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Politik:Im Feuerwehrauto zum Bürgergespräch

Werbung in Rot: Der CSU-Bundestagsabgeordnete Michael Kießling (links) mit Gabriele Off-Nesselhauf und einem Passanten.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Michael Kießling bereist seinen Wahlkreis. Erste Station ist Germering, dort geht es um Verkehrsthemen

Durch den Echinger Tunnel auf der Autobahn 96 geht es nur in Blockabfertigung, aber danach fließt der Verkehr für Michael Kießling wieder. Er sitzt in seinem "Bürgermobil", sein Ziel ist der grüne Markt in Germering, wo er sein Gefährt zum ersten Mal präsentieren wird. Auffallen wird er dort wie auf der Autobahn. Die Schnellstraße kann er aber höchstens mit 80 befahren, "dann wird's zu laut", sagt der CSU-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Landsberg-Starnberg-Germering, als er endlich in der Großen Kreisstadt angekommen ist und seinen feuerwehrroten Lkw vom Typ MAN 415 eingeparkt hat.

Anderthalb Stunden ist er von Denklingen, seiner Heimatgemeinde, aus mit dem historischen Löschfahrzeug LF 16 aus dem Jahr 1960 unterwegs gewesen, jetzt will er zwei Stunden die Fragen und Wünsche der Germeringer anhören, ehe es weitergeht nach Weßling im Landkreis Starnberg und Eching im Landkreis Landsberg. Am Donnerstag will er in Landsberg und Prittriching sein und die Bürger in Seefeld besuchen. Es sind jetzt Parlamentsferien, und der Abgeordnete nimmt sich Zeit, seinen Wahlkreis zu bereisen.

In Germering assistieren Kießling die Stadtratsmitglieder Gabriele Pichelmaier, Gabi Off-Nesselhauf und Oliver Simon, der auch CSU-Ortsvorsitzender ist. Wer Kießling noch nicht kennt, kennt zumindest die beiden Germeringer und kommt so schon mal ins Gespräch. Es sind vorwiegend ältere Menschen, die zwischen neun und elf Uhr zum Einkaufen auf den Markt kommen, vor allem junge Mütter haben ihre Einkäufe schon vor acht Uhr erledigt, nachdem sie die Kinder in die nahe gelegenen Schulen gebracht hatten. So ist das erste Thema auch nicht die Familienpolitik, die Kießling als Mitglied des Familienausschusses im Bundestag mitbestimmt, sondern - wie könnte anders sein - der Verkehr.

Oft genug, erzählt ein Mitarbeiter Kießlings während der Abgeordnete sich des Germeringers annimmt, gehe es um lokale Themen, bei denen man dann zusammen mit den Kommunalpolitikern nach einer Lösung suche. In den vergangenen Wochen sei aber das Thema "Spitzenkandidat der EU-Wahl" viel diskutiert worden. Das aber ist seit der Wahl Ursula von der Leyens zur EU-Kommissionspräsidentin erst mal in den Hintergrund getreten. Kießlings Themen sind auch andere, als die EU. Er will mit den Menschen auch über Strukturpolitik sprechen, über die Möglichkeiten, im Ballungsraum München Wohnen und Arbeiten so nahe wie möglich zusammen zu bringen, Firmen dazu zu bringen, sich eben nicht in München anzusiedeln, sondern da, wo es Fachkräfte geben könnte.

Wenn Kießling am grünen Markt mal nicht nach Politischem gefragt wird, geht es um sein Feuerwehrfahrzeug. Das sei ein längerer Prozess gewesen, sagt er dann, erst habe er vorgehabt, ein Wohnmobil als rollendes Bürgerbüro zu kaufen, dann wollte er einen Transporter ausbauen, bis er auf das "LF 16" aufmerksam wurde, das für eine Werksfeuerwehr auf einer Deponie am Bodensee im Einsatz war. Kießling selbst ist zwar nicht aktiver Feuerwehrmann, war aber mal bei der Jugendfeuerwehr und weiß natürlich als ehemaliger Bürgermeister von Denklingen sehr viel über das Löschwesen und die Ausstattung. Freilich darf er nicht mit Blaulicht und Martinshorn zu seinen Bürgersprechstunden fahren, das alles habe er zurückgebaut, sagt er. Aber alles, was er so braucht, ist an Bord. Für Tisch und Sonnenschirm und Werbematerial ist viel Platz. Auch für einen Kühlschrank. Den hat er mit Lassi-Joghurt der Molkerei Andechs gefüllt und bietet die Produkte aus seinem Wahlkreis gerne am Zielort seinen Gesprächspartnern an.