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Puchheim:Gärtnern im urbanen Raum

PUCHHEIM: Projekt Stadtbeete Puchheim âÄ" Feier zum fünften Geburtstag

Johanna Diller (rechts) zeigt einer Besucherin das Hochbeet des nun fünf Jahre währenden Puchheimer Projekts.

(Foto: Leonhard Simon)

Puchheim feiert fünf Jahre "Stadtbeete" und wil das Projekt fortführen. Und die Bienen haben auch etwas davon

Von Manon Harenberg, Puchheim

Mit Live-Musik, Freigetränken und Catering hat die Stadt Puchheim am Sonnta den fünften Jahrestag des Modellprojekts "Stadtbeete" gefeiert. Gut 50 Puchheimerinnen und Puchheimer sind gekommen, um mit dem Bürgermeister Norbert Seidl und den ehrenamtlichen Helferinnen das Bestehen des Projekts zu feiern.

Am Bürgergarten, dem "Herzstück" des Projekts direkt neben der S-Bahn-Haltestelle Puchheim, wurden Pavillons und Bierbänke aufgebaut. Die Hochbeete drum herum sind mit verschiedenen Gemüsesorten bepflanzt, wie Fenchel, Mangold oder Salat. Auch an den Tomaten- und Kohlrabipflänzchen kann man bereits kleine, aber noch unreife Früchte sehen. Passend zu dem Projekt wurden die Tische mit Setzlingen - eine Spende der Gärtnerei Sturm - von verschiedenen Gemüsesorten dekoriert, die die Gäste im Anschluss mitnehmen dürfen. Die Band "Ton-Art" steuert das musikalische Rahmenprogramm bei. Unter einem der Pavillons ist ein Quiz aufgebaut. Die Gäste können Samen in kleinen Gläschen dem entsprechenden Gemüse zuordnen. Haben sie das Quiz richtig gelöst, warten Preise auf sie, wie Samen oder Ableger. Außerdem können sich die Gäste einer Schnitzeljagd per Rad mit Edi Knödlseder anschließen, die zu den verschiedenen Stationen des Projekts führt.

Bürgermeister Norbert Seidl lobt den Erfolg des Projekts. Im Jahr 2015 habe ihm ein Vortrag des Bürgermeisters der Stadt Andernach - der ersten "Essbaren Stadt" Deutschlands - nicht mehr losgelassen. "Da dachte ich, das Projekt wäre doch auch was für Puchheim", sagt er zu den Gästen. Anschließend habe sich die Umweltbeauftragte Monika Dufner mit einigen engagierten Helferinnen und Helfern an die Erarbeitung eines Konzepts gemacht. Seither übernehmen sie die Pflege und Erweiterung des Projekts. Die Idee ist, dass auf einigen kommunalen Flächen der Stadt Obst, Gemüse und Kräuter angepflanzt werden, die anschließend für den Eigenbedarf geerntet werden können. Andere Flächen, sogenannte Bürgeracker, werden für den eigenen Anbau zur Verfügung gestellt. Auch die Puchheimer Honigbienen sind im Rahmen des Projekts fleißig: Sie produzieren einen eigenen Stadthonig auf der Puchheimer Hochzeitswiese, der am Empfang des Rathauses erworben werden kann.

Sabine Matthies-Kellner war von Anfang an als Ehrenamtliche bei dem Projekt dabei. Sie arbeite mit viel Freude daran, jedoch würden die meisten Sorten viel zu früh geerntet. Oftmals würden die Pflanzen sogar als Ganzes ausgebuddelt, sodass für andere weniger übrig bleibe. Bei dem Projekt stehe aber gerade der integrative Aspekt des gemeinsamen Gärtnerns im Vordergrund. Durch die Arbeit von Monika Dufner und dem Team konnte seit 2016 mehr als 50 Obstbäume und ein Netz aus Hochbeeten, Kräuterspiralen und einigen Bürgerackern in ganz Puchheim entstehen. Durch den Anbau von Nahrungsmitteln vor Ort soll ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Dabei wird natürlich auf chemische Unkrautvernichtungsmittel verzichtet.

© SZ vom 20.07.2021
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