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Puchheimer Stadtrat:CSU-Fraktion behält ihren Chef

Thomas Hofschuster will wenigstens bis zur Sommerpause im Amt bleiben

Die Wogen in der Puchheimer CSU scheinen sich wieder zu glätten. Der Vorsitzende der Stadtratsfraktion, Thomas Hofschuster, will im Amt bleiben, mindestens bis zur Sommerpause, eventuell aber auch bis zu den Kommunalwahlen im März 2020. Voraussetzung dafür sei aber, dass ihn der Vorstand des Ortsverbandes als Kandidaten für den Stadtrat nominiert. "Es muss ein Signal vom Vorstand kommen", sagte Hofschuster. Für den Ortsvorsitzenden Markus Hammer ist der Fall klar. "Wenn er sich dazu bereit erklärt, steht ihm selbstverständlich ein Spitzenplatz zu", sagte Hammer der SZ.

Bislang hätten etliche Leute ihr Interesse an einer Kandidatur bekundet, der Vorstand werde aber erst in seiner übernächsten Sitzung einen Vorschlag erarbeiten, sagte der Ortsvorsitzende. Danach werde es sicher noch Änderungen geben, aber Hofschuster sei "definitiv" mit dabei. Das letzte Wort haben aber die Mitglieder bei der Aufstellungsversammlung. Hammer selbst hat aus beruflichen Gründen keine Ambitionen auf einen der vorderen Plätze, er ist Entwicklungsingenieur für Elektrotechnik. "Ich stehe nur als Zählkandidat zur Verfügung", sagte er.

Hintergrund der Querelen ist die Kandidatur um das Amt des Bürgermeisters. Der Ortsverband hatte Mitte März die Stadträtin und Gewerbereferentin Karin Kamleiter auf den Schild gehoben. Hofschuster hatte sich schon auf diese Aufgabe vorbereitet, stellte sich aber nicht zur Wahl aufgrund von Differenzen mit dem Vorstand über Vorbereitung und Organisation des Wahlkampfs. Anschließend hatte er erklärt, den Fraktionsvorsitz zur Verfügung zu stellen, wenn dies gewünscht werde. Er hielte es für sinnvoll, wenn die Bürgermeisterkandidatin diese profilierte Stelle übernehme. Kamleiter wollte sich seinerzeit nicht öffentlich festlegen und erklärte, man werde die Frage intern klären.

Im Amt bleiben will Hofschuster nun mindestens bis nach der Aufstellung der Stadtratskandidaten, die nach Angaben Hammers für Mitte bis Ende Juli geplant ist. Ermutigt habe ihn das große Echo von Fraktionskollegen und Bürgern auf seine "Nicht-Kandidatur", berichtete Hofschuster. Außerdem will er für einen reibungslosen Übergang in der Fraktion sorgen. Denn Ramona Fruhner-Weiß, die eine zeitlang als Nachwuchshoffnung der Puchheimer CSU galt, muss ihr Mandat Ende Juni aufgeben. Sie hat vor einiger Zeit geheiratet, allerdings findet das Paar in Puchheim keine erschwingliche Wohnung und zieht nun ins Dachauer Hinterland.

Fruhner-Weiß war 2014 in den Stadtrat eingezogen und ist Referentin für Kultur und Volksbildung. Auf Kreisebene hat sie sich als stellvertretende Vorsitzende von Ziel 21 profiliert. Sie hat Umweltplanung und Ingenieurökologie studiert und arbeitet als Referentin für Kommunales, Ehrenamt und Rhetorik bei der Hans-Seidel-Stiftung der CSU.