Prozess vor dem LandgerichtVom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen

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Neun Tage wird vor dem Landgericht über die Vorwürfe gegen den 25-Jährigen verhandelt.
Neun Tage wird vor dem Landgericht über die Vorwürfe gegen den 25-Jährigen verhandelt. (Foto: Florian Peljak)

Weil es in den Aussagen der vermeintlichen Opfer zu deutlichen Unstimmigkeiten kommt, spricht das Landgericht einen 25-Jährigen frei.

Von Florian J. Haamann, Olching

Mit einem Freispruch endete am Dienstag der Prozess gegen einen 25-jährigen Olchinger, dem die Staatsanwaltschaft sechsfache Vergewaltigung und mehrfache Körperverletzung an drei jungen Frauen vorgeworfen hatte. Neun Verhandlungstage hatte sich das Landgericht in München Zeit genommen, um den Anschuldigungen nachzugehen, letztlich forderte auch die Staatsanwaltschaft, den Angeklagten freizusprechen. In der Anklageschrift war sie noch davon ausgegangen, dass der damals 21-Jährige mit seiner damals 15-jährigen Freundin 2021 mehrfach gegen ihren Willen Geschlechtsverkehr gehabt, sie geschlagen und sie bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt habe. Im Sommer 2021 habe er zudem auf einer Party mit einer 17-Jährigen gegen deren Willen Geschlechtsverkehr gehabt und im Dezember mit einer 14-Jährigen.

Die 17-Jährige hatte bereits in einer Aussage erklärt, dass es zwar eine unangenehme Situation gegeben habe, der Angeklagte aber nach ihrem „Nein“ aufgehört hat. In den Aussagen der beiden anderen jungen Frauen ist es immer wieder zu Unstimmigkeiten gekommen. Außerdem hat sich während des Verfahrens gezeigt, dass die beiden gut befreundet sind und sich über die Vorgänge ausgetauscht haben. Auch soll die 14-Jährige dem jungen Mann am Tag nach der angeblichen Vergewaltigung ein freizügiges Foto geschickt und dieses dann vor ihrer Aussage bei der Polizei von ihrem Handy gelöscht haben. Im Falle der damaligen Freundin konnte der Rechtsmediziner zudem laut Gutachten keine Hinweise auf ein Würgen bis zur Bewusstlosigkeit finden.

Am letzten Verhandlungstag verlas der Vorsitzende Richter Auszüge aus dem Chatverlauf des jungen Mannes und der damals 15-Jährigen. Daraus wurde deutlich, dass die Beziehung der beiden von einem ständigen Auf und Ab geprägt war, regelmäßig entschuldigt er sich dafür, wie er sie behandelt, und beteuert, sich zu bessern. Zudem betont er permanent, wie stark seine Gefühle für sie seien. Aus dem Verlauf ging auch hervor, dass die 15-Jährige damals wegen einer Borderline-Störung in stationärer Behandlung gewesen ist. Auch hat sie sich damals immer wieder selbst verletzt.

Der 25-jährige, der von April 2024 bis Ende Januar dieses Jahres in Untersuchungshaft gesessen ist, wird für diese Zeit aus der Staatskasse entschädigt.

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