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SCF-Jubiläum:Fünf vor zwölf fürs Promispiel

Klagen bei ihrem Besuch in der SZ-Redaktion über großen Zeitdruck (von links): Jetmir Memedi, Christian Lerf und Jakob Ettner.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Besuch der Barcelona Legends in Bruck noch nicht genehmigt, zudem fehlen Sponsoren

Das Gastspiel der FC Barcelona Legends in Fürstenfeldbruck droht zu platzen, weil die Zeit für die Suche nach Sponsoren davonläuft. Davor warnen der Organisator Jetmir Memedi von "Eagle and Partners" sowie Jakob Ettner, Präsident des Sportclubs Fürstenfeldbruck. Beide appellieren an die Stadt, das für Sonntag, 7. Juli, geplante Gastspiel zu genehmigen. Sie Stadt knüpft eine solche Zusage an das Vorliegen eines schlüssigen Sicherheitskonzepts. Dessen Ausarbeitung freilich dürfte mindestens zwei Wochen dauern.

Das hundertjährige Bestehen des SCF soll groß gefeiert werden - als Höhepunkt ist das Freundschaftsspiel geplant zwischen der SCF-Herrenmannschaft und der Auswahl einstiger Weltklassefußballer, die früher im Trikot des spanischen Vereins aufgelaufen sind. Zu dem Spiel werden 5000 Zuschauer erwartet.

Um den erforderlichen sechsstelligen Betrag für die Veranstaltung aufzubringen, soll vor allem der Brucker Christian Lerf zahlungswillige Sponsoren finden. Für die aber sei es wichtig, dass eine offizielle Genehmigung der Stadt vorliege, sagt Lerf, der in Fürstenfeldbruck als Vermögensberater tätig ist. Auch er sieht den Oberbürgermeister im Wort. Erich Raff hatte bei Gesprächen und auch in der SZ seine Unterstützung zugesagt und sich zuversichtlich gezeigt, dass sich die Sache mit dem Sicherheits- und Parkkonzept lösen lasse. Am Montag wird Raff aus einem zweiwöchigen Urlaub zurückerwartet - auch diese Zeit sei wieder ohne jeglichen Fortschritt verstrichen, so Ettner und Memedi. Und das, obwohl das Projekt doch seit Dezember der Stadt bekannt sei. Sie hoffen, dass sie das Sicherheitskonzept nachreichen können. Die mit der Ausarbeitung beauftragte Wensauer SDW aus Emmering muss neben Zahl und Standort der Sicherheitsleute in Absprache mit Rettungskräften und Polizei beispielsweise auch Anfahrts- sowie Fluchtwege festlegen. Das alles kostet Zeit.

Große Hoffnungen macht die Stadtverwaltung Memedi und Ettner in der Sache nicht: Um entscheiden zu können, müsse erst das Sicherheitskonzept vorgelegt werden, lässt eine Mitarbeiterin des Ordnungsamts mitteilen. Im Rathaus gibt es offenbar Zweifel an der Professionalität der Veranstalter. Diese müssten auch mal sagen, was sie eigentlich genau wollten. Der für Sport zuständige Michael Maurer lässt durchblicken, dass diese selbst verantwortlich seien für die Hängepartie. Ähnlich äußert sich Raffs Stellvertreter Christian Götz (BBV). Er habe nicht den Eindruck, dass die Stadt da Schuld treffe. Man unterstütze ein solches Gastspiel, könne aber nicht einfach auf die Formalitäten verzichten. Platzt das Projekt, sieht Memedi seine wirtschaftliche Existenz gefährdet - er fürchtet Auswirkungen auf die folgenden Legends-Gastspiele, die in Kosovo, Mazedonien und Tirana geplant sind. Ettner wähnt sich als Opfer einer Intrige. Mit Blick auf sein schwieriges Verhältnis zum OB hegt er den Verdacht, er solle "erledigt werden."