Süddeutsche Zeitung

Pro mehr Parkplätze:Alltagsmittel Auto

Es ist unrealistisch, dass alle Mitarbeiter des Landratsamtes mit Bus oder Bahn zur Arbeit kommen

Von Heike A. Batzer

Ja, das Fürstenfeldbrucker Landratsamt liegt nicht allzu weit vom Brucker S-Bahnhof entfernt, und der Bus hält direkt vor der Haustür. Alle könnten also mit dem öffentlichen Personennahverkehr kommen, mit dem Fahrrad sowieso oder auch zu Fuß. Dass alle das tun, ist unrealistisch. Ein Amt mit Publikumsverkehr muss auch mit dem Auto erreichbar sein. Und deshalb braucht das Amt auch weitere Parkplätze, weil die vorhandenen schon lange nicht mehr ausreichen. Noch ist die öffentliche Verwaltung nicht so weit, dass alle Vorgänge online von den Bürgern erledigt werden und so Fahrten in die Ämter überflüssig machen können. Noch ist die Vernetzung der einzelnen Verkehrsmittel nicht so weit, als dass der private Pkw überflüssig sein könnte. Auch manche Beschäftigte sind darauf angewiesen, ihr Fahrzeug direkt am Arbeitsplatz abstellen zu können, weil sie anschließend ihre Kinder abholen oder größere Einkäufe erledigen müssen. Der Alltag vieler berufstätiger Menschen ist eng getaktet, das Auto hilft, Termine und Zeitpläne einzuhalten.

Es wird deshalb auf lange Sicht ein nützlicher Begleiter des Menschen bleiben, wenn sich auch seine Antriebsart hin zu mehr Umweltfreundlichkeit in Zukunft ändern wird. All diese Autos müssen irgendwo abgestellt werden. Den Eindruck zu erwecken, am Landratsamt würde dafür besonders schützenswerte Natur geopfert werden, geht indes an der Realität vorbei. Es wird dort einfach nachverdichtet.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.4258931
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ vom 19.12.2018
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.