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Puchheim:Suche nach Alleinstellungsmerkmal

Empfang bei den UBP (von links): Thomas Salcher, Bürgermeisterkandidat Jürgen Honold, Maria Ostermeier, Max Keil und Ulrich Schuon.

(Foto: Günther Reger)

UBP-Bürgermeisterkandidat Jürgen Honold will eine Seilbahn in Puchheim bauen

Von Peter Bierl, Puchheim

Der UBP-Bewerber arbeitete sich noch an der Podiumsdiskussion der Bürgermeister-Kandidaten vom Mittwoch ab. Worin unterscheiden sich die Parteien eigentlich, hatte ein Zuhörer wissen wollen. "Nur in Bereichen", räumte Jürgen Honold beim traditionellen Neujahrsbrunch der UBP am Sonntag ein, zu dem wahlkampfbedingt mehr als 90 Gäste gekommen waren. Ein Alleinstellungsmerkmal hat er inzwischen ausgemacht. Die UBP verspricht in ihrem Programm, dass Puchheim bis 2040 klimaneutral sein soll. Dafür soll in Klimaplan aufgestellt werden, die Fortschritte würde ein Bürgermeister Honold jedes Jahr öffentlich prüfen lassen. "Damit bin ich der einzige Politiker weltweit", verkündete er.

Nachdem die Gäste sich am Buffet gestärkt hatten, das aus Kuchen, Salaten, Kürbissuppe und Würsten bestand, läutete der UBP-Vorsitzende Ulrich Schuon mit Hilfe einer Fahrradklingel den ernsten Teil des Vormittags im Saal der Nachbarschaftshilfe ein. In seiner Rede zählte Honold auf, dass die UBP weder die Adjektive grün, sozial, frei oder christlich im Namen führe, aber alle diese Aspekte vertrete. Christliche und konservative Werte fänden sich im Programm der Wählergruppe, er selber sei "dunkelrot aber nicht linksradikal", sondern sozial. Und die UBP brauche nicht mehr Demokratie wagen, wie die Puchheimer FDP mit Hilfe eines Zitats von Willy Brandt plakatiert hat, denn man habe eine Demokratie und wolle sie leben.

Als weiteren Vorzug der UBP pries Honold ihre Kandidaten an, sowie den Umstand, dass alle hinter dem Programm stünden. Er stichelte, dass von vielen Politikern 2050 als das Jahr in Aussicht gestellt werde, an dem sich alles ändert, was aber kaum jemand erleben dürfte. Die Zielmarke der UBP bei der Klimaneutralität liegt allerdings auch fünf Jahre über dem, was Fridays for Future fordert. Um die Wende bis 2040 zu schaffen, möchte die UBP Fotovoltaik und Speichertechnologie "massiv" ausbauen, außerdem böten "nachhaltiges Bauen" und Gebäudesanierung ein "enormes Einsparpotenzial" für Kohlendioxid. Die Wählergruppe wirbt für den "Erhalt von schützenswerten Bäumen und Buschgruppen" und will versiegelte Verkehrsflächen umgestalten. Von einer Baumschutzverordnung ist aber nicht die Rede.

Honold setzt auf einen "autonomen Bus" sowie eine Seilbahn, um den Autoverkehr in den Griff zu bekommen. Die UBP und ihr Bürgermeisterkandidat werben für ein Wohnprojekt Mehrgenerationenhaus und eine Insel nach Germeringer Vorbild, einem Treffpunkt und einer Koordinationsstelle für soziale Arbeit. Beides würde von den anderen Bewerbern gleichfalls unterstützt, räumte Honold ein.

Er persönlich sei schon sehr ungeduldig darauf, diese Forderungen als Bürgermeister umzusetzen. "Ich habe keine Lust auf Ausreden, wenn wir etwas wollen, kriegen wir das auch", verkündete Honold, was manchen Stadträten der Konkurrenz ein leises Lächeln entlockte. Anschließend präsentierte der UBP-Fraktionssprecher Reinhold Koch die Bilanz aus den abgelaufenen sechs Jahren im Stadtrat. Als sechsköpfige Fraktion habe man nicht alles durchsetzen können. Der Wille allein reicht eben nicht immer aus.

© SZ vom 20.01.2020
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