Puchheim Kettenreaktion

Kreative Vorbereitung: Einzelne Steine, aber auch hohe Gebilde bauen die Kinder beim Domino über mehrere Stockwerke.

(Foto: Günther Reger)

Kinder bauen ein Riesen-Domino auf, dann purzeln die Steine

Von Jamila Christians, Puchheim

Die Dominosteine sind wieder gefallen. Nach dem berühmten Vorbild der Fernsehsendung "Domino Day" fand am Wochenende das Geduldsspiel in der Evangelischen Gemeinschaft Puchheim statt. 50 000 Steine wurden dabei von 49 Kindern und 20 freiwilligen Helfern aufwendig in Position gebracht - mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl. In sieben verschiedenen Gruppen arbeiteten die Kinder im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren an unterschiedlichen Formationen, die eines gemeinsam hatten: Am Ende sollten möglichst viele der Steine per Kettenreaktion zu Fall gebracht werden. Dabei durfte jede Gruppe eigene Ideen und Konstruktionen umsetzten.

Im oberen Stockwerk des Gebäudes ging es los. Anschließend schlängelten sich die Steine über die Treppenstufen hinunter in die Räume des Erdgeschosses. Die einzelnen Zimmer wurden durch Dominosteine verbunden, das Ziel der Strecke befand sich im großen Gemeinschaftsraum. Ob in gerader, runder und schlangenlinerarer Ausrichtung oder mit Türmen, Brücken und Kugelbahnen, der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Um sich für das große Finale am Samstag zu wappnen, durften die Kinder bereits am Freitag erste Testläufe und Übungen starten. Unter der Leitung von Jugendpastorin Alisa Eichas wurde getüftelt, gebaut und gespielt. Dabei waren sich die Buben einig, was ihnen besonders an dem Spiel gefällt. Marco (10) und Timon (9), die auch zu Hause das Hobby pflegen, erzählten: "Der beste Moment des Spiels ist der, wenn am Ende alles in sich zusammenfällt und jede Figur einstürzt." Damit vorher kein Stein aus Unachtsamkeit zu Fall kommt, haben sie sich etwas Besonderes einfallen lassen: Zwischen den aufrecht stehenden Steinen, wurden einige der Holzklötze quer gelegt, für den Fall der Fälle.

Indes fokussierten sich die Mädchen eher auf besondere Konstruktionen und kreative Ausführungen der schmalen Steine. Denn das ist für Esther (12) und Elijana (10) auch das Besondere an dem Spiel. "Uns gefällt, dass wir so kreativ sein können und dass man aus den Steinen so viel machen kann." So wurde eine bunte Autorennbahn kurzerhand umfunktioniert und in die Dominostrecke integriert. Plan der Mädchen war es, dass die Autos durch die umfallenden Steine in Fahrt kommen und die nächste Reaktion auslösen. Der Aufbau der Dominosteine ist mühsam - das kann manchmal auch Frust hervorrufen, wenn etwas nicht gleich klappt. "Die Kinder lernen hier zusammenzuarbeiten, aufeinander einzugehen, aber auch schwierige Situationen zu lösen", sagte Eichas.

Und tatsächlich, beim Finale am Abend fielen wie geplant alle Steine, auch wenn manche Klötze den ein oder anderen Anstoß brauchten.