Puchheim Mair gewinnt Geländelauf

Weil der Wind die dunklen Regenwolken wegbläst, bleibt den Läufern Matsch erspart.

(Foto: Günther Reger)

20-jähriger aus Tirol lässt 150 Konkurrenten hinter sich

Von Karl-Wilhelm Götte, Puchheim

"Papa, schneller", feuert ein zwölfjähriges Mädchen ihren keuchenden Vater an. Dabei filmt sie ihn mit dem Handy. Da ist Simon Mair schon längst vorbei gelaufen. Er dreht schon nach 1500 Metern einsam seine Runden. Beim Cross-Hauptlauf des FC Puchheim läuft der 20-jährige Tiroler allen Konkurrenten davon. Nach 6000 Metern über einen durchaus anstrengenden Querfeldeinparcours im Puchheimer Sportzentrum hat er im Ziel 36 Sekunden Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Michael Harlacher, 38, aus Aichach. Die Puchheimer Organisatoren freuen sich, dass bei ihrem zehnten Cross-Event mit etwa 150 Teilnehmern über alle Kurz- und Langdistanzen durchaus ansprechende Starterfelder in allen Altersklassen zustande gekommen sind.

Doch mit einer Sache hadern FCP-Leichtathletikabteilungsleiter Christoph Friedrich und Cross-Organisatorin Claudia Metzger immer noch. Sie wollten sich mit dieser Veranstaltung, so war mal der Plan bis Oktober dieses Jahres gewesen, für die Austragung der Bayerischen Cross-Meisterschaften am 23. Februar empfehlen. 600 Crossläufer wären dann nach Puchheim gekommen, um Titel zu gewinnen. "Dann kam plötzlich Ende Oktober die Absage vom Bayerischen Leichtathletik-Verband (BLV)", erklärt Metzger, die einstige Bayerische Meisterin über 800 Meter. Der BLV hatte bei zwei Besichtigungen die Streckenführung abgenommen. Doch dann kritisierte der Verband - für die Puchheimer aus heiterem Himmel - die 1000-Meter-Runde im Sportzentrum, die einer Meisterschaft nicht würdig sei. "Das war vollkommen unverständlich", so Metzger, "zuvor war noch alles in Ordnung gewesen. Das war alles an den Haaren herbeigezogen." Vermutet wird die Einflussnahme bestimmter Vereinstrainer, denen der Austragungsort missfiel, so dass die Meisterschaften nun in Kemmern bei Bamberg ausgetragen werden. Dabei sei die Strecke in Puchheim abwechslungsreich und anspruchsvoll.

Das Feedback der Läufer in Puchheim sei auch diesmal wieder durchweg positiv, meint Leichtathletikchef Friedrich. Glück hatten die Organisatoren am Samstag, dass die dunklen Wolken am Himmel immer wieder weggeblasen wurden und allen deshalb Matsch erspart blieb. So wurde drei Stunden lang Rennen um Rennen gestartet. Mit dabei auch Reto Spalinger vom FC Puchheim, der über 3000 Meter in der U 20 antrat. Der 16-jährige Schüler setzte sich zunächst an die Spitze des Juniorenfeldes, doch in der zweiten Runde zog der Gräfelfinger Raphael Bartelmus an ihm vorbei. Der Sieger war jedoch zwei Jahre älter und gewann die U 20, Spalinger das Rennen der U 18. "Ich wollte auch insgesamt Erster werden, konnte mein Tempo aber nicht halten", meinte der Puchheimer, der für die LG Würm-Athletik startet. Reto Spalinger trainiert viermal die Woche. Interessant sind seine Gedanken beim Laufen: "Während eines Rennens denke ich nur ans Durchhalten, im Training geht es auch darum, den Kopf leerzulaufen." Er ist im Sommer Mittelstreckler und will sich im kommenden Jahr über 800 Meter näher an die Zwei-Minuten-Grenze heranarbeiten. Alle talentierten Puchheimer Leichtathleten starten für die LG Würm-Athletik, so die Vereinbarung, wenn sie 14 Jahre alt sind. Dort wird dann Leistungssport betrieben. "Wir machen die Basisarbeit", erläutert Friedrich. Die läuft offenbar gut. "Wir betreuen 20 bis 30 Kinder in jeder Jahrgangsstufe", berichtete er, "wir stoßen manchmal schon an unsere Kapazitätsgrenzen."