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Puchheim:Rampen für Rollerfahrer und Radler

Die Scooter- und BMX-Szene wünscht sich eine Erweiterung des Skaterparks. Die Jugendlichen haben 100 Unterschriften gesammelt und einen Film gedreht

Über 100 Jugendliche aus Puchheim haben an den Stadtrat appelliert, die Skateranlage am Volksfestplatz zu vergrößern und Anlagen für Trickroller- und Radfahrer zu bauen. Zwei Vertreter der Scooter- und BMX-Szene präsentierten den Vorschlag am Dienstag im Stadtrat. Stadträte aus mehreren Fraktionen wollen das Projekt unterstützen.

"Das reicht schon fast für ein Bürgerbegehren", sagte Bürgermeister Norbert Seidl (SPD), als ihm Angelo Rito und Clemens Weber die Unterschriften überreichten. Die Jugendlichen hatten auch einen Film gedreht, den sie im Sitzungssaal vorführten, in dem sich knapp 20 Kinder und Jugendliche drängten. Zu sehen waren allerlei Kids auf Rollern und Rädern bei waghalsigen Aktionen, die auf der Puchheimer Anlage oft mit Stürzen endeten, auf den Parks in Gernlinden oder Geltendorf hingegen meist formvollendet gelangen. Nach Angaben von Rito und Weber besteht der Kreis aus Schülern und Azubis, die sich bislang am Puchheimer Skaterpark treffen oder am Wochenende zu größeren Anlagen in der Umgebung fahren.

"Die Anlage in Geltendorf ist dreimal so groß", sagte Rito. "Der Platz in Puchheim ist auf Skater angelegt, aber das reicht nicht mehr, weil es neue Sportarten gibt." Die Jugendlichen hätten darum gern ein paar neue Rampen, am besten aus Holz, und würden beim Bau selbst Hand anlegen. Skaten ist nach Angaben von Weber out. Man wolle die verbliebenen Skater keineswegs verdrängen, aber ganze zwei Jugendliche aus Puchheim und Gröbenzell würden diesem Sport noch frönen, sagte Weber. Seine Bemerkung, alle Generationen würden sich am Skaterpark treffen, veranlasste Grünen-Stadträtin Elke Eberl zu der Nachfrage, ob beim verlangten Umbau auch an Rollatoren gedacht sei.

"Wir sind weg von Computer und Playstation, weg von der Straße, hängen nicht irgendwo ab, sondern sind an der frischen Luft und bewegen uns", warb Rito für das Projekt. Dem Vorschlag des Bürgermeisters, mehrere Standorte für eine größere Anlage zu prüfen, konnten die Jugendlichen wenig abgewinnen. "Die Anlage jetzt liegt zentral", sagte Rito.

CSU-Fraktionschef Thomas Hofschuster lobte den Film als "sehr spacig und künstlerisch wertvoll". Er erinnerte daran, dass der Skaterpark damals zusammen mit Gröbenzell eingerichtet wurde und empfahl, sich erneut mit der Nachbargemeinde sowie den Einwohnern abzustimmen. Kurzfristig werde sich das Projekt aber nicht verwirklichen lassen, meinte Hofschuster. Zunächst müsste ein genaues Konzept mit Kosten und Zeitplan erarbeitet werden. Die Gemeinde Gröbenzell ist offen gegenüber den Ideen der Jugendlichen. "Wir würden uns nicht verschließen", sagte Zweiter Bürgermeister Walter Strauch (CSU) der SZ am Mittwoch. Man müsste aber wissen, was genau geplant werden soll, in welchem Zeitraum und was eine Vergrößerung des Skaterparks kostet.

Am sinnvollsten wäre es also vermutlich, die Jugendlichen aus Puchheim würden ihre Präsentation im Gröbenzeller Gemeinderat wiederholen. Gröbenzell hatte sich seinerzeit dem Puchheimer Projekt angeschlossen, nachdem eine Halfpipe außerhalb des Ortes zerstört worden war und die Frage nach einer Alternative aufkam. Der Skaterpark an der Alpenstraße am Puchheimer Volksfestplatz wurde 2007 erweitert, modernisiert und Mitte Oktober offiziell eingeweiht. Schon davor kamen viele Besucher, um an den Ramps, Rails und Tables ihre Fähigkeiten zu testen.

Die Kommunen hatten damals mit "erheblichem finanziellen Einsatz" einen Skaterpark geschaffen, der keine Wünsche offen lasse, hieß es aus dem Puchheimer Rathaus. Das Projekt kostete einschließlich Asphaltierung und Skaterelementen über 51 000 Euro, von denen Gröbenzell 18 000 Euro übernahm.