Puchheim:Hilfe für Eltern und Kinder

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Puchheim: Was Süßes zum Fest: An die Kinder werden Muffins verteilt.

Was Süßes zum Fest: An die Kinder werden Muffins verteilt.

(Foto: Lukas Barth)

Der Kinderschutzbund feiert sein zehnjähriges Bestehen. Viel Lob gibt es für die Stadt Puchheim.

Von Karl-Wilhelm Götte   , Puchheim

Der Platz auf der Puchheimer Kennedy-Wiese ist sozusagen Programm. "Platz der Kinderrechte" steht dort seit einem halben Jahr auf einer Tafel. Gleich daneben hat der Kreisverband Fürstenfeldbruck des Deutschen Kinderschutzbundes ein Zelt mit Essen und Trinken aufgebaut. Davor spielen Kinder, die zum Jubiläums-Spielfest des Kinderschutzbundes eingeladen sind. Ein Feuer lodert und wartet auf die Stockbrote. Der 64 Mitglieder starke Kreisverband, der sein Büro gleich in der Nähe, in der Adenauerstraße, hat, begeht sein zehnjähriges Bestehen.

"Dass wir in Puchheim sind", sagt Karl Heinz Theis, Vorsitzender des Kreisverbands aus Olching, "hat seinen Grund: Puchheim ist in Sachen Kinderrechte eine Vorzeigestadt." Der Kindeschutzbund ist Träger des Projektes "Soziale Stadt Puchheim" mit dem Stadtteilbüro in der "Planie". Die gilt als "sozialer Brennpunkt" in Puchheim, weil in dem Hochhausareal viele Migranten leben. Das Projekt, finanziert von der Regierung von Oberbayern, läuft Ende des Jahres aus. "Wir hoffen auf eine Verlängerung durch die Stadt Puchheim", sagt Theis. Entschieden ist jedoch noch nichts.

Puchheim: Gesichter des Kinderschutzbundes im Landkreis sind (von links) Susanne Frauwallner, Karl-Heinz Theis, Rosemarie Ehm, Karl-Josef Friederichs, Nora Schuster und Reinhild Friederichsheim.

Gesichter des Kinderschutzbundes im Landkreis sind (von links) Susanne Frauwallner, Karl-Heinz Theis, Rosemarie Ehm, Karl-Josef Friederichs, Nora Schuster und Reinhild Friederichsheim.

(Foto: Lukas Barth)

Der Kinderschutzbund kümmert sich im Landkreis um zwei wichtige Betreuungsbereiche: Familienpatenschaften und den begleiteten Umgang von Elternteilen mit ihren Kindern nach Trennung der Eltern. "Die Aufträge bekommen wir vom Jugendamt", erzählt Nora Schuster, die im Kreisvorstand für den begleiteten Umgang zuständig ist. "Zwölf Anfragen gab es bisher dieses Jahr", berichtet Schuster. Dringend werden zusätzliche Betreuerinnen und Betreuer - egal aus welchen Berufen - gesucht, die nach einer 16-Stunden-Schulung den begleiteten Umgang organisieren und kontrollieren. Die Betreuer sprechen die Termine mit Mutter und Vater ab, übernehmen das Kind, und in der Regel kommt der Vater dann hinzu. Es beginnt mit zwei Stunden Umgang alle zwei Wochen. Manchmal gehe der begleitete Umgang ein Jahr lang, aber es gelingt den Eltern auch ihre Konflikte und das Misstrauen nach zwei Terminen schon abzubauen, sagt Psychologin Nora Schuster über ihre Erfahrungen.

Durch Corona gebremst

Besonders die Familienpatenschaften, die Susanne Frauwallner vom Kreisvorstand organisiert, haben in der Corona-Zeit stark gelitten. Die geschulten Familienpaten konnten kaum in die Familien gehen, um überforderte Eltern oder Alleinerziehende zu unterstützen, indem sie mit den Kindern spielten oder bei den Hausaufgaben halfen. "Wir haben 36 geschulte Paten, aber momentan sind nur 16 einsetzbar", sagt Frauwallner. Zehn Patenschaften hat sie in diesem Jahr vermitteln können.

Aktiv im Kinderschutz-Vorstand ist auch Rosemarie "Bobby" Ehm. Sie wickelt gerade die letzten Stockbrote mit Teig auf. "Puchheim ist als anerkannte kinderfreundliche Kommune super aufgestellt", sagt die SPD-Stadträtin und ehemalige Rektorin der Puchheimer Grundschule-Süd. Sie will sich dafür einsetzen, dass das Projekt "Soziale Stadt" von Puchheim weitergeführt wird. "Vielleicht mit etwas weniger Personal." Inzwischen lassen die Kinder ihre Luftballons mit Gas füllen und kleine Karten an die Ballons binden. "Kinder brauchen Liebe - keine Gewalt" oder "Kinder sind ohne Vorurteile - machen wir es ihnen nach", steht darauf zu lesen. Dann fliegen die Ballons mit den Karten in die Lüfte.

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