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Politik:Viel Heimatgefühl auf großer Bühne

Eine dritte Amtsperiode strebt Hans Seidl an, hier in Begleitung seiner Frau Petra bei der Nomininierungsveranstaltung in Gernlinden.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Der CSU-Ortsverband Maisach nominiert Hans Seidl als Bürgermeisterkandidat und beschließt die Bewerberliste für den Gemeinderat

Bürgermeister Hans Seidl strebt eine dritte Amtszeit an. Einen Tag nach seinem 55. Geburtstag nominierten die Mitglieder des CSU-Ortsverbandes Maisach Seidl am Donnerstagabend erneut zu ihrem Bürgermeisterkandidaten. Gleichzeitig wurde die Kandidatenliste für den Gemeinderat beschlossen.

Den ganz großen Auftritt hatte sich die Regie für die Ortshauptversammlung im Bürgerzentrum Gernlinden einfallen lassen. Die runden Tische waren gedeckt und bis nach Seidls Nominierung waren auch die beiden extra aufgestellten Bühnenreihen vor der Hauptbühne leer. Die 24 Plätze nahmen hernach alle Kandidaten ein und durften sich den noch verbliebenen Mitgliedern und Gästen vorstellen. CSU-Bürgermeisterkandidaten gibt es zwar in anderen Kommunen auch schon, aber Bürgermeister- und Gemeinderatskandidaten an einem Abend zu bestimmen, da waren die Maisacher die ersten.

"Eine starke Mannschaft, ein starker Bürgermeister", lobte die in diesem Jahr neu gewählte CSU-Kreisvorsitzende und Bundestagabgeordnete Katrin Staffler. In ihrem Grußwort und war einigermaßen verwundert, als nicht, wie sonst bei solchen Veranstaltungen üblich, die Tagesordnung abgearbeitet wurde. Mit Imagefilmen wurde das Maisacher Heimatgefühl beschrieben, die Kandidaten hatten ihren Auftritt. Insgesamt 41 von 42 Mitglieder wählten Seidl zum Bürgermeisterkandidaten, ein Mitglied enthielt sich. In seiner Vorstellungsrede pries Seidl seine Gemeinde als die leistungsstärkste und innovativste im Landkreis, deren liebevollen Charakter und deren Lebensqualität er erhalten und fördern wolle. Dabei betonte er die gemeinsame Leistung der Kommunalpolitiker und nahm dabei die anderen Parteien und Wählergruppen nicht aus. Immerhin würden sechs von zehn Beschlüssen im Gemeinderat einstimmig gefasst, acht von zehn Beschlüssen seien mit Stimmen aus allen Fraktionen gefasst worden.

Zu Seidls Kernforderungen für die kommende Amtsperiode zählen neben stabilen Finanzen und einer gesicherten Daseinsvorsorge - Stichwort: eigenes Trinkwasser - generationenübergreifendes Handeln. So möchte Seidl einen Jugendrat einführen, der zwei Jahre amtiert und mit einem eigenen Budget von bis zu 10 000 Euro Jahresetat ausgestattet wird, um Projekte, "die der Öffentlichkeit dienen" umsetzen zu können. Außerdem soll der Jugendrat bei der Ortsentwicklung beratend tätig sein. "Wir wollen jetzt das Potenzial der jungen Leute abholen und sie mitwirken lassen", sagte Seidl in seinen Rede. Junge Leute sollen auch mit an einem runden Tisch sitzen, an dem Bürger wie Funktionsträger über die Zukunft der Gemeinde nachdenken sollten.

Umweltschutz, dem sich Seidl verpflichtet fühlt, soll durch eine weitere Stelle im Umweltamt des Rathauses aufgewertet werden. Seiner Meinung nach soll der Flächenverbrauch von Ackerland für Gewerbeflächen festgeschrieben werden. Die langfristige Entwicklung des Gewerbes sieht Seidl auf dem Fliegerhorstgelände, das nicht FFH-Schutzgebiet ist.

Neu schaffen will Seidl als Bürgermeister im Gemeinderat einen Referenten für Inklusion und Menschen mit Behinderung. Diese und weitere Ideen sollen im Herbst in ein von allen Gemeinderatskandidaten ausgearbeitetes Wahlprogramm einfließen.

Die 24 CSU-Gemeinderatskandidaten : Hans Seidl, Silvia Heitmeir, Gabriele Rappenglitz, Christian Kemether, Christa Turini-Huber, Tobias Ottilinger, Florian Scharte, Stefan Pfannes, Gabriele Loder, Stefan Fleischmann, Dominik Westermair, Evi Huttenloher, Werner Feiler, Claudia Huber, Max Schmid, Xaver Hirsch junior, Leonhard Hainzinger, Martina Brunner, Ferdinand Huber, Magdalena Kiener, Johann Buchfelner, Hannes Haschka, Andreas Moser, Roland Müller

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