Osterfreuden Spiele und Schüsse

Zwei Vereine bereiten den Maisachern einen unterhaltsamen Nachmittag

Von Karl-Wilhelm Götte, Maisach

Die dreijährige Romy lässt sich Zeit, als sie ihr Osterei mit einem Tennisball, der an einen Stock festgemacht ist, durch die kleinen Löcher der mit Hase, Huhn und Schaf bemalten Schilder unbeschädigt hindurch schiebt. "Eiercricket" nennt der Maisacher Heimat- und Trachtenverein "D'Maisachtaler" diese Station ihrer Osterspiele auf der Wiese vor dem Maisacher Volksfestplatz. Bei sonnigem Wetter kommen viele Familien mit Kindern vorbei. Am Ende der Osterspiele werden sicherlich wieder wie im vergangenen Jahr 200 Besucher dagewesen sein.

15 Osterspiel-Stationen haben die Trachtler aufgebaut. Ganz vorne am "Start" bekommt jeder kleine und große Besucher von Sofie Gschwandter ein farbiges Ei und den Spielzettel ausgeteilt. Seit mittlerweile etwa 15 Jahren bietet der Verein, der schon seit 1955 in Maisach existiert, seine "Osterspiele" an. Romy erhält von Eiercricket-Stationsleiterin Isa ihren Stempel, dass sie die erste Aufgabe erfolgreich bewältigt hat. Witzig ist die nächste Station: "Sicherheitsnadel im Heuhaufen suchen." Tobi und Antonia wühlen im Heukasten herum. Acht Sicherheitsnadeln haben sie schon gefunden, die neunte und letzte macht Probleme. Bald wenden auch die Mütter das Heu hin und her. Nach einer Minute hält Antonia die Sicherheitsnadel in ihren Fingern und der Stempel ist gesichert.

Der Heimat- und Trachtenverein hat sich an diesem Ostermontag mit der Schützengesellschaft "Bavaria" Maisach zusammengetan. Die Schützen sorgen in ihrem großräumigen Vereinsheim gleich nebenan nicht nur für die Verpflegung mit Kuchen und Kaffee. Sie bieten an einem Tag der Offenen Tür besonders den Kindern an, mal mit einem Lichtgewehr auf eine Scheibe zu schießen. Der neunjährige Leopold ist dann auch ganz eifrig dabei. Er lässt sich vom Bavaria-Jugendleiter Helmut Gaiser genau erklären, wie er anlegen, das Ziel anvisieren und schließlich abdrücken muss. Nach dem fünften Schuss leuchtet auf dem Touchscreen-Monitor gleich neben dem Schießstand eine Zehn mit einem roten Punkt auf, die Leopold natürlich jubeln lässt.

"Eigentlich ist er Handballer", sagt seine Mutter Julia Weiske, "als Ausgleich wäre dieser Sport ganz schön". 328 Mitglieder hat der Schützenverein, aber darunter nur 17 Kinder und Jugendliche. Vor zwei Jahren hat er die technisch modernste Zehn-Meter-Schießanlage mit 17 Ständen für rund 60 000 Euro gebaut. Die Sportschützen schießen mit dem Luftgewehr, mit der Luftpistole und dem Zimmerstutzen. Die junge Luftgewehrschützin Melanie Hainzinger, 18, animiert die Gäste zu einem Probeschießen. Das Luftgewehr ist schwer und wackelt; mit Glück kommt eine Sieben, ein grüner Punkt heraus.

Draußen ist das bunte Eiertreiben inzwischen weitergegangen. Theresa beaufsichtigt das Hasenrennen, das per Würfel absolviert werden muss. Das Eierlaufen der Geschwister Maxi, sechs Jahre alt, und Tabea, zehn, entscheidet schließlich die Schwester mit der ruhigeren Hand für sich. Auch der Maisacher Heimat- und Trachtenverein, der neben der Brauchtumspflege auch das Maibaumaufstellen betreibt, hat mit seinen etwa hundert Mitgliedern Nachwuchssorgen, wie Jugendleiterin Marga Gschwandtner bestätigt. Getanzt wird wieder am kommenden Montag, 29. April, ab 16.30 Uhr im Maisacher katholischen Pfarrheim.