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Puchheim:Kritik an Neubauplänen

Vorgesehen ist der Abriss des fast kompletten Geländes, es sollen mehrere Neubauten mit bis zu sieben Stockwerken entstehen. Dafür müssen auch etwa 60 Bäume gefällt werden.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Grüne reagieren auf Forderungen des Bundes Naturschutz

Die Kritik des Bundes Naturschutz an den Neubauplänen am Alois-Harbeck-Platz in Puchheim zeigt erste Wirkung. Die Grünen haben ihre Fraktion beauftragt, Änderungen zu verlangen, um einen Kahlschlag zu verhindern und das Verkehrsproblem zu lösen. Vorgesehen ist der Abriss fast des gesamten Ensembles und mehrere Neubauten mit bis zu sieben Stockwerken. Dafür müssten etwa 60 Bäume abgeholzt werden. Außerdem sollen angeblich etwa 1300 Autos zusätzlich jeden Tag dorthin fahren.

Bei der jüngsten Versammlung der Grünen wurde der Umbau prinzipiell befürwortet, allerdings forderte die Partei Änderungen im Detail. So soll die Allingerstraße in dem Bereich zwischen Poststraße und Bahnhof in einer Begegnungszone umgewandelt werden. Die elf Schrägparkplätze in der Straßenmitte würden aufgegeben. Im gesamten Straßenraum würde Tempo 20 gelten, was sowieso geplant ist, und alle Verkehrsteilnehmer wären gleichberechtigt. Die Behindertenparkplätze vor der Kirche sollen die Grünen erhalten.

Als problematisch betrachtet die Partei die Zufahrt zur Kindertagesstätte, die vom Alois-Harbeck-Platz in die Josefsstraße verlegt werden soll. Das ist zugleich die Zufahrt zum alten Gewerbegebiet und die Straße würde nach den Umbauten wegen der zusätzlichen Autos stärker frequentiert. Die Grünen fordern eine sichere Zufahrt für den Radverkehr, auch mit Anhängern, und deshalb einen Radweg. Lediglich ein Gehweg sei nicht ausreichend.

Die Bäume, die den Neubauten im Weg stehen, sollen genau untersucht und möglichst viele der Laubbäume erhalten bleiben. So stünden in der nordöstlichen Ecke des Areals zwei Ahornbäume, die geschützt werden sollen. Eine "pauschale Abholzung ganzer Bereiche" lehnen die Grünen ab. Der Ortsverband fordert außerdem ein klimafreundliches Energiekonzept, so sollen Dachflächen für Photovoltaik genutzt werden.

© SZ vom 13.08.2020 / bip

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