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Puchheim:Eimerweise Taubenfutter

Straßentauben können sechsmal im Jahr brüten.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

In Puchheim soll das Füttern der problematischen Vögel verboten werden

Von Ingrid Hügenell, Puchheim

Straßentauben sind einfallsreich und enorm anpassungsfähig. Sie brüten unter Solaranlagen, auf Dächern und Balkonen. Sie machen Lärm und Dreck und können Krankheiten übertragen. Wo sie genug zu fressen finden, könnten sie bis zu sechsmal pro Jahr brüten, erklärte Monika Dufner vom Puchheimer Umweltamt bei der Sitzung des Ausschusses für öffentliche Sicherheit.

Sie berichtete auch, dass immer öfter Bürger im Rathaus anriefen und berichteten, dass die Tiere gefüttert würden. "Manche Leute schütten denen ganze Eimer mit Lebensmittelresten hin", sagte Dufner. "Das freut den Ratz, und die Saatkrähen und Tauben auch." Vor allem in der Planie und der Edelweißsiedlung werde gefüttert. Weil die Stadt durch den anhaltenden Ärger mit den Saatkrähen sensibilisiert sei, soll die Fütterung der Tauben nun verboten werden, erklärte Zweiter Bürgermeister Manfred Sengl, der die Sitzung leitete. Damit man nicht "dieselbe Problematik wie bei anderen Vögeln" bekomme, müsse man die Öffentlichkeit sensibilisieren, bekräftigte Geschäftsleiter Jens Tönjes. Weitere Maßnahmen könnten folgen, wie das Anbringen von Spikes und Netzen, die verhindern, dass Tauben sich niederlassen.

Rosmarie Ehm (SPD) fragte, wie man ein Verbot durchsetzen wolle. Wer Tauben füttere, zeige dafür oft "eine krasse Begeisterung. Es ist schlecht, wenn man ein Verbot macht, und dann passiert nichts." Die Stadt setze zunächst auf niederschwellige Information und Aufklärung, denn schließlich spreche generell nichts dagegen, Vögel zu füttern, sagte Dufner. Wichtig ist ihr dabei die Unterscheidung der Straßentauben von den Türken- und den Ringeltauben, zwei Arten, die ebenfalls in Puchheim vorkommen. Sie sind aber Wildtiere, brüten auf Bäumen und sind Dufner zufolge wenig problematisch. Die Straßentauben hingegen seien verwilderte Haustauben, die in Kolonien an Gebäuden brüten. Durch nicht artgerechte Fütterung würden die Tiere auch selbst krank und könnten Parasiten bekommen. Sie berichtete bei der Sitzung von einer Frau, die im Garten auf dem Boden Vogelfutter so angeboten habe, dass Straßentauben davon angezogen wurden. Die habe sie zusammen mit einem Vertreter des Landesbunds für Vogelschutz besucht und ihr erklärt, wie sie Singvögel sinnvoll füttern könne. Die Dame habe das gut angenommen und füttere jetzt anders.

Speziell für die Planie soll es Informationen in mehreren Sprachen, aber nicht so textlastig geben. Das soll mit dem Quartiersmanagement abgesprochen werden. Der Ausschuss votierte einstimmig dafür, dem Stadtrat ein Taubenfütterungsverbot vorzuschlagen.

© SZ vom 18.11.2020

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