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Reden wir über:Diebe in der Dämmerung

Josef Heggmeier, Polizei

Kriminalhauptkommissar Josef Heggmeier klärt am "Tag des Einbruchschutzes" über Risiken und Schutzmaßnahmen auf.

(Foto: oh)

Josef Heggmeier klärt am Tag des Einbruchsschutzes auf

Interview von Moritz Glas

Am ersten Sonntag nach der Zeitumstellung zur Winterzeit, ist immer der "Tag des Einbruchschutzes". Zu diesem Zweck, lädt die Polizeiinspektion Olching und die Bürgervereinigung Schwaigfeld, am Sonntag, 30. Oktober, um 19.30 Uhr, zur Info-Veranstaltung ins Blaue Haus im Pfarrheim ein. Zu Beginn wird Wolfgang Klein, Polizeioberkommissar und Präventionsbeamter, der Polizeiinspektion Olching, ein paar Worte zur örtlichen Lage in Sachen Einbruchschutz sagen. Hauptredner ist Josef Heggmeier (). Er ist Kriminalhauptkommissar und für die Landkreise Fürstenfeldbruck, Dachau, Landsberg und Starnberg zuständig. In seinem Referat thematisiert er, wie man sich am besten vor Einbrüchen schützen kann und wie man sich im Falle eines Einbruchs verhalten sollte.

SZ: Was ist der Anlass für den Vortrag? Warum findet er genau jetzt statt?

Josef Heggmeier: Nun ja, der 30. Oktober ist der sogenannte Tag des Einbruchschutzes. Der ist immer am ersten Sonntag nach der Zeitumstellung. Jetzt, wo es schon früher dunkel wird, ist die Einbruchsrate auch höher. In den Herbst und Wintermonaten haben wir eine vermehrte Zahl von Einbrüchen bei Dämmerung. Die allgemeine Einbruchsrate steigt merklich an. Darum gibt es am Sonntag den Info-Tag.

In Ihrem Vortag soll es ja primär darum gehen, wie man Einbrüchen präventiv vorbeugen kann. Wie genau soll das gehen? Um es auf einen Nenner zu bringen: Am besten ist es, zu vermeiden, zu auffällig zu zeigen, dass man nicht zu Hause ist. Ein guter Trick ist zum Beispiel, ein Licht brennen zu lassen. Häuser, die bewohnt aussehen, bleiben eigentlich meistens verschont. Wenn man in den Urlaub fährt, sollte man auch darauf achten, dass der Briefkasten regelmäßig geleert wird und der Weg zur Haustür immer vom Schnee freigeschaufelt ist. All das trägt dazu bei, dass das Haus bewohnt aussieht. Natürlich gibt es außerdem noch viele Möglichkeiten, ein Haus einbruchssicher zu machen. Absperrbare Fenstergriffe und spezielle Türbeschläge, können einen Einbruch so zeitaufwendig für die Diebe machen, dass es sich nicht mehr lohnt. Rund 40 bis 50 Prozent aller Einbrüche sind nicht zuletzt deshalb nur Versuchstaten. Die Diebe kamen nicht einmal ins Haus.

Worauf genau sehen es den die meisten Einbrecher ab?

Tatsächlich sehen es die meisten Einbrecher auf Bargeld und Schmuck ab. Auf Sachen, die man halt leicht zu Geld machen kann. Meist finden die Raubzüge in Abwesenheit der Bewohner statt. An Brieftaschen kommen die Einbrecher aber manchmal nur dann heran, wenn der Besitzer zu Hause ist.

Was ist dann zu tun, wenn Einbrecher im Haus sind?

Wir von der Polizei raten grundsätzlich immer dazu, zuerst den Polizeinotruf zu wählen und sich dann anschließend etwa durch das Einschalten eines Lichtes bemerkbar zu machen. Die meisten Einbrecher verschwinden sofort, wenn die Möglichkeit besteht, dass sie ertappt werden. Die statistische Wahrscheinlichkeit für einen körperlichen Übergriff, ist sehr, sehr gering.

© SZ vom 28.10.2016
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