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Puchheim:Kampfkunst im Online-Kurs

Aufmerksame Zuschauer: Zwei Kinder verfolgen die Übungsdemonstration am heimischen Fernsehgerät.

(Foto: Minema Martial Arts)

Programm von Puchheimer Studio lässt sich mit Laptop oder Smartphone verfolgen

Die Familienkampfkunstschule "Minema Martial Arts" hat angesichts der Corona-Krise ihr Bewegungs- und Sportangebot online gestellt. "Wir haben uns dazu entschlossen, die derzeitig herausfordernde Situation als Chance zu begreifen", sagt Michael Neumaier, Leiter der Schule. 300 Mitglieder betreut die Schule in der Siemensstraße. Das Gros, nämlich 240 Mitglieder, sind Kinder im Alter über drei Jahren, die sich dort regelmäßig in Selbstverteidigung üben.

Neumeier hat nach der Schließung der Sportvereine und Fitnessstudios sofort reagiert. "Innerhalb eines Tages haben wir es geschafft, unseren kompletten Unterricht online anzubieten", erklärt der Leiter. Per Handy, Laptop oder Fernseher gibt es nicht nur kleine Häppchen zum Nachmachen, sondern täglich auch das volle Programm wie zuvor in der Kampfkunstschule. 45 Minuten am Stück beträgt die jeweilige Übungseinheit, die auch für zu Hause extra zusammengestellt worden ist und komplett absolviert wird. "Die Rückmeldungen unserer Mitglieder sind überwältigend", erklärt Neumaier und klingt äußerst zufrieden. "Uns erreichen viele Dankesnachrichten, Bilder und auch Videos, wie Kinder und Familien vor den Bildschirmen zu Hause an unserem Kampfkunstunterricht teilnehmen."

"Selbstverteidigung, Selbstbehauptung und Selbstvertrauen", so der Anspruch von Minema sind die Kategorien und Ziele, um die sich die Kampfkunstschule bemüht. Sie wurde 2013 gegründet. Kampfkunst für Frauen zur Selbstverteidigung ist ein Schwerpunkt, aber auch "Kindersicherheit". Minema geht laut Neumaier auch in die Schulen und Kindergärten, um dort Anti-Mobbingprogramme zu entwickeln oder Kindersicherheitstage zu veranstalten. "Dabei üben die Kinder den Umgang mit Fremden ein", erklärt der Minema-Chef. Die Hauptorientierung der Kampfkunstschule ist jedoch vor allem auf komplette Familien ausgerichtet. Denen biete man ein gemeinsames Hobby an. Die Kinder entwickeln Spaß an der Bewegung und an der Selbstverteidigung. "Für die Erwachsenen ist unser Programm auch ein sanfter Stresskiller", verspricht Neumaier. Der 39-jährige Puchheimer hat zusammen mit seiner Ehefrau Melissa selbst fünf Kinder. Neumaier stammt aus der Kampfsportszene. Mit 13 Jahren hat er mit Ju-Jutsu begonnen, lernte auch Karate und andere Kampfsportarten. Nach und nach hat er sich bis zum vierten Dan hochgearbeitet, ein sehr beachtliches Niveau im Kampfsport.

Der Zugang zur Online-Übertragung des Kampfsportkurses ist nicht nur Mitgliedern vorbehalten. Unter https://online.minema.de/ kann sich jedermann ein Bild des Angebots machen. "Wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, die nächsten Wochen so fröhlich, wertvoll, gesund und sportlich wie möglich zu verbringen", sagt Michael Neumaier. Seine Familienkampfkunstschule ist ein kleines Unternehmen mit sechs Mitarbeitern. "Finanziell läuft es noch normal", sagt Neumaier, aber auch er müsse Leute, Miete und Versicherungen bezahlen.

© SZ vom 24.03.2020
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