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Puchheim:Vierter Herausforderer

Bürgermeisterkandidat der Puchheimer UPD ist der 50-jährige Elektroingenieur Jürgen Honold.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

UBP-Mann Jürgen Honold will Puchheims Bürgermeister werden

Von Peter Bierl, Puchheim

Eine große Auswahl bekommen die Puchheimer bei der Kommunalwahl im März geboten. Die UBP hat Jürgen Honold als Bewerber für das Amt des Bürgermeisters nominiert. Der Elektroingenieur ist der vierte Herausforderer für Amtsinhaber Norbert Seidl (SPD). Ohne Diskussion, nach nur zwei Nachfragen und einer kurzen Vorstellungsrede wurde der Selbständige auf der Versammlung in den Bürgerstuben bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung gewählt. Honold ist Jahrgang 1969, im Allgäu aufgewachsen, lebt seit 20 Jahren in Puchheim und hat eine Familie mit drei Kindern.

Seine wichtigste Motivation für die Kandidatur ist Unzufriedenheit. "Ich bin mit der aktuellen Politik auf allen Ebenen absolut nicht einverstanden, mir fehlt in vielen Bereichen die Perspektive", sagte er. Honold möchte etwas ändern, "von unten rauf", möchte dazu beitragen, dass die Welt "lebenswert bleibt", sagte er in Anspielung auf den Klimawandel und die drohenden ökologischen Katastrophen. Er wolle sich von seinen Kindern später nicht fragen lassen, was er dagegen getan habe.

Honold schlug zunächst die Offizierslaufbahn ein und studierte bei der Bundeswehr, verabschiedete sich dann aber vom Militär. "Man kriegt viele Dinge mit, die man mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann", sagte er. Honold machte sich mit einem Ingenieurbüro selbständig, konzentrierte sich auf erneuerbare Energien und Photovoltaik und ist heute Sachverständiger für Bauwesen. Damit möchte er als Kandidat punkten, denn die Ausgaben der Stadt für Gebäude sind ihm viel zu hoch. "Ich verspreche, dass sich die Baukosten ändern." Die Kosten dürften nicht dermaßen aus dem Ruder laufen und es gebe durchaus Architekten, die in der Lage seien, Kostenvoranschläge einzuhalten. "Man muss sich das einfach genauer anschauen", forderte er.

Ein weiterer Schwerpunkt sind für den Kandidaten die erneuerbaren Energien, er ist auch im Verein Ziel 21 des Landkreises engagiert. Vorbild für Honold ist die Gemeinde Wildpoldsried im Allgäu, die als energieautark gilt. Er wolle Puchheim zum "Vorreiter", zur "Vorzeigestadt" machen. Außerdem beklagte er, dass es in der Stadt an dem Gefühl "Mir san mir" fehle. Er wolle deshalb das "Gemeinschaftsgefühl" stärken, durch "Gemeinschaftserlebnisse". Ansonsten wartete Honold mit keinen konkreten Vorschlägen auf, versprach aber, im Wahlkampf für alle Ideen aus den Reihen der UBP offen zu sein.

© SZ vom 28.10.2019
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