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S-Bahn-Chaos in München:Strecke zwischen Lochhausen und Maisach tagelang gesperrt

Nach dem Zusammenstoß mit der S-Bahn hat der Bagger einen Teil der Lärmschutzwand in Olching mitgerissen.

Nach dem Zusammenstoß mit der S-Bahn hat der Bagger einen Teil der Lärmschutzwand in Olching mitgerissen.

(Foto: Günther Reger)

Beim Aufprall einer S-Bahn auf einen Bagger sind in Olching fünf Menschen verletzt worden, einer von ihnen schwer. Zwischen Lochhausen und Maisach wird die nächsten Tage kein Zug fahren. Auch auf der Stammstrecke ging zeitweise gar nichts mehr.

Es war gegen 4.20 Uhr, als Anwohner in Olching von einem mächtigen Knall aus dem Schlaf gerissen wurden. Eine leere S-Bahn hatte einen auf den Gleisen stehenden Bagger gerammt. Der Zug entgleiste. Fünf Menschen wurden verletzt, der Lokführer so schwer, dass er mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden musste. Fahrgäste befanden sich zum Unfallzeitpunkt nicht in der Bahn. Mehrere Gleise wurden gesperrt.

Laut Bahn bleibt die Strecke zwischen Lochhausen und Maisach voraussichtlich bis Sonntag gesperrt. Die S-Bahnen beginnen und enden bis auf weiteres in Lochhausen. Zwischen Lochhausen und Maisach hat die Bahn einen Schienenersatzverkehr aus Taxen und Bussen eingerichtet. Zwischen Maisach und Mammendorf pendeln S-Bahnen.

S-Bahn rammt Bagger.

Die beschädigte S-Bahn.

(Foto: Nicolas Armer/dpa)

Die Bundespolizei und die Staatsanwaltschaft ermitteln. Nach ersten Erkenntnissen stand der Bagger wegen Bauarbeiten auf dem Nachbargleis, als die S-Bahn vorbeifuhr. Bei einer Schwenkbewegung sei die Baggerschaufel mit dem Zug kollidiert, berichtete die Bundespolizei. Die Fahrerkabine der S-Bahn wurde eingedrückt.

Am Vormittag kam der Regionalverkehr zum Erliegen, Reisende aus Richtung Augsburg strandeten in Mammendorf. Auch auf den Straßen rund um München bildeten sich zahlreiche Staus.

SZ-Reporter Stefan Salger beschreibt seine Eindrücke: "Unter den Rädern ragt noch ein gelbes Stück des Baggerarms hervor. Der Zug ist entgleist, die Räder des zweiten Waggons haben sich tief ins Schotterbett eingegraben, auch an der Flanke sind Teile des Waggons eingedrückt und aufgerissen. Es wird deutlich, welche brutalen Kräfte hier gewirkt haben."

Der tonnenschwere Bagger selbst liegt halb auf der Seite 200 Meter weiter Richtung München. Er wurde aus dem Gleis gehoben und hat die Lärmschutzwand auf einer Länge von zehn Metern eingedrückt. Daneben liegt ein rotes Blechteil, das aus der S-Bahn herausgerissen wurde.

An der Unfallstelle sind Teile der Oberleitung beschädigt, verstreut liegen Teile der Installation, Kabel, zerborstene Metallteile. Es ist kurz nach acht Uhr, als eine rote E-Lok einen Rüstwagen bringt. Für die Bergung werden aber wohl große Kräne benötigt, die Arbeiten werden sich über mehrere Tage hinziehen.

Auf der Stammstrecke in der Münchner Innenstadt kam es am Vormittag nach einem Oberleitungsschaden ebenfalls zu erheblichen Behinderungen. Zeitweise ging gar nichts mehr. Nach Bahnangaben verkehren bis auf die S 1 und S 6 alle Linien wieder. Dennoch kommt es im gesamten S-Bahnnetz noch zu Verzögerungen.

Die Reaktionen auf den Ausfall der Bahnen fielen bei Betroffenen unterschiedlich aus, viele Fahrgäste grummelten zwar vor sich hin, bei Twitter sind aber auch einige zynisch-lustige Kommentare zu lesen:

© SZ.de/dpa/wolf

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