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Puchheim:15 Minuten für ein Instrument

Musikschule Puchheim wirbt um den Nachwuchs

Von Lucia Weigl, Puchheim

Der Musikschule Puchheim fehlt in diesem Jahr der Nachwuchs. "Bei den Neuanmeldungen ist noch Luft nach oben", sagt Leiterin Ines Neuland. Coronabedingt sei es schwer, genügend neue Schüler zu finden. Reine Internetwerbung, die zu Pandemiezeiten üblich ist, reiche nicht aus: "Ich glaube viele Familien sind mittlerweile onlinemüde. Man wünscht sich wieder echte Treffen." Deshalb möchte die Musikschule Puchheim auf neuen Wegen auf sich aufmerksam machen. So informieren sie auf mehreren Tafeln in Puchheim über die Instrumente. Darauf integrierte QR-Codes führen Interessenten direkt auf die Website der Musikschule.

Außerdem veranstaltet die Musikschule am Samstag, 15. Mai, ein Instrumenten- Click & Meet von 14.30 bis 16.30 Uhr im Bürgertreff Puchheim. "Wir wollen Kindern so die Möglichkeit bieten, ein Instrument für sich zu entdecken", so Neuland. Interessenten können dort in 15-Minuten-Terminen unterschiedliche Instrumente kennenlernen: "Die Kinder können die Instrumente live ausprobieren,anfassen, sich informieren und mit den Lehrern sprechen." Vielen Kinder nehme das auch die anfängliche Angst, so Neuland. Angeboten werden eine Vielzahl an unterschiedlichen Saiten- und Blasinstrumente, sowie musikalische Früherziehung für Kinder ab drei Jahren. Eine Termin buchen kann man über Email (puchheim@kms-ffb.de) oder auch direkt vor Ort. Für den besonderen Schnuppertag haben auch einige Musikschüler ein "Bilderbuchkonzert" aufgenommen. Vertont wird "Foxtrott" von Helme Heine. Darin wächst eine Füchsin in einem stillen Fuchsbau auf, bis sie die Musik für sich entdeckt. "Dieses Mal sind viele unterschiedliche Instrumente und Klänge zu hören", erzählt Neuland. Von Gitarre über Geige bis hin zu Gesang ist alles vertreten. So entstehe eine große Auswahl an Instrumenten für interessierte Kinder. Das Bilderbuchkonzert ist von Samstag, 15. Mai, von 11 Uhr an auf dem Youtubekanal der Musikschule zu sehen.

Gerade bei solchen Veranstaltungen fehlen der Applaus und die Stimmung eines Liveauftritts, erzählt Neuland. Rückmeldungen erhält sie meist nur vereinzelt per Email oder durch Kommentare unter den Videos. Diese fallen überwiegend positiv aus. "Wir freuen uns jedes Mal, wenn unsere Konzerte Anklang finden", sagt sie. Diese erfordern nämlich meist mehr Arbeit, da gemeinsames Proben während der Pandemie nicht möglich sind. Alle Treffen der Ensembles, Chöre und der musikalische Früherziehung in den Kindertagesstätten konnten coronabedingt nicht stattfinden. Eine konkrete Aussicht auf gemeinsames Musizieren sei noch nicht in Sicht.

Während zu Beginn der Pandemie des öfteren Mitteilungen vom Musikschulenverband kamen, "sind wir zur Zeit eher hintern runtergefallen", berichtet Neuland. Trotzdem bestehe die Hoffnung, nach Pfingsten wieder wie gewohnt in Gruppen musizieren zu können. Dem digitalen Musikunterricht kann Neuland aber etwas abgewinnen. "Wir hatten großes Glück, dass wir sehr schnell auf digitalen Unterricht umgestellt haben", berichtet sie. "Dadurch sind wir in kein Loch gefallen." Der anfangs ungewohnte Onlineunterricht habe viel Abwechslung und Kreativität in die Musikstunden gebracht. "Die Schüler haben ihre Instrumente ganz neu kennengelernt", erzählt sie. Insgesamt sei der digitale Unterricht daher sehr bereichernd gewesen. Wie sich die Pandemie auf die Schülerzahl auswirke, zeige erst die Zukunft, so Neuland. In den vergangenen Jahren war nur ein kleiner Rückgang zu verzeichnen. Generell blickt sie aber optimistisch in die Zukunft: "Es wird immer Kinder geben, die interessiert daran sind, das Musikspielen zu erlernen."

© SZ vom 14.05.2021
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