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Puchheim:Grüne Insel 

Akribisch dokumentieren die Studentinnen jeden Baum und jeden Strauch auch dem Grundstück.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Landschaftsarchitektur-Studenten beim Ortsbesuch auf dem Bründl-Grundstück

Akribisch wie Botaniker und Biologen begutachten an einem sonnigen Maitag etwa 20 künftige Landschaftsarchitekten von der TU München Flora und Fauna auf dem der Bürgerstiftung für den Landkreis Fürstenfeldbruck von Tamara Bründl vererbten Grundstück an der Sandbergstraße in Puchheim. Sie bestimmen einzeln oder in kleinen Grüppchen Pflanzen, Sträucher, Baumgruppen und dokumentieren den Bewuchs und den Zustand des verwunschenen Areals anhand von Fotos, ebenso wie die zwei Brunnen, Obstbäume und Gemüsebeete. Was sie an Eindrücken, Bildmaterial und Daten sammeln, ist für sie eine Arbeitsgrundlage. Sie sind Teilnehmer eines Wettbewerbs des Lehrstuhls für Landschaftsarchitektur. Bei diesem geht es darum, Konzepte für einen öffentlichen, "identitätsstiftenden Bürgerpark" zu entwickeln. Ein solcher soll auf dem 5000 Quadratmeter Grundstück entstehen, das schon jetzt in dem dicht bebauten Wohngebiet eine Sonderrolle einnimmt.

Den Studenten ist anzumerken, dass sie von dem, was sie vorfinden beeindruckt sind. Zeichnet Teile des Bestands, wie einige anmerken, doch schon jetzt ein parkähnlicher Charakter aus. Ein Student beschreibt den Garten als "sehr idyllisch, ruhig und vielfältig". Eine Kommilitonin spricht bewundernd von einer "kleinen Insel mitten im Wohngebiet mit vielen Qualitäten". Die vorgefundene Vielfalt resultiert aus unterschiedlicher Formen der Gartenkultur. Angefangen mit einem klassischen Obst-, Gemüse- und Blumengarten im nördlichen Teil, der dann über Fichten und Kiefern sowie eine die Grundstücksmitte beherrschende 110 Jahre alten Linde fließend mit großzügigen Wiesen-Freiflächen in einen kleinen Privatpark übergeht, den im Süden eine mächtige Blutbuche dominiert.

In dieser Vielfalt liegt die eigentliche Herausforderung für die Studenten. Wie eine Teilnehmerin an dem Kolloquium nach der Besichtigung anmerkt, greift jede Veränderung, die jedes neue Gesamtkonzept zwangsläufig mit sich bringt, in die bestehenden "Qualitäten" ein. Machen doch diese den Reiz des Grundstücks aus. Das kann zum Problem werden. Neben Kreativität ist also Fingerspitzengefühl gefragt. Gesucht wird auch nach Anknüpfungspunkten zu Puchheim und dessen Bürgern. Einer solcher Punkt ist das Projekt "essbare Stadt". Ein anderer die Lage in einem Hochwassergebiet in dem ehemaligen Moosgebiet, mit der Option, das Element Wasser und Brunnen als neues Gestaltungsmittel einzubringen. Die Studenten sind neugierig, interessiert, offen. Nur über Ideen, erste Vorüberlegungen für eigene Konzepte, spricht niemand. Hier beginnt die Konkurrenz. Will doch jeder einen der von der Bürgerstiftung mit Geld dotierten Preise gewinnen.