei den "Brain Games"

Zum gut dotierten Schnellschach-Turnier, den "Brain Games" der Schachabteilung des TuS Fürstenfeldbruck, reisen immer zahlreiche Großmeister der Zunft an. Mehrmals war auch schon Vitaly Kunin aus dem hessischen Mörlenbach in der Brucker Marthabräuhalle dabei. Meistens hatte sich die Reise für den gebürtigen russischen Großmeister nicht gelohnt. Nach neun Schnellschachpartien, die jeder Spieler in etwa sechs Stunden absolvieren muss, ging das Siegerpreisgeld von 600 Euro zuvor immer an einen Konkurrenten. Diesmal klappte es. Kunin war an diesem Tag der beste Schnelldenker. In neun Partien gewann er sieben Mal und spielte zweimal Remis. Für seinen Großmeisterkollegen Leonid Milov aus der Ukraine blieb wie im Vorjahr nur der zweite Platz. Die Landkreis-Schachspieler traten wie erwartet nicht im Vorderfeld in Erscheinung.

Dafür war Thomas Hirn wieder präsent. Der Brucker Immobilienmakler ermöglicht erst das Turnier, das jetzt zum siebten Male stattfand. Er steuert als Sponsor 3000 Euro Preisgeld bei. Auch den Turniernamen hat sich Hirn gleich "Brain" im Startjahr 2013 ausgedacht. Hirn stammt aus einer Schachfamilie. Der Vater spielte Schach, ebenso seine Brüder Oskar und Erwin. Oskar Hirn hat den Titel eines Fidemeisters, ist achtfacher mittelfränkischer Meister und belegte beim Turnier einen respektablen 26. Platz. Thomas Hirn: "Hätte er die letzte Partie gewonnen, wäre er ziemlich weit vorne gelandet." Auch Ehefrau Jana Hirn sitzt regelmäßig am Schachbrett. Sie sicherte sich bei den "Brain Games" immerhin einen Sieg und ein Remis.

Der Nürnberger Thomas Hirn, der schon seit 1984 seine Immobilienmaklerbüro in Fürstenfeldbruck hat, war in jungen Jahren und später nicht nur Schachspieler. "Ich war auch Ringer", erzählt Hirn. Nach dem Umzug von Nürnberg nach Bruck schloss er sich als Ringer dem ESV München-Ost an. "Die Taktik im Schach und Ringen ist ganz ähnlich", sagt Hirn überzeugt, "in beiden Sportarten braucht man Geduld." Ringen, in dem er einst mittelfränkischer Meister war, hat er mit 40 aufgehört, aber im Schach spielt er in der zweiten Mannschaft des TuS Fürstenfeldbruck. Seit den "Brain Games" betreibt er wieder intensiver Schach. Doch ihn freut am meisten, dass sich das Schnellschach-Turnier "deutschlandweit etabliert hat". Er hätte gerne noch einige junge Talente aus Bayern dabei gehabt, doch die gleichzeitig stattfindenden oberbayerischen Jugend- und Schülermeisterschaften durchkreuzten diesen Wunsch.

Doch ein Jugendlicher profilierte sich ganz mächtig. Das Soham, ein 17-jährige Inder, der für Tarrasch München spielt, belegte mit Leonid Milov Platz zwei. Beide wurden mit 300 Euro Preisgeld belohnt. Genauso wie Milov verlor Soham keine Partie und spielte lediglich dreimal Unentschieden. Er hat den Titel eines Internationalen Meisters und Fachleute rechnen mit seinem Großmeisterstatus in sehr naher Zukunft. Aus dem Landkreis konnte sich kein Denksportler im Vorderfeld platzieren. Lorenz Gauchel (SK Germering) und Florian Ingerl (SC Gröbenzell) belegten die Plätze 50 und 58, gewannen von neun Partien immerhin fünf und vier und verloren jeweils nur drei. Die "Brain Games" gehen auch 2020 weiter. "Der 29. Februar, also der Samstag nach Fasching, ist wieder fest terminiert", wirbt Hirn schon für die nächste Auflage.

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