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Rascher Wechsel:Neue Wirte für Alte Schule

Alte Schule Gröbenzell

Die Gastronomie in der Alten Schule bleibt den Gröbenzellern erhalten.

(Foto: Matthias Ferdinand Döring)

Thomas Breitenfellner und Sascha Baum übernehmen die Gröbenzeller Traditionsgaststätte

Von Ariane Lindenbach, Gröbenzell

"Viel Vorschusslorbeeren, große Erwartungshaltung" - treffender als Zweiter Bürgermeister Martin Runge kann man die Reaktionen der Gröbenzeller Gemeinderäte kaum beschreiben. Anlass für die positiven Rückmeldungen und interessierten Nachfragen war die Neuigkeit, dass Thomas Breitenfellner der neue Pächter der Alten Schule in Gröbenzell wird. Mit dem 48-jährigen Sascha Baum als Koch wird der Organisator von Kulturveranstaltungen, Herausgeber des Gustl-Magazins und Betreiber des "Flori" in Eichenau die historische Gaststätte im Herzen von Gröbenzell übernehmen.

Thomas Breitenfellner ist der neue Wirt in der Alten Schule.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

"Wir haben uns gesucht und gefunden", erklärt Baum, dass nicht nur die Chemie zwischen ihnen beiden stimmt, sondern auch die Kompetenzen perfekt aufgeteilt sind. Baum, gebürtiger Krefelder mit Erfahrung in der Sternegastronomie, betrieb zuletzt die "Alte Brennerei" in Pullach. Er stammt aus einer Gastronomenfamilie, war zwischenzeitlich Küchenchef des Sofitel in München und lebt inzwischen mit seiner Familie in Gröbenzell.

Sascha Baum kocht künftig für die Gäste in der Alten Schule.

(Foto: Privat/oh)

Breitenfellner wollte einst Bürgermeister in Gröbenzell werden

Und genau dort ist auch die Verbindung zu Breitenfellner. Denn der einstige CSU-Gemeinderat mit Ambitionen auf den Bürgermeistersessel - er unterlag bei den letzten Kommunalwahlen in der Stichwahl gegen den jetzt amtierenden Bürgermeister Martin Schäfer - betreibt im Kulturzentrum der Nachbarkommune seit zwei Jahren die Gastronomie während Veranstaltungen. So haben sich Baum und Breitenfellner überhaupt erst kennen gelernt: Baum, 48, kocht für die Veranstaltungen im Puc und nutzt dessen Küche für seinen Catering-Service.

Breitenfellner hat damit nichts weiter zu tun. Dennoch ist das nicht seine erste Erfahrung mit dem Geschäft der Gaumenfreuden: Schon zehn Jahre bewirtet er die Veranstaltungen im Gröbenzeller Stockwerk, vor drei Jahren hat er das "Flori" in Eichenau eröffnet, das als Café, Restaurant und Bar erfolgreich ist. Der 37-Jährige betreibt auch noch eine Event- und Kommunikationsagentur und ist Chef von mehr als 50 Mitarbeitern. Mit der Paulaner-Brauerei, der Pächterin der Alten Schule, hat Breitenfellner einen Vertrag.

Wohlfühlen sollen sich Feinschmecker genauso wie Vereinsmitglieder

"Eine bayerisch-alpine Küche mit leicht mediterranem Einschlag", erläuterte Breitenfellner in der jüngsten Gemeinderatssitzung. "Regionalität und Frische" sollen auf der überschaubaren Speisekarte im Vordergrund stehen, außerdem will das Duo den Spagat schaffen zwischen einer gepflegten Gaststätte, wo man auch ein Gänge-Menü bekommt, und den vielen Vereinsmitgliedern, die sowohl die Räumlichkeiten im Obergeschoss als auch in den Nachbargebäuden nutzen, und die oft nur eine Kleinigkeit zu bezahlbaren Preisen konsumieren wollen.

Laut Rainhard Paesler (CSU) hat es hier in der Vergangenheit gelegentlich Probleme gegeben, wenn Vereinsmitglieder nach 20 Uhr noch etwas zu essen bestellen wollten. "Wir sehen das als Chance", erwidert Breitenfellner, auf die besondere Situation angesprochen. "Wir sind quasi eine WG mit den Gröbenhütern", als gebürtiger Gröbenzeller und Vereinsmitglied sei ihm die Problematik bewusst. Öffnen soll die Alte Schule nach einer dreimonatigen Renovierungsphase; der genaue Termin steht noch nicht fest. Mittags wird die Gaststätte vorerst nur am Sonntag öffnen. Wenn die Baustelle für das neue Rathaus gegenüber Geschichte ist, will das Pächter-Duo neu darüber nachdenken.

© SZ vom 16.04.2019
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